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ERFOLGREICHER START FÜR FUSSBALL UND LIEBE 2015

„Fußballromantik – nichts als Nostalgie?“ Unter diesem Motto startete das „Fußball und Liebe“-Festival von 1910 e.V. in Kooperation mit KIEZHELDEN am Himmelfahrtsabend (Do, 14. Mai) mit einem prominent besetzten Eröffnungstalk und vielen bekannten Namen. Entsprechend groß war der Andrang in den Fanräumen.

Kann es eine moderne Fußballromantik geben? Sind wir in Gefahr, das wahre Wesen des Fußballs aus den Augen zu verlieren? Unter der Leitung von Christoph Nagel (Vorstand 1910 e.V.) diskutierte eine hochkarätig besetzte Runde zu Fragen wie diesen – und das so angeregt und vielseitig, dass der zur besten „Sendezeit“ um 20:15 gestartete Talk erst gegen 23 Uhr beendet war.

Der Saal blieb bis zum Ende gerappelt voll, und Museums-Pate Jan-Philipp „Schnecke“ Kalla und Keeper Robin Himmelmann, neben FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich und Marketingleiter Martin Drust unter den Zuhörern, bedauerten sichtlich, dass sie – das Los des Leistungssportlers – schon früher gehen mussten.

Es diskutierten:

  • Andreas Rettig (Geschäftsführer Deutsche Fußball Liga)
  • Sandra Schwedler (Aufsichtsratsvorsitzende FCSP / ProFans)
  • Stuart Dykes (FC United of Manchester)
  • Axel Hellmann (Finanzvorstand Eintracht Frankfurt)
  • Michael Oenning (ehem. Trainer 1. FC Nürnberg und Hamburger SV)
  • Wolfgang Niedecken (BAP)

Unterbrochen und bereichert wurden die Diskussionsparts durch mehrere Lesungen des Schauspielers und FC St. Pauli-Fans Stephan A. Tölle, der auch am Sonnabend auf der „Fußball und Liebe“-Lesebühne auftreten wird.

Tölle stellte u.a. in einer urkomischen Performance mit Lothar Matthäus einen der „ganz großen Romanciers des Fußballs“ vor und sorgte mit einem einleitenden Text des Dichters Friedrich von Hardenberg alias Novalis (1798) für einen ungewöhnlichen Start. „Die Welt muss romantisiert werden!“, forderte Novalis in seinem Text, der so etwas wie ein „Grundprogramm der Romantik“ darstellt.

Sein Ziel, „dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Endlichen einen unendlichen Schein“ zu geben, finde sich auch heute im Fußball wieder, so Christoph Nagel: „Ein Ball rollt in ein Netz. Eigentlich nichts Besonderes. Aber jeder hier im Saal weiß, was für unendliche Gefühle das auslösen kann!“

Entsprechend erinnerte sich die Runde an eigene fußballromantische Erlebnisse und berichtete in emotionalen Anekdoten von prägenden Augenblicken. Und bei allen Unterschieden und verschiedenen Rollen, die von den Diskutanten innerhalb des Fußballs eingenommen werden: Hier gab es zahlreiche Gemeinsamkeiten. Vieles fand in Kindheit und früher Jugend statt. Von Magie und ROAR, von Schlüsselmomenten und erweckter Liebe war die Rede, von Funken, die übergesprungen sind, von Vater und Opa, von Geselligkeit, Freud und Leid, von herzklopfend verfolgten Radioübertragungen, von Bier und Helden. Genau diese Sehnsucht nach der Unbeschwertheit der frühen Jahre war wohl auch eine zentrale Motivation aller Beteiligten, an der Runde so engagiert teilzunehmen.

Anschließend versuchte man zu ergründen, warum das Wort „Fußballromantik“ bei manchen Protagonisten des Fußballs ein schlechtes Images zu haben scheint und sinnbildlich für Naivität, Vergangenheitsfixierung und fehlende Erfolgsorientierung verwendet wird.

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