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nicht finanzierbar

Die Diskussionen um eine Polizeiwache in der neuen Gegengerade reißen nicht ab. Wir sprachen mit Vizepräsident Dr. Gernot Stenger über den aktuellen Stand, Anstrengungen des Präsidiums und finanzielle Hürden.

Hallo Gernot, die Unterbringung der Polizeiwache im Stadion sorgt im Vereinsumfeld für große Diskussionen. Wie ist der aktuelle Stand?
Ich bin sehr enttäuscht, dass es nicht geklappt hat, die Polizei in der alten Domwache unterzubringen. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht, als die, dass die Wache in die Gegengerade integriert werden muss. Aber die alternative Lösung – die erhebliche Sanierung bzw. der Neubau der Domwache – ist finanziell für den Verein einfach nicht machbar.

Welche Anstrengungen hat das Präsidium unternommen, um die Polizeiwache aus dem Stadion herauszuhalten?
Wir haben alles, was in unserer Macht stand, getan. Bereits seit 2011 haben wir intensive Gespräche mit den verschiedensten Parteien geführt. Wir als Präsidium wollten - genau wie die Fans – die Polizeiwache außerhalb des Stadions und die freien Flächen im Stadion dauerhaft selbst nutzen, zum Beispiel durch ein Museum. Allerdings waren wir als Präsidium zum einen an die Lizenzierungs-Vorgaben der DFL, zum anderen an eine von Vereinsseite gegebene Zusage aus den Jahren 2006/07 gebunden, die vorsah, dass beim Neubau der Gegengerade in der Tribüne eine Stadion- und Domwache errichtet werden soll. Natürlich haben wir uns dieser Zusage verpflichtet gefühlt, aber dennoch haben wir geprüft, ob eine Alternative gangbar ist.

Wie sahen diese Schritte aus?
Im letzten Jahr habe ich mit der Polizei darüber gesprochen, ob eine Wache auch zwischen der Nord und der Gegengerade möglich wäre. Von Polizeiseite gab es keine Vorbehalte, allerdings ist dies aus bautechnischen Gründen nicht zuletzt wegen der U-Bahn, die dort verläuft, nicht durchführbar. Dann gab es den Vorschlag aus der Stadionbau AG, die alte Domwache erheblich zu sanieren bzw. neu zu bauen. Daraufhin haben wir die Gespräche mit der Polizei erneut aufgenommen.

Wie hat diese reagiert?
Positiv, es gab die Aussage, dass die Polizei nicht im Stadion sitzen müsse, sofern die Anforderungen an die Wache erfüllt würden, sehr wohl aber im direkten Stadionumfeld. Anschließend haben wir verschiedene Gespräche unter anderem mit dem Eigentümer der Domwache geführt und einen Architekten beauftragt, das Vorhaben zu planen.

Mit welchem Ergebnis?
Die Anforderungen an die Wache waren alle erfüllt, allerdings hätten wir weiteren Platz vom Domreferat benötigt. Hier darf man nicht außer Acht lassen, dass wir für den Bau der Gegengerade schon eine erhebliche Fläche bekommen haben. Zudem mussten wir natürlich an die Finanzierbarkeit denken.

Welche Schwierigkeiten sind dort aufgetreten?
Wir haben derzeit mit dem Neubau der Gegengeraden, dem geplanten Neubau der Nordtribüne und dem Umbau an der Kollaustraße Infrastrukturmaßnahmen begonnen, die unsere finanziellen Möglichkeiten komplett ausschöpfen. Der Neubau bzw. die erhebliche Sanierung der Wache wäre eine Zusatzinvestition, bei der nach optimistischster Rechnung eine Unterdeckung von 600.000 Euro anfallen würde plus eine deutliche permanente Unterdeckung bei der laufenden Vermietung. Das können wir nicht riskieren! Das hätte bedeutet, dass wir das Geld erneut hätten finanzieren müssen. Wir haben Gespräche mit den Banken, dem Eigentümer der Wache, hier mit Gremien im Verein geführt, um Möglichkeiten zu finden, die Zusatzinvestition zu stemmen, aber es war uns leider nicht möglich, einen gangbaren Weg zu finden. Daher können wir den vom Präsidium favorisierten Plan, die alte Wache zu nutzen, leider nicht umsetzen.
 

(cp)
Foto: Inside-Picture
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