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Boll beendet Profi-Karriere

Das schmerzt alle St. Pauli-Fans: Kapitän Fabian Boll teilte am Sonntag (16.2.) mit, dass er zum Abschluss der laufenden Saison seine Profi-Karriere beim Hamburger Zweitligisten beenden wird.

„Bereits im Trainingslager habe ich dem Trainer und Sportdirektor gesagt, dass im Sommer Schluss ist. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen – nicht zuletzt die diversen gesundheitlichen Rückschläge in den letzten anderthalb Jahren. Der FC St. Pauli war immer eine Herzensangelegenheit für mich. Es gab viele Highlights in meiner Karriere. Es war wohl die beste Phase der Vereinsgeschichte, die ich miterleben durfte. Das hätte ich bei meinem ersten Training 2002 bei den Amateuren nie gedacht“, erklärte der Mittelfeldspieler.

 „Ich werde im Sommer 35 Jahre alt und habe in den letzten zwölf Jahren Einiges erlebt; mehr als ich jemals zu träumen gewagt hätte“, verriet Boller. In seiner Zeit beim FC St. Pauli hatte er maßgeblichen Anteil am Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales in der legendären „Bokal-Saison“ 2005/06. Außerdem schaffte die Nummer 17 der Braun-Weißen den Aufstieg in die 2. und später auch in die 1. Bundesliga. Bislang kam der Mittelfeldspieler auf 271 Ligaspiele (30 Tore) für die Kiezkicker.

„Für mich war es immer etwas Besonderes, in die Kabine zu gehen und das Trikot überzustreifen. Wer wie ich schon als Fan in der Kurve stand, für den ist das die Erfüllung eines Lebenstraums. Der Derbysieg beim HSV war sicherlich mein absolutes Karrierehighlight“, sagte der St. Pauli-Kapitän. Dementsprechend hatte Boller den Zeitpunkt, seine Entscheidung zu verkünden, mit Bedacht gewählt. Auf den Tag genau drei Jahre zuvor, am 16. Februar 2011, schlugen die Kiezkicker den Hamburger SV auswärts mit 1:0.

„Ich habe einen Karriereweg bestritten, der bei einem anderen Club so nicht möglich gewesen wäre. Es stand für mich nie zur Debatte, den Verein zu verlassen“, blickte der 34-Jährige auf die letzten zwölf Jahre zurück. „Natürlich wäre es ein Traum gewesen, im komplett umgebauten Millerntor-Stadion aufzulaufen, das ursprünglich 2014 hätte fertig sein sollen. Ich habe mich an meinen Teil der Abmachung gehalten und bis zu dieser Saison durchgehalten“, merkte unser Kapitän augenzwinkernd an.

Trotz des braun-weißen Herzschmerzes, den die Entscheidung unserer Nummer 17 bei allen St. Pauli-Fans auslöst, gibt es berechtigte Hoffnung, dass unser Kommissar dem FC St. Pauli erhalten bleibt. „In welcher Funktion, das werden die nächsten Wochen zeigen. Es laufen schon Gespräche mit Rachid Azzouzi“, berichtete Boller, „Ich mach mich wohl nicht ganz vom Acker. So schnell bekommt Ihr mich nicht los“, „drohte“ der 34-Jährige dazu noch schmunzelnd an.

In der laufenden Saison will unser Kapitän aber unbedingt noch ein paar Einsätze absolvieren. „Ich will es noch einmal auf den Rasen am Millerntor schaffen. Dem Knie geht es wieder ganz gut. Ich bin zuversichtlich, bald wieder in das Mannschaftstraining einsteigen zu können.“

Bollers Presserunde gibt es kostenlos und in voller Länge bei fcstpauli.tv.

 

(jk/cp)

Foto: Witters

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