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Orth: Appell zum offenen Dialog

Am Montagabend (26.11.) fand die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli im CCH statt. Rund 900 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Präsident Stefan Orth ergriff bei der Versammlung als Erster das Wort.

 

Er bat bei seiner Rede zunächst darum, dass die Veranstaltung „im Sinne von Respekt und Toleranz“ abgehalten werde. Anschließend legte er im Rechenschaftsbericht des Präsidiums die wirtschaftlichen Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres dar. „Ich kann mit Stolz sagen, dass der FC St. Pauli wirtschaftlich gesund ist. Die Wirtschaftskraft des Vereins kann man mittlerweile auch daran ablesen, dass wir eine Steuerlast von 2 Mio. Euro zu tragen haben“, so Orth weiter.

Der Verein befinde sich nicht nur wirtschaftlich sondern auch infrastrukturell auf einem guten Weg. „Der Bau der Gegengerade wird möglicherweise noch im laufenden Jahr fertiggestellt und auch an der Kollaustraße gehen die Arbeiten nach anfänglichen Verzögerungen voran, so dass ich hoffe, dass die Profis im Sommer nächsten Jahres das neue Gebäude beziehen können.“

Mit verantwortlich für das gute Gesamtergebnis sei die Arbeit der Vermarktung in Kooperation mit dem Partner UFA. „Der wirtschaftliche Erfolg ist die Grundlage für sportlichen Erfolg. Und auch hier sehen wir uns derzeit wieder auf einem guten Weg, auch wenn wir noch nicht über den Berg sind.“ Die Verpflichtung von Rachid Azzouzi bezeichnete Orth als Glücksfall für den Verein und auch die Verpflichtung von Cheftrainer Michael Frontzeck habe positive Impulse bei der im Umbruch befindlichen Mannschaft freigesetzt. Zudem bekannte er sich nachdrücklich zum Ziel, den Verein unter den Top 25 in Deutschland zu etablieren.
Ein besonderes Lob gab es für die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum, das vom DFB mit drei Sternen ausgezeichnet worden ist.

Allerdings sprach er auch kritische Punkte an. So habe es in der Vergangenheit Dinge gegeben, die im Verein kritisch diskutiert und über die zum Teil heftig gestritten wurde. Klare Position bezog er hierbei für Vize-Präsident Gernot Stenger, gegen den im Vorfeld ein Abberufungsantrag gestellt worden war. In der Folge zählte er die Punkte auf, bei denen sich das Präsidium und speziell Gernot Stenger für die Fans eingesetzt hat, u.a. bei der klaren Positionierung gegen den zu harten Polizeieinsatz beim Schweinske-Cup, beim Abwenden eines Teilausschlusses im Zuge des Verfahrens gegen den Kassenrollenwerfer, beim Gang durch die Instanzen gegen eine polizeiliche Verfügung zum Verbot des Verkaufs von Karten an Auswärtsfans oder auch bei der Ablehnung des Sicherheitspapiers der Deutschen Fußball Liga. „Und diese Position verfolgen wir weiter. Denn auch das Nachfolgepapier wurde von uns zurückgewiesen. Wir haben bereits den Verantwortlichen bei der DFL angezeigt, dass wir keinem der Anträge auf der Versammlung am 12. Dezember zustimmen werden.“

Beim Thema Domwache machte er noch einmal deutlich, dass das Präsidium alles daran setzt, eine externe Lösung hinzubekommen. „Allerdings brauchen wir noch weitere Zusagen, so zum Beispiel der Stadt, von der wir weitere Fläche auf dem Heiligengeistfeld zum Bau benötigen. Sollten diese Zusagen kommen, wäre auch der Weg für das Museum frei.“

Der Präsident des FC St. Pauli appellierte zudem daran, dass man nur gemeinsam zu Lösungen für den gesamten Verein kommen könne und regte an, den Ständigen Ausschuss stärker zu nutzen. Zudem sprach er sich für eine stärkere Einbindung der Fans aus. Er lobte zudem die in den letzten Tagen erzielte Einigung mit dem Aufsichtsrat, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gremien in der Geschäftsordnung neu zu regeln. Zudem forderte er die Mitglieder auf, zu einem allgemein gültigen Verständnis für einen Fairplay-Gedanken zu kommen.

In seiner Rede würdigte er die geleistete Arbeit der Abteilungen und des Amateurvorstandes und wies noch einmal eindringlich auf die Sportstättenproblematik hin. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass wir für unsere Abteilungen bessere Möglichkeiten schaffen“, so Orth. Zudem zeigte er auf, welchen Themenkanon das Präsidium zu bearbeiten habe. „Es reicht von den Preisen fürs Bier im Clubheim bis hin zum DFL-Papier. Alle Themen arbeiten wir seriös ab, führen hierzu viele Gespräche und treffen alle Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Vereins. Wir stellen uns den Anforderungen und werden uns im offenen Dialog mit unseren Fans, Mitgliedern und Gremien den Herausforderungen der Zukunft stellen. Immer im Blick: das Wohl des Vereins – unseres FC St. Pauli.“


 

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