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"Die mentale Qualität jedes einzelnen Spielers wird extrem wichtig sein"

Für unsere Kiezkicker geht die Saison am Sonntag (17.5., 13:30 Uhr) nach zwei Monaten Pause aufgrund der Corona-Pandemie mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg weiter. Zum Start in die Woche stellte sich unser Cheftrainer Jos Luhukay den zahlreichen Fragen der Hamburger Pressevertreter. Dabei sprach unser Coach ausführlich über…

…die letzten Wochen in der Corona-Krise: "Es herrschte eine Ungewissheit für uns alle. Man konnte die Situation schwer einschätzen und wurde täglich mit all den Problemen, die das Virus mit sich gebracht hat, konfrontiert. Es war eine intensive Zeit, in der man sich Gedanken und Sorgen gemacht hat. Nicht nur um sich selbst, sondern auch um die Familie, Freunde und um alle Menschen."

…die aktuelle Situation und die womöglich schwierigste Aufgabe seiner Trainerlaufbahn: "Vor zwei Monaten waren wir als Team gut drauf, die Mannschaft hatte gute Leistungen gezeigt und dann kam die Corona-Pause. In der ganzen Welt hat sich in den zwei Monaten so viel verändert und alle hoffen, schnell wieder zur Normalität zurückzukehren. Ich glaube, dass das aber noch eine Weile dauern wird, hoffe aber, dass das in naher Zukunft der Fall sein wird. Dafür müssen wir uns alle aber sehr disziplinieren und uns trotz der Lockerungen an die Vorschriften halten."

…die Vorbereitung auf einen Gegner, den man aufgrund der langen Pause nur schwer beurteilen kann: "Es wird für uns wichtig sein, dass wir uns sehr intensiv mit unserem eigenen Plan auseinandersetzen, um am Sonntag im ersten Spiel wieder an unsere Leistungen anknüpfen zu können. Wir schätzen und respektieren den Gegner. Wie, mit welchen Spielern und mit welcher taktischen Formation Nürnberg aufläuft, kann man nicht so sicher sagen wie noch vor der Corona-Krise. Wir fokussieren uns komplett auf unsere Spielweise, um gut vorbereitet zu sein."

…die besonderen Bedingungen am Sonntag für das Trainerteam: "Ein großes Kompliment an mein Trainerteam und an alle Verantwortlichen, die extrem intensiv die Rahmenbedingungen so gut wie möglich umgesetzt haben, damit wir uns bestmöglich auf das erste Spiel vorbereiten können. Es ist eine sehr große Herausforderung für mein gesamtes Team. Wir müssen uns aber nicht verdrehen, wie wir uns an der Seitenlinie aufstellen und äußern werden. Emotionen gehören zum Fußball dazu. Wichtig ist, dass man während des Spielgeschehens versucht, die Mannschaft so gut wie möglich zu coachen. Für uns alle ist es eine neue Situation, die wir so noch nicht erlebt haben. Für alle Vereine gilt: Ab Sonntag geht es wieder um Punkte und um Ziele, die man am Ende erreichen will. Es ist noch nichts entschieden."

…die kurze Zeit mit Mannschaftstraining vor dem Liga-Neustart: "Aus Trainersicht hätte man gerne etwas mehr Zeit gehabt, aber ich glaube, dass die Spieler sehr froh sind, wieder im Mannschaftstraining zu sein und auch wieder spielen zu können. Hinsichtlich der Verletzungsgefahr hoffe ich natürlich, dass die Zeit für das erste Spiel reicht und man diese Woche mit dem Mannschaftstraining so gestalten kann, dass das Team die Belastung für Sonntag und die Wochen danach aushalten kann."

Jos Luhukay und sein Team vor dem ersten Mannschaftstraining am vergangenen Donnerstag (7.5.).

Jos Luhukay und sein Team vor dem ersten Mannschaftstraining am vergangenen Donnerstag (7.5.).

…die aktuelle körperliche Verfassung seiner Mannschaft: "Wir haben sieben Wochen als Team nicht miteinander trainieren können, in den vergangenen fünf Wochen haben wir in kleinen Gruppen trainiert. Wir haben gemeinsam viel in den Bereichen Ausdauer, Kraft und Stabilisation gearbeitet. Die Basis ist gut, aber bis zur vergangenen Woche konnten wir keine Spielformen mit Zweikämpfen durchführen. Diese Woche ist jetzt ganz wichtig, um wieder in den Rhythmus und in eine gute Form zu kommen. Man kann aber noch nicht sagen, wo man am Sonntag stehen wird. Das gilt allerdings für alle Mannschaften, die sich so gut wie möglich auf den Tag X vorbereitet haben. Der ist nun am Sonntag. Es wird spannend und das Gesamtpaket ist eine große Herausforderung."

…die siebentägige Vorbereitung im Hotel und die daraus resultierende mögliche Belastung für die Spieler: "Dass wir nun für eine Woche in Quarantäne müssen, ist natürlich neu für uns alle. Sonst kommen wir ja erst am Tag vor einem Spiel zusammen. Innerhalb der Mannschaft gibt es eine große Harmonie und Geschlossenheit, die Stimmung und Atmosphäre werden wir Tag für Tag in eine positive Richtung lenken. Damit ist uns allen geholfen, sodass wir Spaß und Freude haben und keinen Lagerkoller bekommen."

…die personelle Situation: "Christopher Buchtmann fällt für die restliche Saison auf jeden Fall aus. Er wird sich voll auf die nächste Saison konzentrieren und liegt nach seiner OP voll im Plan. Er hat keinen Druck und soll Schritt für Schritt zu seiner alten Stärke zurückfinden. Christian Conteh war lange verletzt, hatte letzte Woche Probleme mit dem Oberschenkel der anderen Seite und konnte das Mannschaftstraining nicht aufnehmen. Er fällt weiterhin aus und absolviert ein individuelles Programm. Da müssen wir uns noch gedulden und ihm die Zeit geben. Philipp Ziereis hat aufgrund einer Innenbandreizung in der vergangenen Woche ein paar Tage ausgesetzt. Je nach Verlauf soll er vielleicht am Donnerstag wieder das Training aufnehmen. Bei Henk Veerman sieht es sehr positiv aus, er hat keine Probleme mehr mit seiner Schulter und konnte in den vergangenen fünf Wochen alles mitmachen. Er hat in den Spielformen keinen ängstlichen Eindruck auf mich gemacht. Christopher Avevor war seit Anfang August und damit neun Monate ohne Mannschaftstraining und ohne Spiele. Für Sonntag ist sein Einsatz daher nicht realistisch. Er ist in den vergangenen Wochen aber sehr positiv durch seine Reha-Maßnahmen gekommen. Er muss erst noch seinen Rhythmus finden, um nach der schweren Zeit irgendwann wieder eine Alternative zu sein."

Henk Veerman hat seine Schulterverletzung während der Corona-Pandemie auskuriert und konnte das komplette Mannschaftstraining mitmachen.

Henk Veerman hat seine Schulterverletzung während der Corona-Pandemie auskuriert und konnte das komplette Mannschaftstraining mitmachen.

…die bisherigen Startschwierigkeiten seiner Mannschaft im Sommer und nach der Winterpause: "Ich wünsche mir natürlich, dass wir gut starten und in den ersten Spielen punkten werden. Wie der Start aber verlaufen wird, kann man nicht sagen. Nicht nur allein die Qualität der Spieler, sondern auch der mentale Bereich wird dabei eine große Rolle spielen. Sonst kommen wir immer aus der Kabine und es sind knapp 30.000 Fans im Stadion. Das wird am Sonntag nicht so sein, die Ränge werden leer bleiben. Die mentale Qualität jedes einzelnen Spielers wird extrem wichtig sein. Trotz der nicht vorhandenen Kulisse muss man sich absolut fokussieren und bis zur letzten Minute konzentriert sein. Wir werden noch am Millerntor trainieren, um so zu versuchen, ein Gefühl für ein leeres Stadion zu bekommen. Das wird in der Vorbereitung auf das Spiel wichtig sein."

…mögliche Überraschungen, die nach dem Neustart passieren können: "Die Vereine, die im oberen Bereich stehen, werden am Ende auch um den Aufstieg spielen. Danach folgt ein breites Mittelfeld. Mit Blick auf die Punkte ergibt sich ein großes Spannungsfeld – sowohl bei den Aufstiegsplätzen als auch bei den Abstiegsrängen. Für uns alle wird es ein hartes Stück Arbeit dahinzukommen, wo man gerne hin will."

…mögliche Fan-Ansammlungen am Sonntag vor dem Millerntor-Stadion: "Ich habe dazu noch nichts gehört, wünsche mir aber, dass sich unsere Fans das Spiel im Fernsehen anschauen können. Mit Blick auf die zuvor erwähnte Einhaltung der Vorschriften wünsche ich mir, dass sich auch unsere Fans daran halten. Das ist extrem wichtig für uns alle."

…einen möglicherweise anderen Fußball nach der langen Pause: "Alle Spiele finden in leeren Stadien statt. Ich kann nicht einschätzen, wie einzelne Mannschaften oder einzelne Spieler damit umgehen werden. Die Motivation und der Antrieb durch die Fans müssen jetzt von einem selber kommen."

…den sportlichen Wert der Fortsetzung der Saison: "Wir stehen zwar auf einem gesicherten Tabellenplatz, man kann sich aber dennoch nicht zu sicher fühlen. Aus sportlicher Sicht gilt es, erst einmal die Klasse zu sichern. Wir müssen schnell in Form kommen, um schnell die Punkte zu holen und den Liga-Verbleib frühzeitig zu sichern."

 

(hb)

Fotos: Witters

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