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Endlich wieder Millerntor!

Am Sonntag (29.11., 13:30 Uhr) ist es endlich wieder soweit: Volle Hütte, zweite Bundesliga, Fußball im heimischen Hafen! Ganze 20 Tage liegen zwischen der Partie gegen Düsseldorf (um die Erinnerungen an diesen Montagabend wachzurufen, genügt an dieser Stelle wohl der Name Lennart Thy) und dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Noch mehr Grund zur Vorfreude braucht es nicht – oder?

Ewald Lienen und sein Team sind nicht nur heiß darauf, endlich wieder zu den Klängen der Höllenglocken den Rasen betreten zu dürfen, nein, sie haben auch noch allen Grund, topmotiviert in die Partie zu gehen. Zuerst einmal die unerfreulichen Fakten: In München konnten die Kiezkicker nicht an die starken Leistungen aus dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf anknüpfen, verloren mit 0:2 und ließen laut Chefcoach Ewald Lienen vor allem die notwendige Aggressivität vermissen. Doch ein Negativerlebnis beinhaltet ja bekanntlich auch immer die Chance, es besser zu machen. Und es darf getrost davon ausgegangen werden, dass Ewald Lienen und seine Jungs mit aller Macht in die Erfolgsspur zurück wollen.

Mut macht hierbei vor allem die Tatsache, dass das Millerntor in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer echten Festung geworden ist. Eine Niederlage gegen den SV Sandhausen steht zu Buche, doch bis auf diese Ausnahme gab es für Braun-Weiß meistens allen Grund zu feiern: Saisonübergreifend stehen die Kiezkicker bei 13 Spielen, von denen nur eines verloren wurde. Bei fünf der vergangenen sechs Heimspiele gab’s sogar die volle Ausbeute von drei Punkten.

Nun reist also der 1. FC Nürnberg in den hohen Norden. Anderthalb Jahre nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga scheint der Umbruch im Kader langsam, aber sicher vollzogen. Das Team ist talentiert, hungrig und spielt immer besser zusammen. Verloren die Clubberer von den ersten sechs Ligabegegnungen der Saison noch drei Partien, gab es in den neun Spielen danach lediglich noch eine weitere Niederlage. Auch im Pokal läuft es für den FCN. In der ersten Runde kamen die Franken zwar erst im Elfmeterschießen gegen Zweitliga-Absteiger VfR Aalen weiter, in der zweiten Runde jedoch schossen die Nürnberger Ligakonkurrent Fortuna Düsseldorf mit 5:1 aus dem Stadion und empfangen nun am 16. Dezember Hertha BSC. Dass die Mannschaft von Trainer René Weiler dennoch lediglich auf dem achten Rang steht, liegt vorrangig an der großen Anzahl von Unentschieden (insgesamt sechs), die das Team schon gesammelt hat. Allerdings: Ein Sieg am Millerntor und der Club wäre bis auf zwei Zähler an die Boys in Brown herangerückt – der Motivation wird dieser Umstand sicherlich nicht abträglich sein.

Doch es sieht beileibe nicht alles so rosig für die Bayern aus, wie es zunächst den Anschein hat: Da wäre zum einen die dürftige Auswärtsbilanz: Aus den vergangenen zwölf Auswärtspartien nahm man nur aus Kaiserslautern einen Dreier mit. Ansonsten gab es wenig (drei Remis) bis gar nichts (acht Niederlagen) zu holen. Zudem muss Chefcoach Weiler nicht nur auf die verletzten Jürgen Mössmer und Rúrik Gíslason verzichten, sondern auch die Ausfälle von Jan Polak und Guido Burgstaller verkraften, die beide wegen einer Gelbsperre passen müssen. Besonders der Ausfall von Burgstaller trifft den FCN schwer, denn der Österreicher hat bereits elf Scorerpunkte auf dem Konto (vier Assists und den vereinsinternen Top-Wert von sieben Toren) und ist somit der produktivste Spieler der Franken.

„Aggressivität und Biss“ fordert Ewald Lienen von seiner Mannschaft, um gegen den FCN bestehen zu können. Dabei kommt es dem Braun-Weißen Übungsleiter sicherlich gut zupass, dass er personell beinahe aus den Vollen schöpfen kann: Nur Ryo Miyaichi (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Yannick Deichmann (Innenbandzerrung im Knie) stehen nicht bereit, der Rest der Jungs ist fit und dementsprechend heiß auf einen Einsatz.

Erinnern wir uns abschließend noch kurz zurück an den letzten Auftritt des Clubs am Millerntor. Ein enges Spiel mit Feldvorteilen für die Gäste. Es wurde gekämpft, gebissen, geackert. Es war Klassenkampf. Und am Ende war es eine Ecke kurz vor dem Schlusspfiff, die Lasse Sobiech unter Mithilfe des rechten Innenpfostens zum viel umjubelten 1:0 köpfte und die den Kiezkickern überlebensnotwendige Punkte sicherte. Ganz so knapp muss es am Sonntag selbstredend nicht zugehen. Genießen sollten alle Zuschauer das Spiel am Millerntor allerdings besonders. Nach der Partie sind wieder knapp drei Wochen zähes Warten angesagt, bis zum allerletzten Mal im für alle Braun-Weißen höchst aufregenden Jahr 2015 am Millerntor Fußball zelebriert wird.


(th)

Foto: Witters

 

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