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„Fussball in Trümmern“: Begeisterte Resonanz, Rahmenprogramm und Führungen

Mit über 200 Exponaten auf 600 Quadratmetern zeigt die neue Ausstellung „Fußball in Trümmern. FC St. Pauli im ‚Dritten Reich’“ kaum gekannte Seiten des „Magischen FC“. Noch bis 10. Dezember kann sie täglich ab 11 Uhr im Museum in der Gegengerade besichtigt werden. Ein spannendes Rahmenprogramm, Führungen und Workshops runden das Bild ab.

Nach der ersten Ausstellungswoche ist die Resonanz mehr als positiv: „Was für eine tolle Ausstellung!“, lobt nicht nur FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich. „Beeindruckende visuelle Eindrücke“ hebt das „Hamburger Abendblatt“ hervor, und das „Hamburger Wochenblatt“ findet die bislang aufwändigste Ausstellung der Macher von 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. „eindrucksvoll und schonungslos“.

Dass für die Ausstellung nicht nur Einzeltickets, sondern auch Dauerkarten angeboten werden, hat seinen guten Grund: Es gibt so viel zu entdecken, dass der wiederholte Besuch lohnt. Von bewegten Bildern des zerbombten Stadtteils St. Pauli über seltene historische Dokumente bis hin zu spektakulären Fotowänden reicht das Spektrum der Exponate.

Als das wohl meist fotografierte stellt sich schon jetzt das älteste noch erhaltene FC St. Pauli-Trikot heraus. Gregor Hansen aus der 3. Mannschaft der Kiezkicker trug es ab 1939. 1944 verschwand Hansen spurlos in der Schlacht um Stalingrad.

Auch hier zeigt sich, was die AutorInnen des „Magischer FC Blog“ beschreiben – und zugleich eine „dringende Besuchsempfehlung“ aussprechen:­ „Es ist die ganz große Stärke der Ausstellung, die belanglose Alltäglichkeit des Hamburger Fußballs in schockierender Weise mit den Ereignissen auf europäischer oder globaler Ebene in Verbindung zu setzen.“

Auch das Foyer des Museums wird in die Ausstellung einbezogen. Hier finden die Veranstaltungen des Rahmenprogramms statt. Die nächsten Highlights sind öffentlich: Am Sonnabend (18.11., 18 Uhr - also am Vorabend des Heimspiels gegen Regensburg) spricht der Kulturwissenschaftler Chucky Goldstein über „Hooligans und Rasenball – zur Gegenwart des Antisemitismus im Fußball nach 1945.“ „Antisemitismus ist mitnichten verschwunden oder gar effektiv bekämpft“, so Goldsteins Analyse: „Gerade im Fußball ... tritt er als Ideologie auf, um die dem kapitalistischen System innewohnenden Widersprüche zu kaschieren.“

Ein erschütterndes Beispiel der Fußball- und zugleich NS-Geschichte ist der Film „Liga Terezin“ am Donnerstag (7.12., 19 Uhr): Das KZ Theresienstadt diente den Nazis als „Vorzeigeghetto“. Es war das einzige Lager mit einer Fußballliga, in der Gefangene gegeneinander spielten; die Nazis nutzten Filmaufnahmen davon für ihre Propaganda. Zum Film- und Diskussionsabend im Museumsfoyer gibt es einführende Worte von Veronika Springmann (Humboldt-Universität Berlin). Der Titel ihrer Doktorarbeit lautet: Gunst und Gewalt - Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Vizepräsident Reinher Karl bei der Vernissage.

Vizepräsident Reinher Karl bei der Vernissage.

Für Fanclubs, Vereinsabteilungen und Gruppen aller Art werden übrigens auch Führungen angeboten. Terminanfragen bitte per E-Mail an info@1910-museum.de. Jeden Sonnabend um 12 Uhr startet zudem eine spezielle Stadionführung begleitend (und inklusive Eintritt zur) Ausstellung.

Karten für die Spezial-Stadionführung gibt es für 12 Euro (8,50 Euro ermäßigt) im FC St. Pauli Kartencenter (0 18 06 / 99 77 19).

Mehr über Ausstellung und Rahmenprogramm: KLICK!

Tickets für die Sonderführungen mit Ausstellungsbesuch: KLICK!

Website zum Film „Liga Terezin“: KLICK!

 

(cn)

Fotos: Sabrina Adeline Nagel


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