FC St. Pauli - Fanladen

Der Fanladen St. Pauli

 

Seit nun mehr als 20 Jahren existiert der Fanladen St. Pauli unter dem Dach des Vereins “Jugend und Sport e.V.”. Ins Leben gerufen von aktiven Fans des FC St. Pauli und heute beheimatet in der Gegengerade des Millerntor-Stadions wird im Bereich der Fanbetreuung auf Grundlage des “Nationalen Konzept Sport und Sicherheit” (NKSS) gearbeitet.

Grundelemente des Konzepts im Hinblick auf Fan-Projekt-Arbeit bestehen in der gewaltpräventiven Arbeit mit jugendlichen Fußball-Fans. Daher ist der Fan-Laden St.Pauli Träger der öffentlichen Jugendhilfe und arbeitet unter den sozialarbeiterischen Aspekten der aufsuchenden und akzeptierenden Jugendarbeit.

Seine vier hauptamtlichen MitarbeiterInnen Juliane Kliefoth, Carsten Kupisch und Justus Peltzer (gleichzeitig Fan-Beauftragte des FC St. Pauli), sowie Projektleiter Stefan Schatz arbeiten als Sozialarbeiter im Rahmen des Fan-Projekts. Unterstützt werden sie von der Honorarkraft Kolja Glatthor.

Auch wenn das Fan-Projekt seine Arbeit unabhängig vom FC St. Pauli und dessen Vereinsstrukturen verrichtet, darf die Wirkung und Akzeptanz im Verein und seinem Umfeld nicht unterschätzt werden. Eine möglichst enge Kooperation mit den relevanten Fan-Gruppen, neueren Entwicklungen, z.B. der Ultra’ Szene und den Vertretern des FC St. Pauli bilden ein Hauptkriterium der Arbeit und unterstützen die erfolgreiche Arbeit des St.Pauli-Fan-Projekts.

Mehr als nur ein Fan-Projekt – Freiraum Fußball

Schon aus seiner Entstehungsgeschichte heraus war und ist der Fan-Laden FC St.Pauli und sein Umfeld immer ein wenig mehr gewesen als eben nur das Fan-Projekt gemäß dem NKSS. Der Fan-Laden kann als Geburtsort einer neuen Fan-Kultur in Deutschland angesehen werden und gilt bis heute als eines der Vorbilder der alternativen Fanbewegung. Es war und ist immer ein wichtiges Anliegen gewesen, der “tumben Masse” eine Stimme zu verleihen, den Fans eine Möglichkeit zu schaffen und ihre Interessen im kommerziellen Dschungel des professionellen Fußballs zu vertreten. Sei es durch das erste deutsche Fan-Magazin der neueren Art, den “Millerntor Roar”, der noch heute als Urvater und Vorbild der deutschen Fanzinekultur gilt, sei es durch die Mitbegründung der bundesweiten Faninitiative “Bündnis Aktiver Fußball Fans” (BAFF), dem internationalen Netzwerk Alerta oder durch die Organisation von Demonstrationen und Protestaktionen gegen die Phänomene eines immer mehr nur noch monetär geprägten Raumes.

Es kann nur das Ziel einer derartigen Arbeit sein, in diesem Umfeld Kommunikationsräume zu schaffen und Selbstinitiative zu stützen. Ohne die Fans, die diese Möglichkeiten nutzen, ohne die Eigeninitiative der Fans, den eigenen Kulturraum selbst zu gestalten, wäre auch der Fan-Laden nicht das, was er heute ist: Mittler zwischen Verein und Fans, tägliche Talkrunde, Infotisch, Frustabbauhilfe und Fanzentrale.

Fast nichts, was in der Fanszene auf St. Pauli geschieht, geht am Fan-Laden vorbei, fast keine bundesweiten Aktionen und Treffen laufen ohne den Fan-Laden ab, und keine deutsche Faninstitution kann auf so viele internationale Kontakte verweisen.

Mehr als zehn Jahre aktive Fanarbeit, vor allem von Fans für Fans, haben ein großes informelles Netzwerk geschaffen. Und nicht zuletzt die Bedeutung, die der Fan-Laden für den FC St.Pauli hat, zeigen, dass eine aktive Fanszene sich einen Stellenwert im eigenen Verein erarbeiten kann, der eben nicht nur eine “tumbe Masse” umfasst, sondern einen aktiven Teil des Gesamtvereins. Und so kann es auch in der Zukunft nur heißen: Räume schaffen, Selbstinitiative stützen und für die Fans das erreichen, was wirklich wichtig ist: entscheidender Teil einer Kultur zu sein.

Unsere zentralen Aufgaben sind die Organisation der Auswärtsfahrten, Fahrten und Sonderprogramm für Jugendliche unter 18 Jahren (für einige Auswärtsfahrten stellen wir speziell betreute Busse teilweise mit Übernachtung für den Fan-Nachwuchs bereit. “Kein Alkohol, keine Zigaretten” heißt das Motto für diese Fahrten der sogenannten Ragazzi U-18, deren Preise immer vom Taschengeld finanzierbar sein sollten) sowie für Mädchen und junge Frauen, die Organisation von Fan-Club-Fußballturnieren und -Delegiertenversammlungen, Fantalks, internationale Fanbegegnungen. Weiterhin sind wir Infostelle, Unterstützer sämtlicher relevanter Fan-Gruppen, Betreuer der inzwischen über 500 europaweit organisierten Fan-Clubs des Vereins u.v.m.. Unsere Arbeit orientiert sich eng an den Bedürfnissen der Fans und lebt auch von diesen und deren Ideen.

Manchmal wird der Fanladen als reines Fan-Artikel-Geschäft angesehen. Das sind wir NICHT!

Wir sehen uns als Vertreter und kritischer Beobachter der Fans des FC St.Pauli, als “Anwalt” für die Fans bei Problemen mit dem Verein, Polizei, Ordnungsdienst oder Behörden und gleichzeitig als Vermittler zwischen Fans und dem Verein. Wir sind für alle Fans offen und stehen bei Fragen, Problemen, persönlichen Notlagen, Herstellung von Kontakten oder Wünschen mit Rat, Tat und Unterstützung zur Verfügung.

Nutzt EUREN Fanladen in der Gegengerade, kommt unter der Woche oder vor und nach den Heimspielen vorbei. Oder vor den Heimspielen und in der Halbzeit in den Container in der Nordkurve oder in unseren neuen Raum in der Südkurve. Schnackt uns einfach an.

Die neue Adresse lautet:

Heiligengeistfeld 1 A
20359 Hamburg

 

Dann noch der Verweis auf unsere neuen Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr, sowie vor und nach den Heimspielen der Profis

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