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3:1-Erfolg in Düsseldorf: Kiezkicker drehen Partie in wilder Schlussphase

Der FC St. Pauli hat bei Fortuna Düsseldorf mit 3:1 gewonnen und sich drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesichert. In einer wilden Schlussphase mit zwei Platzverweisen für die Gastgeber hatte Andre Hoffmann die Fortuna zunächst in Führung gebracht (72.). In Überzahl drehte die Lienen-Elf die Partie jedoch durch Tore von Philipp Ziereis (78.), Christopher Buchtmann (83.) und Aziz Bouhaddouz (90.+3).

Ähnlich wie in der Vorwoche beim Heimspiel gegen die Würzburger Kickers traf der FC St. Pauli in Düsseldorf auf einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, der erst spät in der Saison in die unteren Regionen der Tabelle abgerutscht war. Für die Aufgabe im Rheinland konnte Ewald Lienen auf alle Stammkräfte zurückgreifen und so kehrte der zuletzt gelbgesperrte Bernd Nehrig als einzig Neuer anstelle von Johannes Flum in die Startelf zurück. Bei den Fortunen musste Ex-St. Paulianer und Toptorschütze Rouwen Hennings wegen einer Erkrankung passen. Er wurde durch Özkan Yildirim vertreten.

Die erste nennenswerte Situation war direkt eine der ganz unglücklichen Art: Nach einem Freistoß der Kiezkicker prallten Nehrig und Kevin Akpoguma im Luftkampf schwer ineinander und mussten minutenlang behandelt werden. Während Nehrig den Platz anschließend immerhin aufrecht verlassen konnte, musste der Fortuna-Verteidiger auf einer Trage abtransportiert werden. Für beide Kicker ging es noch während des Spiels zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus. Die Trainer waren dadurch früh zum Wechseln gezwungen. Bei Braun-Weiß kam Flum, Friedhelm Funkel brachte Marcel Sobottka. Nach dieser schlimmen Szene zum Auftakt brauchten beide Teams zunächst ein wenig, um anschließend den spielerischen Faden zu finden.

Dann meldeten sich die Gastgeber mit gleich zwei Chancen in der Partie an. Ein Kopfball von Oliver Fink war noch leichte Beute für Philipp Heerwagen (20.). Eine Minute später wäre der Keeper dann allerdings machtlos gewesen, als ein Abschluss von Christian Gartner nach Flanke von Ihlas Bebou den Außenpfosten touchierte. Den Offensivbemühungen der ganz in schwarz spielenden Lienen-Elf fehlte bis Mitte des ersten Durchgangs dagegen trotz einiger vielversprechender Ansätze die letzte Zielstrebigkeit. Die erste gefährliche Szene konnte sie in der 32. Minute für sich verzeichnen, als Aziz Bouhaddouz eine Flanke von Christopher Buchtmann per Volley verarbeitete, Michael Rensings Kasten aber verfehlte. Auf der Gegenseite rutschte Gartner völlig freistehend beim Schussversuch im Strafraum weg (34.).

Zwar hielten sich die Spielanteile die Waage, die Gastgeber hatten jedoch die besseren Chancen, um in Führung zu gehen. So stoppte Buchtmann den alleine auf Heerwagen zulaufenden Yildirim erst in letzter Sekunde (38.), nachdem Jeremy Dudziak zuvor beim Klärungsversuch geblockt worden war. Für den Außenverteidiger ging es nach diesem Zweikampf, in dem er sich die linke Schulter ausgekugelt hatte, nicht weiter. Daniel Buballa übernahm seinen Platz in der Viererkette (42.). In der sechsminütigen Nachspielzeit der ersten Hälfte hatten beide Teams dann noch vielversprechende Möglichkeiten. Erst verfehlte Fink das Tor der Kiezkicker knapp (45.+1), anschließend verpasste Mats Møller Dæhli eine Flanke um wenige Zentimeter und der hinter ihm stehende Buballa konnte den Ball nicht mehr kontrollieren (45.+6). Folglich hieß es zur Halbzeit vor 28.429 Zuschauern 0:0.

Schlimme Szene zu Spielbeginn: Bernd Nehrig und Düsseldorfs Kevin Akpoguma prallen ungebremst aufeinander. Beide mussten anschließend ins Krankenhaus gebracht werden, wo beim Fortuna-Spieler ein Bruch des ersten Halswirbels festgestellt wurde.

Schlimme Szene zu Spielbeginn: Bernd Nehrig und Düsseldorfs Kevin Akpoguma prallen ungebremst aufeinander. Beide mussten anschließend ins Krankenhaus gebracht werden, wo beim Fortuna-Spieler ein Bruch des ersten Halswirbels festgestellt wurde.

Den zweiten Durchgang gingen beide Teams ohne weitere personelle Veränderungen an. St. Pauli überließ der Fortuna zunächst die Initiative und setzte auf Konter sowie die daraus resultierenden Standardsituationen. Da beide Mannschaften aber defensiv gut agierten, gab es bis auf einen Schuss von Bebou, den Heerwagen locker parierte (63.), lange Zeit wenig Nennenswertes. Die Aktion läutete allerdings ein ereignisreiches Schlussdrittel ein: Einen Konter der Braun-Weißen konnte der bereits verwarnte Adam Bodzek nur per Foul an Cenk Sahin stoppen und so sah der Mittelfeldspieler die Ampelkarte (66.). Wenig später hätte Düsseldorf dennoch beinahe auf 1:0 gestellt, doch Heerwagen und Flum verhinderten den Treffer, nachdem Bebou Yildirim im Zentrum freigespielt hatte (67.).

In der 72. Minute war es dann jedoch geschehen: Nach einer Ecke bekamen die Kiezkicker den Ball nicht weg und Andre Hoffmann ließ Heerwagen bei seinem Nachschuss keine Chance. Bouhaddouz wäre fast der postwendende Ausgleich gelungen, doch Rensing parierte stark (76.). Besser machte es jedoch Philipp Ziereis, der nach einem Freistoß die Konfusion im Strafraum zum Ausgleich nutzen konnte (78.). Und es sollte noch besser kommen: Auf seinem Weg zum Tor wurde Sahin an der Strafraumgrenze von Hoffmann zu Fall gebracht und der Torschütze sah für diese Notbremse die Rote Karte. Den Freistoß schnappte sich Buchtmann und zirkelte den Ball unhaltbar für Rensing in die Maschen. 1:2 – Spiel gedreht.

Mit der zweifachen Überzahl fiel es der Mannschaft von Ewald Lienen nun bedeutend leichter, den Ball vom eigenen Tor wegzuhalten. In der Nachspielzeit machte Bouhaddouz dann mit einem Lupfer über Rensing den Deckel drauf. Buballa hatte den Stürmer hinter der weit aufgerückten Defensive mustergültig freigespielt. Die Kiezkicker feiern damit, wenn auch getrübt durch die Verletzungen von Nehrig und Dudziak sowie des Düsseldorfers Akpoguma, den dritten Sieg in Serie und drei immens wichtige Punkte im Rennen um den Klassenerhalt.

 

Fortuna Düsseldorf

Rensing - Schauerte, Akpoguma (11. Sobottka), Hoffmann, Schmitz - Bodzek, Ayhan - Bebou, Fink, Gartner - Yildirim (70. Iyoha (86. Madlung))

Cheftrainer: Friedhelm Funkel

 

FC St. Pauli

Heerwagen – Ziereis, Sobiech, Gonther, Dudziak (42. Buballa) - Buchtmann, Nehrig (11. Flum (77. Thy)) - Sahin, Møller Dæhli, Sobota - Bouhaddouz

Cheftrainer: Ewald Lienen

 

Tore: 1:0 Hoffmann (72.), 1:1 Ziereis (78.), 1:2 Buchtmann (83.), 1:3 Bouhaddouz (90.+3)

Gelbe Karten: Bodzek, Yildirim, Fink, Ayhan / Buballa

Gelb-Rote Karte: Bodzek

Rote Karte: Hoffmann

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes

Zuschauer: 28.429

 

(hbü)

Fotos: Witters

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