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„Das war natürlich ein ganz besonderer Moment für mich“

Hinter Keeper Robin Himmelmann, der nicht eine Minute verpasst hatte, avancierte Christopher Avevor in der Saison 2017/18 zum Dauerbrenner beim FC St. Pauli - lediglich 201 Minuten verpasste der Innenverteidiger. Mit der persönlichen Bilanz wollte sich der 26-Jährige aber nicht zufriedengeben, weil die abgelaufene Spielzeit einfach nicht wie gewünscht verlief. Mit mehr Konstanz und Konsequenz hätten sich die Braun-Weißen laut Avevor „eine Menge Stress“ ersparen können.

Die Saison 2017/18 begann für Christopher Avevor nicht wie gewünscht: Beim 1:0-Auftaktsieg in Bochum stand er nicht im Kader, beim ersten Heimspiel gegen Dresden folgte ein Kurzeinsatz. Ab dem dritten Spieltag stand der Innenverteidiger dann aber jedes Mal in der Startelf, ab Spieltag vier verpasste er keine Minute mehr. Avevor, der Dauerbrenner unter den braun-weißen Feldspielern. „Ich bin natürlich froh, so viele Spiele gemacht zu haben“, so der Abwehrspieler auf seine Bilanz angesprochen.

Während seine Nebenmänner Lasse Sobiech, Marc Hornschuh und Clemens Schoppenhauer im Laufe der Saison verletzungsbedingt teils mehrere Monate lang pausieren mussten, blieb „Jackson“ vom Verletzungspech verschont. „Wenn man so viel spielt, ist es normal, mit dem einen oder anderen Wehwehchen aus den Spielen zu kommen“, erklärte Avevor, dessen Einsatz bei manchen Spielen auf der Kippe gestanden hatte. Allerdings konnte der überaus fair agierende Innenverteidiger (nur eine Gelbe Karte in der Saison 2017/18) jedes Mal grünes Licht geben und auflaufen.

Neben der täglichen Pflege und Behandlung durch die FCSP-Physiotherapeuten nahm der 26-Jährige in seiner Freizeit zudem die Hilfe eines Heilpraktikers in Anspruch. „Mit ihm habe ich viel an meiner Gesamtstatik gearbeitet. Das hat mir sehr geholfen“, freute sich Avevor, ohne größere Verletzungen durch die Saison gekommen zu sein.

Obwohl er hinter Keeper Robin Himmelmann, der nicht eine Minute gefehlt hatte, die meiste Einsatzzeit vorweisen konnte, zeigte sich der Innenverteidiger insgesamt unzufrieden: „Ob viel oder wenig Einsatzzeiten – keiner von uns kann nach der Saison zufrieden sein. Ich kann und will mit meiner persönlichen Bilanz nicht zufrieden sein, weil wir den Ansprüchen, die wir uns als Mannschaft gesetzt haben, nicht gerecht geworden sind.“

Große Freude herrscht beim Innenverteidiger allerdings, wenn er an das Heimspiel gegen Holstein Kiel zurückdenkt. Die Braun-Weißen, die zuvor dem späteren Aufsteiger 1. FC Nürnberg (0:0) einen Zähler abgeknöpft und beim FC Ingolstadt (1:0) gesiegt hatten, konnten mit einem Sieg gegen den Tabellendritten Kiel den Abstand auf drei Punkte verkürzen, was auch dank Avevor gelingen sollte. „Das war natürlich ein ganz besonderer Moment für mich und mein Highlight der Saison“, beschreibt Christopher Avevor die Schlussminute, als er eine Neudecker-Ecke kurz vor dem Abpfiff zum Siegtreffer in die Maschen köpfte.

Christopher Avevor beim Torjubel nach seinem Siegtreffer gegen Holstein Kiel.

Christopher Avevor beim Torjubel nach seinem Siegtreffer gegen Holstein Kiel.

„Wir wussten vor dem Spiel, dass es unsere letzte Chance sein würde, den Blick noch einmal nach oben richten zu können“, fügte der 26-Jährige, der seit dem 3:2-Sieg gegen Dresden im Oktober 2012 erstmals wieder treffen sollte, hinzu. Der Blick nach oben war nur von kurzer Dauer, denn der Heimsieg gegen Kiel war bis zum 32. Spieltag der vorerst letzte dreifache Punktgewinn. In Düsseldorf verloren die Kiezkicker mit 1:2, zudem folgten drei Remis gegen Braunschweig, Kaiserslautern und Sandhausen. Der Abstand wuchs binnen vier Wochen von drei auf acht Zähler an.

„Bei jedem Remis war mehr drin. Wir hätten die Spiele für uns entscheiden müssen, haben es aber verpasst. Da hat uns die letzte Konsequenz gefehlt, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive“, nannte Avevor den Hauptgrund für das Platzen der zwischenzeitlich aufkeimenden Aufstiegshoffnungen. „Mit mehr Konstanz hätten wir uns eine Menge Stress ersparen können“, fügte Jackson hinzu.

So ging’s für die Kiezkicker in der Schlussphase der Saison gegen den Abstieg. Dieser konnte – auch dank der Maßnahme, vor den letzten beiden Heimspielen gegen Fürth und Bielefeld unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu trainieren – abgewendet werden. „Die Maßnahme hatte einen absolut positiven Effekt. Wir haben den Fokus komplett auf uns und das nächste Spiel gerichtet. Rückblickend war es ein ganz wichtiger Schritt, um als Mannschaft noch enger zusammenzurücken“, so Avevor, der „sehr erleichtert“ war, als nach dem Heimsieg gegen Bielefeld der Klassenerhalt gesichert werden konnte.

Was die nächste Saison bringen wird, konnte der Innenverteidiger, der nach der USA-Reise des FC St. Pauli privat noch einige Tage in Miami verbrachte und mit Philipp Ziereis und Ex-Kiezkicker Lennart Thy eine Motorrad-Tour durch Amerika folgen ließ, noch nicht beantworten. Unsere Nummer 6 stellte abschließend aber klar: „Abstiegskampf will keiner, eine Saison wie die abgelaufene wünscht sich niemand. Wir gehen nicht mit dem Ziel, uns über Wasser zu halten, in die neue Saison.“

Wenn „Jackson“, den Sportchef Uwe Stöver als „einen der Gewinner“ der abgelaufenen Saison bezeichnete, auch 2018/19 wieder so oft zum Einsatz kommt und die Kiezkicker die neue Spielzeit erfolgreicher gestalten können, wird er im Sommer 2019 sicherlich auch zufriedener zurückblicken.

Christoph Avevor (re.) fehlte 2017/18 lediglich 201 Minuten und war damit der FCSP-Feldspieler mit der meisten Einsatzzeit. Daniel Buballa (li.) verpasste 532 Minuten und belegte hinter Avevor Platz zwei.

Christoph Avevor (re.) fehlte 2017/18 lediglich 201 Minuten und war damit der FCSP-Feldspieler mit der meisten Einsatzzeit. Daniel Buballa (li.) verpasste 532 Minuten und belegte hinter Avevor Platz zwei.

(hb)

Fotos: Witters

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