Share
Wednesday 27.11.2013 - Verein

Harmonische Mitgliederversammlung

Am Mittwochabend (27.11.) fand im Saal 2 des Congress Centrums Hamburg die ordentliche Mitgliederversammlung des FC St. Pauli statt. Über 555 Mitglieder des Vereins, 549 davon stimmberechtigt, waren gekommen um sich über das abgelaufene Geschäftsjahr beim FC St. Pauli zu informieren. Das Präsidium um Präsident Stefan Orth wurde am Abend mit großer Mehrheit entlastet.


Gemäß Tagesordnungspunkt gedachten alle Anwesenden zu Beginn der Jahreshauptversammlung den verstorbenen Mitgliedern sowie FC St. Pauli Jahrhundertspieler Walter Frosch mit einer Schweigeminute.

Anschließend ergriff Präsident Stefan Orth mit dem Bericht des Präsidiums das Wort und lobte die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des Vereins in den vergangenen zwölf Monaten. „Der Verein ist gesund und hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Wirtschaftlich haben wir zum dritten Mal in Folge einen Gewinn ausweisen können. Wir konnten einen Gewinn vor Steuern von 2,65 Millionen Euro erwirtschaften. Mit einem Eigenkapital von 6,55 Millionen Euro sind wir führend in der 2. Bundesliga“, verkündete Orth stolz den Zuwachs der Einnahmen in 2012/2013.

Außerdem freute sich der Präsident des FC St. Pauli über das kürzlich eröffnete neue Trainingszentrum an der Kollaustrasse. „Von solchen Bedingungen haben wir seit Jahren geträumt. Unser besonderer Dank geht dabei an die AFM für ihre finanzielle Beteiligung“, sprach Orth. Erfreut zeigte sich dieser zudem über den Abschluss einen weiteren wichtigen Infrastrukturprojektes – der Gegengerade. „Sie ist sehr gut von unseren Fans angenommen worden. Auch der Zuschauerzuspruch insgesamt ist ungebrochen. Wenn man betrachtet, dass wir bei unseren Heimspielen im letzten Jahr eine Auslastung von 97,4 Prozent hatten, ist das ein herausragendes Ergebnis. Das bedeutet Platz sechs im gesamtdeutschen Fußball und Platz 13 in Europa – ein Ergebnis, auf das wir sehr stolz sind“, verkündete der Präsident der Braun-Weißen.

Verantwortung im Viertel gerecht werden

Ganz wichtig sei für den Verein laut Orth nach wie vor, dass der FC St. Pauli seiner sozialen Verantwortung im Viertel gerecht werde. Mit der Etablierung von KIEZHELDEN „haben wir unser soziales Engagement auf eine neue Stufe gehoben“, so Orth weiter. Besonders lobte er Solidarität und Einsatz für die in der St. Pauli Kirche untergebrachten Lampedusa-Flüchtlinge, denen von Verein, Abteilungen und Fanszene schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet worden ist.

Lob gab es seitens des Präsidiums auch für die Fanszene, für die Gestaltung der Gegengerade und ihren Einsatz gegen Sexismus und Homophobie, der von Vereinsseite volle Unterstützung erfährt. Erfreulich sei auch, dass die Zahl der Mitglieder des FC St. Pauli, die in den letzten zwölf Monaten auf fast 20.000 gestiegen sei. Das bedeute einen Zuwachs von 2.000 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr.


Sportlicher Bereich auf einem guten Weg

Auch den sportlichen Bereich sieht der Vereinspräsident auf einem guten Weg. „In unserer Nachwuchsabteilung wird hervorragende Arbeit geleistet, die Früchte trägt. Und auch die Profis sind derzeit mit Tabellenplatz vier absolut im Plan und wir sind zuversichtlich, dass die Mannschaft mit dem neuen Cheftrainer Roland Vrabec weiterhin mutigen Offensivfußball zeigen wird und wir die positive Entwicklung weiter fortsetzen.“

Nach Stefan Orth erstattete Kassenprüfer Kai Scharff seinen Bericht und empfahl am Ende des positiv ausfallenden Berichtes dem Aufsichtsrat eine Entlastung des Präsidiums.

Maßvoll agieren, Grenzen erkennen und diese auch zu beachten

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Christoph Kröger fokussierte sich in seinem Bericht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vereins. Kröger wies mahnend darauf hin, dass man trotz positiver Wirtschaftszahlen die Verpflichtungen, die aus den Finanzierungen der Infrastrukturprojekte nicht außer Acht lassen dürfe. Man habe daher Einsparungen gefordert, um einen Puffer zu schaffen, damit den Zahlungsforderungen auch in wirtschaftlich nicht ganz so guten Zeiten nachgekommen werden könne. Es gelte maßvoll zu agieren, Grenzen zu erkennen und diese auch zu beachten.
Während sich Kröger enttäuscht über die Planung der Nordtribüne zeigte, sei die Etablierung des Museums hingegen auf einem guten Weg. Und während Christoph Kröger den Weg beim Qualitätsmanagement des Vereins als „länger und steiniger als gedacht“ erachtet hat, sprach er seinen Dank allen Beteiligten für die Etablierung von KIEZHELDEN aus. Am Ende seiner Rede appellierte er noch einmal daran, sich auf die Wertebasis zu besinnen und das Spiel in den Mittelpunkt zu stellen.

Im Anschluss an die Rede des Aufsichtsrates berichtete Hanner Boe vom durch den Aufsichtsrat beauftragten Untersuchungsausschuss zum Bau der Kollaustraße. Der Untersuchungsausschuss kam zum Ergebnis, dass der Projektverlauf das Hauptproblem beim Bau von Seiten des Vereins gewesen sei. Zudem seien die Kosten deutlich höher gewesen als zunächst veranschlagt. Der Ausschuss schlug dem Präsidium daher vor für zukünftige Infrastrukturprojekte weitere Steuerungsmechanismen zu berücksichtigen.

Tjark Woydt antwortete im Namen des Präsidiums auf den Bericht, erklärte, dass die Hinweise zur Projektsteuerung aufgenommen werden und die Einsetzung eines Generalunternehmers bei weiteren Infrastrukturprojekten vorgesehen ist. Bei den Kosten wies er darauf hin, dass es zu unterschiedlichen Phasen der Planung auch unterschiedliche Kalkulationen gegeben habe, deren Bandbreite habe von 2,75 bis 7 Mio. Euro gereicht. Das jetzt fertiggestellte Gebäude sei sicherlich teurer geworden als vorher mit rund 3,5 Mio. Euro veranschlagt, dafür habe man aber ein Trainingszentrum geschaffen, dass dem Verein über Jahre Top-Bedingungen garantiere.

American Football Abteilung aufgelöst

Im Bericht des Amateurvorstands erklärte Mathias Bodeit, dass sich die American Football Abteilung aufgelöst habe. „Hier zu gab es mehrere Gründe. So bedarf es einer Jugendmannschaft, wenn man eine Herrenmannschaft im Spielbetrieb halten will. Die Jugendmannschaft fehlte allerdings. Außerdem gab es auch keine Abteilungsleitung mehr.“

Darüberhinaus berichtete Bodeit, dass sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet hat, die sich mit dem Thema „Sportstätten für den FC St. Pauli“ beschäftigen wird. Abschließend erklärte er, dass sowohl Klaus Rummelhagen als auch er selbst 2015 nicht mehr für die Arbeit im Amateurvorstand zur Verfügung stehen wird.

AFM lobt Zusammenarbeit mit Präsidium

AFM-Vorstand Alexander Gunkel nannte das abgelaufene Geschäftsjahr eins der „unspektakulärsten in der AFM-Geschichte“. Erfreut zeigte er sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Präsidium, die in den vergangen Jahren nicht immer harmonisch abgelaufen sei. Stolz mache Gunkel die neuen Fanräume in der Gegengerade des Millerntor-Stadions. „Durch unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Helfer ist mit den Fanräumen etwas Großartiges entstanden“. Zuletzt lobte der AFM-Vorstand die „ausgezeichneten Voraussetzungen“ im und um das neue Funktionsgebäude an der Kollaustrasse. „Es macht uns froh, dass wir mit unserem Anteil aus den Mitgliedsbeiträgen einen Teil zur Realisierung des Trainingszentrums beitragen konnten“, verkündete Gunkel.

Präsidium entlastet

Im nächsten Tagesordnungspunkt wurden sowohl das Präsidium, als auch der Amateurvorstand seitens der Mitglieder per Handzeichen zur Entlastungswahl gebeten.
Das Präsidium um Präsident Stefan Orth wurde dabei mit großer Mehrheit für das Geschäftsjahr 2012/2013 entlastet. Ebenso wurde der Amateurvorstand mit deutlicher Mehrheit entlastet.

Nach der Wahl des Kassenprüfers, die auf Michael Wolff fiel, wurden auch Pavel Andrasko, Dieter Knecht, Birgit Lührs, Martina Mai, Martin Plotzki und Horst Stapelfeld in den Wahlausschuss gewählt. Darüber hinaus wurden über 44 Amateursportler für ihren Einsatz im Verein geehrt.

Anträge

Satzungsänderungsanträge gab es im Vorfeld der ordentlichen Mitgliederversammlung nicht und der einzige Antrag (Erhalt des Raums des Fanladens inklusive eines Kuchenverkaufs für die C-Jugend in der neuen Nordtribüne) wurde zurückgezogen, nachdem sich das Präsidium für die Umsetzung des Antrags eingesetzt hatte.

 

(cp/rh)

Foto: Witters

 

Diese Seite drucken