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Geschenkter Abend für Braun-Weiss

Der FC St. Pauli verlor am Freitagabend (29.11.) gegen den 1. FC Köln mit 0:3. Die Kiezkicker zeigten vor 29.063 Zuschauern am ausverkauften Millerntor eine engagierte Leistung, doch die effektiven Gäste führten durch Kevin Wimmer (6.) und Patrick Helmes (27.) zur Pause mit 2:0. In der zweiten Halbzeit sah zunächst Sören Gonther wegen einer Notbremse die Rote Karte (59.), ehe Yannick Gerhardt mit dem dritten Kölner Tor alles klar machte (79.).

Unser Cheftrainer Roland Vrabec veränderte im Vergleich zum 1:0-Auswärtserfolg beim VfR Aalen am Freitagabend (29.11.) gegen den 1. FC Köln seine Startelf auf einer Position. Für Florian Kringe rückte Lennart Thy auf die zentrale Mittelfeldposition. Außerdem agierten die Kiezkicker mit einer anderen taktische Grundformation als noch in der Vorwoche: Aus dem 4-4-2 wurde ein 4-1-4-1. Vor dem Anpfiff gedachten die 29.063 Zuschauer am ausverkauften Millerntor mit einer Schweigeminute an den kürzlich verstorbenen Jahrhundertspieler Walter Frosch, dem die Südkurve darüber hinaus eine Choreographie widmete.

Bei strömenden Regen ließen sich beide Teams nicht lange bitten: Marcel Halstenberg prüfte bereits nach 90 Sekunden Gäste-Keeper Horn mit einem satten Weitschuss. Auf der Gegenseite schlenzte Hector nach Getümmel im Strafraum auf das Tor, doch ein braun-weißes Abwehrbein fälschte die Kugel zur Ecke ab (3.). Kurz darauf musste Philipp Tschauner einen Schuss von Marcel Risse aus 18 Metern abwehren (5.). Die anschließende Ecke nutzten die Kölner zur Führung. Patrick Helmes fand Kevin Wimmers Kopf, der den Ball aus sieben Metern in die Maschen bugsierte (6.).

Unsere Jungs zeigten sich nach dem 0:1 nicht sonderlich geschockt, waren um die Spielkontrolle bemüht und suchten den Weg nach vorne. Die Rheinländer hingegen schalteten nach Ballgewinn schnell um und wurden bei ihren Kontern meist gefährlich. Apropos gefährlich: Beide Mannschaften setzten bei dem seifigen Untergrund auf flache Distanzschüsse, die für beide Torhüter nicht einfach zu entschärfen waren. Nachdem die Abschlüsse von Sören Halfar (15.) und Bernd Nehrig (15., 17.) aber kein Problem für Horn und Tschauner waren, hatten die Kiezkicker nach gut 20 Minuten die bislang beste Chance. Sebastian Schachtens Schlenzer aus rund 20 Metern konnte Horn nicht festhalten, Thy brachte die Kugel nach innen, wo Nehrig aus sechs Metern völlig frei zum Abschluss kam, doch der Kölner Keeper warf sich auf der Linie in den Schuss und konnte abwehren (20.).

Wenig später brannte es im Gäste-Strafraum nach einer Ecke schon wieder lichterloh: Markus Thorandt kam an das Leder, schoss aber den kurz vor der Torlinie stehenden Anthony Ujah an (26.). Im Gegenzug schlugen die Geißböcke zum zweiten Mal eiskalt zu. Halfar spielte Helmes an, der völlig frei vor Tschauni auftauchte und diesen mit einem Beinschuss überwinden konnte – 0:2 (27.)! Nun dauerte es rund fünf Minuten, bis der FC St. Pauli zur nächsten Torgelegenheit kam. Marc Rzatkowski setzte nach einem Eckball den Ball aus 15 Metern knapp über den Querbalken (35.). Während die Vrabec-Elf weiterhin engagiert zu Werke ging, warteten die Gäste abgeklärt auf weitere Torchancen. So setzte Helmes einen Freistoß glücklicherweise knapp neben den linken Pfosten (40.), ehe für die Boys in Brown mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause ging.

Zur zweiten Halbzeit nahm Cheftrainer Roland Vrabec zwei Wechsel vor. Für Marcel Halstenberg und Lennart Thy kamen Jan-Philipp Kalla und Florian Kringe, die sich in das neue 4-4-2 einordneten. Zunächst waren aber die Kölner gefährlich. Yannick Gerhardt (47.) und Sören Halfar (49.) vergaben aber ihre Kontergelegenheiten. Über Standardsituationen machten sich die Kiezkicker daran, dass Abwehrbollwerk der Geißböcke zu knacken. Nach einem Freistoß chippte Buchtmann den Ball in den Fünfer, wo die Kölner in höchster Not die Situation irgendwie klären konnten (54.). Die Szene wirkte wie ein Weckruf für unsere Jungs. Vier Minuten später spielte Fin Bartels Kalla am Elfmeterpunkt frei. Dieser zog direkt ab, doch die Gäste kratzten den Ball von der Linie (58.).

Auf der Gegenseite dann der Schock für Braun-Weiß: Sören Gonther riskierte als letzter Mann im Laufduell gegen Ujah mit einer Grätsche alles, traf den Kölner Angreifer am Knöchel, sodass Schiedsrichter Schmidt keine andere Wahl als die Rote Karte blieb (59.). In Unterzahl wurde es nun ganz schwer für unsere Jungs. Mit tollen Zuschauern im Rücken stimmten Einsatz und Leidenschaft weiterhin, so richtig gefährlich wurden allerdings nur die Domstädter. Helmes nagelte in der 66. Minute den Ball an den linken Pfosten. Coach Vrabec nahm seinen letzten Wechsel vor und schickte Sebastian Maier für Christopher Nöthe auf den Rasen (69.).

Knapp zehn Minuten vor Schluss machte der 1. FC Köln endgültig den Deckel auf die Partie: Einen Eckball von Mathias Lehmann ließ Tschauner durch die Hände gleiten. Gerhardt musste die Kugel nur noch in das leere Tor schießen. 0:3 (79.) – was für ein geschenkter Abend für Braun-Weiß. Doch das war kein Grund aufzugeben. Die Moral stimmte. Basti Maier knallte einen Freistoß aus 20 Metern an die Latte (80.). Es war die letzte nenneswerte Szene der Partie. Die Zuschauer begleiteten die Kiezkicker mit "You'll never walk alone" vom Platz.

 

FC St. Pauli: Tschauner – Schachten, Thorandt, Gonther, Halstenberg (46. Kalla) – Buchtmann – Rzatkowski, Bartels, Thy (46. Kringe), Nehrig – Nöthe (69. Maier)

Trainer: Roland Vrabec

 

1. FC Köln: Horn – Brecko, Wimmer, Maroh, Hector – Gerhardt, Lehmann, Risse (61. Peszko), Halfar – Ujah (82. Broeker), Helmes (71. Matuschyk)

Trainer: Peter Stöger

 

Tore: 0:1 Wimmer (6.), 0:2 Helmes (27.), 0:3 Gerhardt (79.)

Gelbe Karten: Schachten, Kalla – Lehmann, Peszko

Rote Karte: Gonther (59., Notbremse)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 29.063 (ausverkauft)

 

(jk)

Foto: Witters

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