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Erst Allagui, dann Buchtmann - Kiezkicker mit Last-Minute-Heimsieg gegen Sandhausen

Was für ein Finish! In den Schlussminuten hat der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen den SV Sandhausen mit 3:1 (1:0) gewonnen. Im ausverkauften Millerntor-Stadion hatte Dimitrios Diamantakos zunächst die Führung erzielt (17.), Kevin Behrens glich für den SVS aus (73.). Der eingewechselte Sami Allagui (90.) und Christopher Buchtmann (90.+4) machten den Heimsieg mit zwei späten Toren perfekt.

Nach sieben Zählern aus der zurückliegenden Englischen Woche nahm Cheftrainer Markus Kauczinski gegen den SV Sandhausen eine Veränderung in der Startelf vor: Im Vergleich zum jüngsten 0:0 im Derby rückte Ryo Miyaichi für Cenk Sahin in die Startelf. Bei optimalen äußeren Bedingungen (13 Grad und viel Sonnenschein) starteten unsere Kiezkicker richtig gut in die Partie. Viel ging in den ersten Minuten über Miyaichis rechte Seite, der erste gute Angriff dann aber über links. Mats Møller Dæhli machte viel Tempo, legte zu Marvin Knoll, dessen Pass in die Schnittstelle zurück zu Møller Dæhli konnten die Gäste allerdings gerade noch blocken (8.). Nur 120 Sekunden später bediente Jeremy Dudziak den durchgestarteten Knoll, der aus spitzem Winkel jedoch an SVS-Keeper Niklas Lomb scheiterte (10.).

Weiter ging’s in Richtung Nordtribüne, in Richtung SVS-Gehäuse. Knoll steckte zum freistehenden Dimitrios Diamantakos durch, das Zuspiel aber etwas zu steil (11.). Auf der Gegenseite musste Robin Himmelmann erstmals eingreifen, bzw. an der Strafraumkante mit dem Kopf klären. Der etwas zu kurz geratene Klärungsversuch landete bei Denis Linsmayer. Dieser setzte das Leder aber deutlich drüber (15.). Im vierten braun-weißen Anlauf zappelte der Ball dann aber im Netz der Gäste! Christopher Buchtmann spielte das Leder in den Lauf von Dudziak, der im Strafraum die Übersicht behielt und auf Diamantakos querlegte. Der Angreifer hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuschieben – 1:0 (17.)!

Die Braun-Weißen dann mal mit einem Konter: Über Dudziak, Buchtmann und Møller Dæhli kam das Leder auf der linken Seite wieder zu Buchtmann. Dessen flache Hereingabe hätte in Knoll einen dankbaren Abnehmer gefunden, doch Markus Karl konnte die Situation gerade noch bereinigen (25.). In der Folgezeit hatten die Gäste zwar etwas mehr Ballbesitz, konnten gegen die kompakte FCSP-Defensive aber kein Mittel finden. Dann hatte Philipp Klingmann auf der rechten Seite doch mal zu viel Zeit, seine Hereingabe landete bei Fabian Schleusener, dessen Kopfball aus neuen Metern für Himmelmann aber kein Problem (38.).

Kurz vor der Pause noch mal der SVS: Nach langem Ball auf Schleusener, der im Duell mit Daniel Buballa zu Fall kam, Schiedsrichter Robert Kempter ließ aber weiterspielen, zog Klingmann aus halbrechter Position ab. Christopher Avevor warf sich aber erfolgreich dazwischen (45.) – so ging’s mit dem 1:0 in die Kabinen.

Unsere Kiezkicker kamen sowohl personell als auch taktisch unverändert auf den Millerntor-Rasen zurück, SVS-Coach Kenan Kocak nahm einen Wechsel vor. Der offensive Felix Müller ersetzte Abwehrspieler Jesper Verlaat. Die Gäste stellten auch taktisch um, Sandhausen nun mit einer Vierer- statt Fünferkette und einem Mittelfeldspieler mehr. Unsere Kiezkicker mit der ersten Halbchance in Durchgang zwei: Eine Buballa-Hereingabe von der linken Seite flog zwar an Freund und Feind, aber auch nur knapp am langen Pfosten vorbei (51.).

Die Gäste legten wenig später den Vorwärtsgang ein, erneut war es Klingmann, der zum Abschluss kommen sollte. Sein 15-Meter-Schuss ging aber deutlich daneben (54.). Kurz darauf wurde es richtig brenzlig für unsere Kiezkicker: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam Philipp Förster am langen Pfosten zum Abschluss, Himmelmann verhinderte mit einer starken Fußabwehr den Ausgleich (56.). Augenblicke später probierte es Schleusener erst per Hacke, ehe dieser das Leder bei der anschließenden Ecke mit einem Volleyschuss aus zehn Metern nur hauchdünn neben den linken Pfosten setzte – einmal gaaanz tief durchatmen (57.).

Die Braun-Weißen mussten wieder aktiver werden und mehr nach vorne machen, konnten zunächst aber keine Lücke in der SVS-Defensive finden. Kauczinski reagierte und schickte Henk Veerman für Diamantakos (72.) auf den Rasen. Kaum war dieser auf dem Platz, jubelten die Gäste. Müller brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld gefährlich in den Strafraum, der eingewechselte Kevin Behrens touchierte das Leder noch leicht und so zappelte der Ball zum 1:1 im Netz (73.).

Sandhausen blieb am Drücker und kam nur 60 Sekunden später fast zum zweiten Treffer. Nach Linsmayer-Flanke von der linken Seite kam Behrens am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball. Weil der Angreifer das Leder nicht richtig traf, setzte er es neben das FCSP-Gehäuse (74.). In der Drangphase des SVS dann aber mal wieder unsere Kiezkicker: Veerman setzte sich nach einem langen Ball erst stark durch, scheiterte dann aber an Lomb. Der mitgelaufene Buchtmann setzte gut nach und legte für Veerman auf. Kurzer Haken, Schuss mit links, knapp rechts vorbei (78.).

Vier Zeigerumdrehung später erneut unsere Boys in Brown: Der Ball kam rechts in den Strafraum zu Møller Dæhli, der aus aussichtsreicher Position erst zu lange zögerte und dann verzog (82.). Für die Schlussminuten schickte Kauczinski mit Sami Allagui für Johannes Flum dann einen weiteren Angreifer auf den Rasen. Kaum auf dem Platz rutschte dieser nur knapp an einem 17-Meter-Volleyschuss des zuvor ebenfalls eingewechselten Richard Neudecker vorbei (87.).

Sollte es bei der Punkteteilung bleiben? Nein! Allagui erhielt in der gegnerischen Hälfte den Ball und spielte zu Veerman. Dieser legte traumhaft mit der Hacke in den Lauf des durchgestarteten Allagui und der ließ Lomb im Kasten des SVS mit einem platzierten Flachschuss in die rechte Ecke keine Chance - 2:1 (90.). Erneuter Last-Minute-Wahnsinn am Millerntor!

Aber das war noch nicht alles! Allagui und Neudecker verpassten gegen Lomb zunächst noch den dritten Treffer, die Situation blieb aber heiß. Neudecker bediente den nachgerückten Buchtmann und der verwandelte zum viel umjubelten 3:1-Endstand (90.+4)

FC St. Pauli

Himmelmann – Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa – Flum (86. Allagui), Knoll – Miyaichi (76. Neudecker), Buchtmann, Møller Dæhli – Diamantakos (72. Veerman)

Cheftrainer: Markus Kauczinski

 

SV Sandhausen

Lomb – Klingmann, Kister, Karl, Verlaat (46. Müller), Paqarada – Kulovits (68. Vollmann), Linsmayer – Förster – Schleusener, Wooten (56. Behrens)

Cheftrainer: Kenan Kocak

 

Tore: 1:0 Diamantakos (17.), 1:1 Behrens (73.), 2:1 Allagui (90.), 3:1 Buchtmann (90.+4)

Gelbe Karten: Miyaichi, Dudziak / Kister, Verlaat, Förster

Schiedsrichter: Robert Kempter

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

 

(hb)

Fotos: Witters

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