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"St. Pauli wirkt sehr stabil"

Seit 2012 spielt Daniel Gordon beim Karlsruher SC. In der Abwehr der Badener ist der 30-Jährige eine feste Bank (85 Spiele, 5 Tore). Wir sprachen mit dem Innenverteidiger vor dem Spiel am Sonntag über die Relegation gegen den HSV, das alte Millerntor und Jamaika, die Heimat seiner Großeltern väterlicherseits.

Moin, Moin, Daniel! Eigentlich wollen wir keine alten Wunden aufreißen, aber wir hätten diese Saison doch gerne ein ganz bestimmtes Derby ausgetragen…

Das kann ich mir vorstellen (lacht).

Jetzt mal im Ernst: Wie steckt man eine solche Relegation weg?

So normal wie möglich. Wir sind danach auseinander gegangen und jeder ist in den Urlaub gefahren. Ich war mit der jamaikanischen Nationalmannschaft unterwegs. Natürlich denkt man immer mal wieder an Situationen zurück, die sehr ärgerlich und traurig waren. Aber wir gehen damit professionell um und schauen nur noch nach vorne.

Du hast es gerade schon angesprochen. Für Dich persönlich war die Sommerpause relativ kurz. Du warst bei der Copa America im Kader Jamaikas, bist aber nicht zum Einsatz gekommen...

Mein Anspruch war es schon, zum Einsatz zu kommen. Das hat leider nicht geklappt, was mich wie wohl jeden Profifußballer etwas enttäuscht hat. Es war aber schon klasse, Messi & Co. live zu erleben!

Wenig später stand Jamaika beim Gold Cup sogar im Finale – ohne Dich. Woran lag’s?

Ich hatte das schon während der Copa mit unserem Nationaltrainer Winfried Schäfer besprochen, dass ich nicht zur Verfügung stehe. Ich wollte mich der kompletten Vorbereitung mit dem KSC widmen und von Anfang an beim Team sein.

Welche Bezüge hast Du sonst noch zu Jamaika, dem Heimatland Deiner Großeltern väterlicherseits?

Meine Verwandtschaft ist überall, nur nicht auf Jamaika (lacht). Gerade was die Musik betrifft, bin ich sehr jamaikanisch groß geworden. Ich sag nur: Bob Marley! Und jedes Mal, wenn ich vor Ort bin, merke ich, dass mir die Mentalität doch sehr vertraut ist.

2012 bist zum Karlsruher SC in die 3. Liga gewechselt. Wie viele andere Spieler bei Euch im Kader scheinst Du Dich dort sehr wohl zu fühlen. Dafür spricht nicht zuletzt der sportliche Erfolg der letzten Jahre. Woran liegt’s aus Deiner Sicht?

Der KSC musste damals nach dem Abstieg in die 3. Liga einen Neuanfang starten und ein runderneuertes Team aufstellen. Auch für mich gab es die Chance, nach einem sportlich schlechten Jahr neu anzufangen. Die Dinge haben sich einfach gut entwickelt. Wir haben eine gute Mannschaft und das Trainerteam arbeitet sehr akribisch. Auch ich persönlich habe mich Jahr für Jahr verbessert. Und dass es sich in Karlsruhe sehr gut leben lässt, muss ich wohl nicht extra betonen.

Am Sonntag spielst Du schon zum neunten Mal in Deiner Karriere gegen den FC St. Pauli. Ist Dir ein Spiel vielleicht besonders in Erinnerung geblieben?

Schon zum neunten Mal? Krass, das war mir gar nicht bewusst. Auf die Spiele gegen St. Pauli habe ich mich immer gefreut – egal, ob zuhause oder am Millerntor. Das war bisher immer ein Highlight, gegen diesen Traditionsverein anzutreten.

Es gibt nicht mehr viele Spieler, die von sich behaupten können, im alten Millerntor-Stadion aufgelaufen zu sein. Bei Dir war das im August 2006 mit Borussia Dortmund II der Fall. Unser Stadion ist mit dem Neubau der Nord fertig. Wie hast Du als Spieler der jeweiligen Gastmannschaft den Veränderungsprozess wahrgenommen?

An das alte Millerntor erinnere ich mich sehr gut. 18.000 Fans in der Regionalliga, Regen, steife Brise. Das war geil. Der absolute Wahnsinn war aber das Clubheim: Um in die Kabinen zu kommen, musste man dort durchlaufen. Natürlich habe ich im Laufe der Jahre als Spieler die Entwicklung mitbekommen und ich denke, man hat beim neuen Millerntor noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Kommen wir zur neuen Saison. Ihr habt zum Auftakt bei der SpVgg Greuther Fürth durch ein Last-Minute-Tor verloren. Welche Rückschlüsse kann man überhaupt nach einem Spiel ziehen?

Wir haben das Spiel analysiert und ich muss klar sagen, dass wir ein schlechtes Auswärtsspiel abgeliefert haben, bei dem wir nicht unseren besten Tag hatten. Wir werden jetzt sicher nicht alles über Bord werfen. Wir arbeiten an unseren Fehlern, gehen optimistisch in das Spiel und werden 90 Minuten Vollgas geben.

Wie schätzt Du die 2. Bundesliga ein?

Die Liga ist noch ein Stückchen enger zusammengerückt. Die Qualität ist sicher gestiegen. Auch in dieser Saison werden oft wieder Kleinigkeiten entscheiden. Das haben wir letzten Samstag gegen Fürth ja schon zu spüren bekommen.

Und welches Spiel werden wir am Sonntag zu sehen bekommen?

St. Pauli wirkt sehr stabil. Nach letzter Saison haben die Kiezkicker auch etwas gut zu machen. Es wird ein sehr kampfbetontes Spiel. Wir sind aber vorbereitet und werden alles investieren, damit wir am Ende mit unseren Fans den ersten Heimsieg der Saison feiern können.

Danke für das Gespräch, Daniel!

 

(jk)

Foto: Witters

 

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