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Kapitän Bernd Nehrig: "Man braucht Zeit, um alles zu verinnerlichen"

Kurz vor Weihnachten ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um die vergangenen 18 Spiele noch einmal Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das zu wagen, was im kommenden Jahr auf unsere Boys in Brown zukommt. Kapitän Bernd Nehrig blickte nicht nur auf die turbulente Hinrunde zurück, sondern auch auf die anstehende zweite Saisonhälfte voraus.

Der abschließende 2:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum am Montagabend (18.12.) setzte den erfreulichen Schlusspunkt unter eine in den letzten Zügen eher durchwachsene Hinrunde. Bernd Nehrig war beim positiven Jahresabschluss zum Zuschauen verdammt, ein Anriss des Deltabandes im Sprunggelenk hatte einen Einsatz unmöglich gemacht. Er zeigte sich absolut zufrieden mit dem Auftritt seiner Kollegen und erklärte: „Nach der ordentlichen Leistung gegen Duisburg wollten wir unbedingt einen Heimsieg hinterherschieben - als Dankeschön für die Fans und als Verabschiedung in die Winterpause. Auch uns tut das gut, mit diesem Gefühl rauszugehen und ein bisschen abschalten zu können. Das fällt einem nach so einem Erfolgserlebnis einfach leichter.“

Gegen Bochum endete das Fußballjahr 2017 mit der ersten Begegnung der Rückrunde, das Hinspiel beim VfL hatte Ende Juli die Zweitliga-Saison eingeläutet. Auch tief im Westen gelang unseren Kiezkickern im Juli mit einem 1:0 ein Erfolg. Nehrig zum guten Start in die Spielzeit: „Wir wissen den Verlauf der Hinrunde einzuschätzen. Zu Beginn ist es sehr gut losgegangen. Da konnten wir vielleicht auch den Flow aus der erfolgreichen Rückrunde der Vorsaison mitnehmen und umsetzen.“

Nach neun Spieltagen, die Kiezkicker hatten sich mit 2:0 bei Eintracht Braunschweig durchgesetzt, standen die Boys in Brown mit 16 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Der Rückstand auf Relegationsplatz drei: Gerade mal ein Pünktchen. Acht sieglose Spiele und einen Trainerwechsel später stand der FC St. Pauli zum ende der Hinrunde mit 21 Punkten nur noch auf Rang 15. Der Kapitän hatte auch zu diesen Zahlen eine klare Meinung und betonte: „Mich interessiert der Tabellenplatz gar nicht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das keine Rolle spielt. Eine Saison hat nunmal 34 Spieltage. Fakt ist, dass wir schon etwa doppelt so viele Punkte haben wie im Vorjahr, das ist positiv. Negativ ist jedoch, dass es weitaus besser hätte laufen können.“

Nach den erfolgreichen ersten Wochen erhielt die Mannschaft einen Dämpfer nach dem anderen. „Nach dem Sieg in Braunschweig kam eine Phase, in der wir nicht schlecht gespielt haben, in der aber die letzten Prozente gefehlt haben, um die notwendigen Dreier einzufahren. So ging es oftmals nur unentschieden oder mit einer knappen Niederlage aus“, so Nehrig rückblickend.

"Im Trainingslager haben wir viel Zeit, um genau das zu trainieren, was sich der Trainer vorstellt."
Bernd Nehrig

Absolute Highlights der Hinrunde zu nennen, fiel dem Abräumer vor der Abwehr schwer. „Es gibt in jedem Spiel absolute Höhen und absolute Tiefen. Das zieht sich durch die ganze Saison. Natürlich kann man sagen, dass die Spiele Fürth und Bielefeld absolute Tiefpunkte und klare Dämpfer waren. Es gab Spiele, die wir zwar gewonnen haben, aber mit unserer Leistung aber auch nicht vollends zufrieden sein konnten."

Nach den angesprochenen schmerzhaften Niederlagen in bei der SpVgg Greuther Fürth (0:4) und Arminia Bielefeld (0:5) übernahm Markus Kauczinski das Traineramt von Olaf Janßen. Trotz kurzer Eingewöhnungszeit fand der gebürtige Gelsenkirchener sofort einen Draht zur Mannschaft. Der Vorgang ist aber längst nicht abgeschlossen. „Natürlich war es vor dem Spiel gegen Duisburg mit gerade einmal zwei Tage Vorbereitungszeit schwierig, seine Spielphilosophie sofort umzusetzen. Man braucht Zeit, um alles zu verinnerlichen und zu automatisieren“, erklärte unser Kapitän.

Diese Zeit wird der Chefcoach nach der Winterpause bekommen, wenn er mit der Mannschaft und dem Trainerteam am dritten Januar ins Trainingslager nach Malaga fliegt. „Dort kann er uns als Mannschaft und jeden einzelnen Spieler besser kennenlernen. Das gilt natürlich auch andersrum. Im Trainingslager haben wir viel Zeit, um genau das zu trainieren, was sich der Trainer vorstellt. Dazu sind eine Vorbereitung und ein Trainingslager da, das wollen wir jetzt durchziehen und dann in der Rückrunde angreifen. Entsprechend wichtig wird diese Zeit“, betonte der Kapitän der Braun-Weißen die Bedeutung der Reise im Januar.

Zu Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde wird Nehrig selbst dann auch wieder auf dem Rasen stehen können. In der freien Zeit über Weihnachten stehe zwar noch die eine oder andere Behandlung seines lädierten Sprunggelenks auf dem Plan, das geschehe aber nach Absprache in der Heimat. „Ich bin über die Feiertage ausschließlich bei meiner Familie im Süden. Da werde ich mit der Familie und Freunden Zeit verbringen, die man während der Saison selten hat, weil die Entfernung einfach zu groß ist, um regelmäßig runterzufahren.“

Auf eine letzte Nachfrage zu einem persönlichen Hinrunden-Fazit antwortete der gebürtige Heidenheimer trocken und ganz im Stile eines Kapitäns: „Mein persönliches Fazit interessiert nicht. Das ist ein Mannschaftssport. Man kann viel daher quatschen, aber man sollte für sich selbst einfach wissen, dass man Hundert Prozent geben muss. Danach sollte man sich verhalten.“

 

(jb)

Fotos: Witters


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