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Antidiskriminierungsarbeit täglich fortsetzen

Die Laudatio von Herbert Grönemeyer war hervorragend, die Medienresonanz riesig und der Preis absolut verdient. Mit der Vergabe des Julius-Hirsch-Preises durch den Deutschen Fußball Bund (DFB) an den Fanladen St. Pauli im Oktober 2016 wurde eine Projektwoche rund um den Holocaustgedenktag ausgezeichnet, aber auch die antirassistische Arbeit des Fanladens gewürdigt.

Im Jahr 2010 hatten sich Justus Peltzer vom Fanladen sowie Heiko Schlesselmann und Gregor Backes Gedanken darüber gemacht, wie man das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, das auf einer Tafel vor der Südkurve zum Ausdruck gebracht wird, noch weiter mit Leben füllen kann. „Wir haben uns entschieden zum internationalen Holocaustgedenktag am 27. Januar Aktionen durchzuführen“, erzählt Justus. Diese waren äußerst vielfältig: Neben einer Kranzniederlegung waren es Zeitzeugengespräche, Lesungen, Infoveranstaltungen über rechte Codes und Symbole – die antirassistische Arbeit des Fanladens hat etliche Facetten.

Den Julius-Hirsch-Preis erhielt der Fanladen nun für eine Aktionswoche, die im Februar 2016 mit der Trikotaktion „Kein Fußball den Faschisten“ beim Spiel gegen Leipzig ihren Abschluss fand. „Als ich dann die Ausschreibung für den Julius-Hirsch-Preis gesehen habe, dachte ich, dass unsere Aktionswoche da vielleicht gute Chancen haben könnte“, berichtet Justus. Und er sollte Recht behalten. Im August wurde der Fanladen vom DFB über den Gewinn des Preises informiert. „Das ist natürlich eine Bestätigung unserer Arbeit, über die wir uns freuen. Ich gehe nicht davon aus, dass sich bei uns durch den Preis in der täglichen Arbeit etwas verändern wird, aber der Julius-Hirsch-Preis und die Resonanz darauf hilft natürlich die gesamte Diskussion um Antidiskriminierungsarbeit zu versachlichen. Uns hängt ja so ein bisschen der Makel an, dass wir das ja schon aufgrund des Vereins machen müssen. Darüber wird dann aber leicht vergessen, dass wir diese Arbeit tagtäglich fortführen müssen, denn die aktuelle politische Entwicklung zeigt, dass Antidiskriminierungsarbeit wichtiger denn je ist.“

An die Auszeichnung ist auch ein Geldpreis gekoppelt. „Diese Mittel werden wir als Grundstock für unsere Antidiskriminierungsarbeit nehmen, um auch weiterhin verschiedene Aktionen und Projekte durchzuführen“, sagt Justus. Für den Sommer ist eine Reise in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz geplant. Die 20 Plätze waren schnell vergeben, die Nachfrage viel höher als das Angebot. Für den Fanladen ist auch das Bestätigung für die Arbeit und Ansporn dort immer weiter zu machen, denn es bleibt dabei: Nie wieder!

Weitere Infos zur Preisverleihung findet Ihr auch auf der Seite unseres Fanladens: KLICK!

 

(cp)

Foto: Fanladen St. Pauli

 


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