Mittwoch, 10. Dezember, 2008
Jung von Matt Séparée offiziell vorgestellt
Im Rahmen einer Presserunde wurde am Mittwochmittag die Loge der Agentur Jung von Matt, ansässig im Carolinenviertel, vorgestellt. Geschäftsführer Christian Hupertz erklärte dabei ausführlich, wie die Idee verwirklicht wurde, warum man den FC St. Pauli als Partner wählte und welche Parallelen es zwischen Religion und Fußball gibt.
Mit viel Liebe zum Detail setzte der Künstler und Set-Designer Ole Grönwoldt die Vorstellung einer Fußball-Kapelle um. „Wir sind wahnsinnig zufrieden mit der Arbeit“, so Hupertz strahlend. Es ist ein bunter Mix aus Gothik, Spätbarock und Rokoko, der diesen Raum so wirklichkeitsgetreu macht. Neben dem Original-Ball des 4:3 über Hertha BSC aus der „B-Serie“ im DFB-Pokal 2005/2006, einem Schuh von André Trulsen sowie einem Stück Rasen (original FIFA zugelassener Kunstrasen) ist vor allem die Wand gegenüber vom Altar sehenswert. Wie russische Ikonen werden der aktuelle Kader, die Mannschaften der Jahrgänge 1966, 1985 und 1988 und Idole wie Walter Frosch dargestellt.
Für die Zusammenarbeit kam für Jung von Matt nur ein Verein in Betracht: „Wir lieben den Stadtteil St. Pauli, favorisieren klar den FC und sind vom Charme dieses Vereins einfach angetan. Alternativen gab es keine. Der FC St. Pauli ist ein toller Partner“, so die Begründung für die Wahl.
„Der eigene Verein ist für viele ein wichtiger Ankerpunkt im Leben. Nicht von ungefähr werden Stadien als Tempel oder Kathedralen bezeichnet. Natürlich gibt es auch kritische Kommentare, letztendlich ist und bleibt es aber auch nur ein Séparée“, verteidigte Hupertz die Gestaltung der Loge. Dass sie polarisieren würde, war den Verantwortlichen bewusst. Gerade deshalb möchte man in Zukunft Kirchenoberhaupte einladen. Sie sollen sich selbst davon überzeugen können, dass diese Loge zwar im Stil einer Kapelle ausgestattet ist, sich jedoch allein dem Fußball widmet.
Die vorherigen Aussagen von Christian Hupertz wurden von Pressesprecher und Teammanager Christian Bönig noch komplettiert: „Wir wussten selbst lange Zeit nicht, was genau in der Loge entsteht. Nun ist etwas entstanden, das Seinesgleichen sucht. Obwohl die Kirche – vielleicht zu Recht – ihre Bedenken äußert, ist beim Eintritt in dieses Séparée dennoch spürbar, dass es allein um die Anbetung des Fußballs geht.“
Momentan kann die Loge jedoch nur von Gästen und Mitarbeitern von Jung von Matt genutzt werden. Weitere Möglichkeiten – wie bereits vielfach verbreitet die Eheschließung – werden Anfang nächsten Jahres in enger Abstimmung mit der Kirche beschlossen.
(mh)
Fotos: Benne Ochs
Fotos: Benne Ochs

















