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Dienstag 27.11.2012 - Verein

So lief die Mitgliederversammlung

Am Montag fand die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli statt. Wir haben für Euch die Berichte, Wahlen und Anträge, über die bei der Mitgliederversammlung abgestimmt worden ist, zusammengefasst.


Bericht des Amateurvorstands
Bodo Bodeit sprach über die vergangenen und kommenden Veränderungen im Amateurvorstand. Darüber hinaus wusste er über die einzelnen Amateurabteilungen und deren diesjährige Erfolge zu berichten. Darunter waren auch das Blindenfußballhallenmasters, welches in diesem Jahr sehr guten Anklang fand. „Ein Turnier, das ohne einen Verband zustande kommt und trotzdem die Menschen zusammenführt.“
Auch das Schachturnier im Ballsaal im Millerntor-Stadion wurde lobend erwähnt. Sehr erfreulich ist es auch, dass die Rugbyabteilung auf 570 Mitglieder angewachsen ist.
Bodeit berichtete der Mitgliederversammlung von den meisten Abteilungen und wie sie sich im vergangenen Jahr geschlagen haben. Doch es sollte nicht nur positive Worte an diesem Abend geben: Es fehlen weiterhin Sportstätten in Hamburg, speziell auf St. Pauli sei es schwierig, geeignete Sporthallen und Räumlichkeiten zu finden.
Bodeit machte auch noch einmal auf den Schwarzmarkthandel aufmerksam, gegen den weitere Schritte eingeleitet werden sollten. Frei nach Obelix hieß es zum Schluss: „Auf dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fallen wird.“

Bericht des AFM-Vorstands
Die Abteilungsleitung wurde auf der letzten Mitgliederversammlung der AFM im Amt bestätigt. Ein neues Vorstandsmitglied ist Daniela Wurbs, die ehemals im Fanladen tätig war.
AFM-Vorsitzender Alexander Gunkel lobte die kontinuierliche Mitgliederentwicklung der Abteilung. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr hatte die AFM 9.666 Mitglieder – ein Jahr später sind es bereits 10.895 Mitglieder. Dies bedeutet, dass über die Hälfte der rund 18.000 Mitglieder des FC St. Pauli der AFM zugehörig sind. Weitere Mitgliederwerbemaßnahmen könnten in Zukunft hilfreich sein, so Gunkel.
Die Pläne der AFM umfassen die Jugendförderung, das AntiRa-Turnier, ein großes Sommerfest im kommenden Jahr und weitere Unterstützungen. Die Abteilung sei grundsätzlich bereit, das Museum des FC St. Pauli zu unterstützen – weitere Gespräche werden zeigen, wohin der Weg führt.

Die Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums durch den DFB wurde auch durch Mitgliedsbeiträge in Millionenhöhe durch die AFM vorangetrieben. Gunkel erklärte es als „einen Erfolg der Fördernden Mitglieder des FC St. Pauli“.

Zudem sollen weitere Fördermaßnahmen im Jugendbereich vorangetrieben werden. Dazu gehören unter anderem
- Der Ausbau des Trainingszentrums an der Kollaustraße
- Die Weiterfinanzierung des Ausbildungsprojekts
- Die Förderung des Mädchenfußballs
- Eine Intensivierung der Förderung im Bereich der Handball- und Rugbyjugend im kommenden Jahr

Gunkel lobte darüber hinaus die Haltung des Präsidiums zu den Vorfällen beim Schweinske-Cup („dem gebührt Respekt und Anerkennung“), wies aber auch kritisch auf erhebliche Defizite des Präsidiums in der Kommunikation mit Fans und den Vereinsgremien hin.

Bericht des Ehrenrats
Der Ehrenrat wünschte dem neuen Sportchef Rachid Azzouzi und Cheftrainer Michael Frontzeck viel Erfolg bei den anstehenden Aufgaben insbesondere für den Umbruch, der in diesem Jahr vollzogen wurde.
Darüber hinaus wurde allen Mannschaften ein erfolgreicher Saisonverlauf gewünscht. Es folgte ein Bericht über das vergangene Jahr und ein Appell an die jeweiligen Abteilungsleitungen, Anträge auf Ehrungen in Zukunft frühzeitig anzumelden.

Wahl und Anträge
Nachdem die Wahl des Ehrenrates (Punkt 8 der Tagesordnung) – Winnie von Rutkowski wurde neu ins fünfköpfige Gremium gewählt, Wolfgang Sommer schied dagegen nach 15 Jahren aus – sowie die Ehrungen (Punkt 9) vorgezogen worden waren, kam es zum Punkt „Anträge“. Das größte Interesse der anwesenden Mitglieder lag dabei auf dem Abberufungsantrag für den Vizepräsidenten Dr. Gernot Stenger.

Die Antragssteller machten bei Ihrer Begründungsrede zum Antrag deutlich, dass es Ihnen in erster Linie nicht um die Abwahl des 55-Jährigen ging. Vielmehr wollten sie dem Präsidium deutlich machen, dass die Interessen der Mitglieder und Fans wichtig seien und der Antrag eine Grundsatzdebatte zur Folge haben sollte. Anschließend attestierte Dr. Christoph Kröger dem Präsidium im Namen des Aufsichtsrates zwar Fehler bei der Kommunikation, den Abberufungs-Antrag werde man aber nicht unterstützen.

Anschließend äußerte sich Dr. Gernot Stenger, der Fehler bei der Kommunikation einräumte, den Anwesenden gegenüber und legte detailliert offen, in welcher Form er am  „Sicherheitspapier“ mitgearbeitet und sich für die Faninteressen eingesetzt habe. Sein Präsidiumskollege Dr. Bernd-Georg Spies unterstütze Stenger und erklärte umfangreich und detailiert die Haltung des Präsidiums zum Sicherheitspapier der DFL. Hierbei machte er deutlich, dass das Präsidium sehr wohl eine differenzierte und sehr kritische Haltung zu dem Papier hat. Es folgte eine sehr kontroverse und hitzige Debatte und nach mehr als einer halben Stunde Diskussion wurde der Antrag zurückgezogen – Dr. Gernot Stenger bleibt somit im Amt.

Weniger zeitaufwendig verliefen dagegen die weiteren Anträge. Mit eindeutiger Mehrheit stimmten die Mitglieder für die Anträge „Rollstuhlfahrerplätze/Läuferplätze“, „Ticketverkauf Zweitvermarkter“, „Weitere Logen, Business Seats“ und „Danksagungs-Pflastersteine“. Der Antrag zur Aufschlüsselung der „Versandkosten Karten Heim- und Auswärtsspiele“ wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt, nachdem Geschäftsführer Michael Meeske sich zuvor detailliert zu dem Thema geäußert hatte. Zudem stellte Sven Brux (Sicherheitsbeauftragter des FC St. Pauli) den Antrag, dass bei Fan-relevanten Themen wie dem DFL-Sicherheitspapier zukünftig der Fanbeauftragte, der Sicherheitsbeauftragte sowie das Fanprojekt eingebunden werden sollen. Diesem wurde mit eindeutiger Mehrheit zugestimmt.

Ebenfalls zugestimmt wurde dem Antrag des Präsidiums zur Refinanzierung des Museums in der neuen Gegengerade und einer externen Lösung für die Polizeiwache. Abschließend erhielt der Antrag „Vollkontrollen/Ganzkörperkontrollen“ eine Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder.

 

(hb/jdk)

Foto: Witters

 

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