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„Der Preis ist eine Anerkennung für unsere Arbeit“

Seit Mai 2006 gibt es beim FC St. Pauli die Blindenfußballabteilung. Damit sind die Blindenfußballer des Kiezclubs das erste Team in Deutschland, das sich vereinsmäßig organisiert hat. Jetzt wurde die Abteilung auf Vorschlag des Hamburger Fußball Verbandes vom DFB mit der Sepp-Herberger-Urkunde ausgezeichnet.

Wolf Schmidt ist seit der Geburtsstunde der Abteilung dabei, kommentiert nicht nur Spiele für Blinde und sehbehinderte Menschen, sondern engagiert sich auch als Trainer der ersten Herrenmannschaft. „Ich habe beim SC Sternschanze die DFB Jugendtrainer Ausbildungen machen können und mache beim FC St. Pauli seit 2004 die spielbeschreibenden Livereportagen für blinde und sehgeschädigte Stadionbesucher. Durch den Kontakt zu den blinden und sehbehinderten Fans habe ich die Blindenfußballer kennen gelernt“, erklärt Schmidt seinen Werdegang zum Trainer für sehbehinderte Fußballer. 

Sogar einen Nationalspieler hat die Abteilung um Wolf Schmidt schon hervorgebracht. Bei der Weltmeisterschaft im Japan lief Serdal Celebi im Trikot der deutschen Nationalmannschaft auf. Das deutsche Team überstand die Gruppenphase und schied im Viertelfinale aus. Am Ende sprang der achte Platz dabei heraus.

Jetzt wurde die Blindenfußballabteilung vom DFB mit der Sepp-Herberger-Urkunde geehrt. „Der Preis ist eine riesige Anerkennung für unsere tagtägliche Arbeit“, freut sich Wolf Schmidt über die Auszeichnung vom DFB. „Blindenfußball ist das perfekte Inklusionsmodell, weil blinde mit sehenden Menschen zusammenspielen. Das Miteinander ist entscheidend, und die Perspektiven sind teilweise sehr unterschiedlich.“

Ganz besonderen Wert legt der Verein auf die Arbeit mit Jugendlichen. „Die ist bundesweit wirklich einmalig“, so Schmidt. „Bei unseren Hallenmasters konnten wir erstmalig ein Erwachsenenteam und ein Jugendteam stellen. Das Jugendteam hätte sogar um ein Haar den Cup gewonnen“, berichtet der Coach.

Demnächst soll in Schleswig Holstein ein Ausbildungszentrum aufgebaut werden, in dem sehbehinderte Menschen mit der Sportart vertraut gemacht und Trainer, Betreuer und Eltern ausgebildet werden. „Von den Spielern weiß ich, dass Sie durch das aktiv werden im Blindenfußball den Sport noch mehr lieben. Blindenfußball bietet die einzige Möglichkeit, sich als Blinder frei und selbstbestimmt ohne Langstock oder Führhund zu bewegen, zu laufen, zu rennen. Das ist die motorische Basis, dazu kommen noch die Spaßfaktoren einer Teamsportart und die Freude die ein Ball ins Spiel bringen kann.“

 

(alw)

Foto: FC St. Pauli, Blindenfußball

 

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