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"Ich habe den Jungs auch schon gesagt, wo wir zulegen müssen"

Nach nicht ganz vier Wochen Sommerpause haben unsere Kiezkicker am späten Freitagnachmittag (18.6.) mit ihrem ersten Training die Saison 2021/22 eingeläutet. Nach der Einheit nahm sich Cheftrainer Timo Schultz viel Zeit, um mit Medienvertreter*innen zu sprechen. Dabei sprach unser Coach über...

…das Gefühl nach dem Trainingsauftakt: "Ich hatte drei Wochen Urlaub, was ich in den letzten Jahren nicht hatte. Ich bin sogar mal weg in die Sonne gekommen, auch wenn man das nicht unbedingt sieht (lacht). Ich konnte mich erholen, der Akku ist aufgeladen. Die drei Wochen haben mir auch gereicht. Ich freue mich, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Ich habe das Gefühl, dass es den meisten auch so geht."

…mögliche Unterschiede zum Trainingsstart im Vorjahr: "Das Kribbeln ist eigentlich fast genauso vorhanden, die Vorfreude ist auch da. Die ist in der letzten Saison auch das ganze Jahr da gewesen, auch in den Phasen, wo es nicht so gut gelaufen ist. Ich habe mich immer gefreut, an die Kollau zu kommen. Letztes Jahr ist man ja schon ein bisschen ins Ungewisse gestartet. Jetzt weiß man, was man hat. Ich kann die Jungs gut einschätzen, was das Fitnesslevel angeht, wie sie ticken und wie sie Fußball spielen. Wir haben nicht nur neue Spieler, wir haben auch ums Team herum Kleinigkeiten verändert."

…die fehlenden Spieler beim Trainingsauftakt: "Die Jungs haben aus unterschiedlichen Gründen gefehlt, man muss sich aber keine Sorgen machen. Es sind Jungs dabei, die angeschlagen aus der letzten Saison rausgegangen sind. Tragisch war es für James Lawrence, der sonst ziemlich sicher jetzt schon mit Wales im EM-Achtelfinale gestanden hätte. In den letzten Tagen hatten einige Jungs an verschiedenen Tagen sportliche Testungen und sportmedizinische Untersuchungen. Die meisten Jungs werden in den kommenden Tagen wieder auf dem Platz stehen."

…den Umbruch mit den Veränderungen im Kader: "Unsere Neuzugänge passen sehr gut, mit der Anzahl der abgegebenen Spieler bin ich zufrieden. Ich habe nichts dagegen, wenn noch ein, zwei weitere Spieler kommen. In dem Jahr, in dem ich übernommen habe, hatten wir einen Kader mit über 40 Spielern. Den haben wir im Laufe des Jahres schon auf Mitte 30 verkleinert und sind jetzt immer noch dabei. Wir gucken, wer uns weiterhilft, mit wem wir weiter planen und wem wir auch Einsatzzeiten versprechen können. Manchmal ist es für beide Seiten sinnvoller, wenn man etwas anders macht. Da sind wir in den letzten Zügen, wie es mit jedem Spieler weitergeht. Die Tendenzen sind in den meisten Fällen klar. YiYoung Park ist noch in der Heimat und kommt erst noch zurück. Jakub Bednarczyk ist erst einmal für die U23 eingeplant."

 

Cheftrainer Timo Schultz schaut seinen Spielern beim Training zu.

…das erste Training und die erste Ansprache ans Team: "Der Großteil der Jungs kennt mich schon ein Jahr und weiß, was mir wichtig ist. Ich habe versucht, die neuen Spieler direkt abzuholen, damit sie wissen, wie wir hier arbeiten wollen, was unsere Werte sind und welche Identität wir uns im Laufe des letzten Jahres aufgebaut haben. Ich habe den Jungs auch schon gesagt, wo wir zulegen müssen. Der erste Trainingstag ist aber mit viel Organisatorischem verbunden. Alle müssen erst mal ankommen und ihren Spind finden. Beim Training ist dann auch viel Gebrabbel dabei, die Jungs müssen sich auch erst mal wieder austauschen. Dafür war es aber ein anständiges erstes Training."

…den aktuellen Kader und den Wunsch nach weiteren Neuzugängen: "Wir sind grundsätzlich gut aufgestellt und haben ein gutes Gerüst. Unsere Achse steht größtenteils. Wir halten die Augen natürlich immer offen und haben zwei, drei Spieler ins Auge gefasst, sind da aber sicherlich nicht die einzigen. Man muss natürlich immer vorbereitet sein, dass es in beide Richtungen gehen kann. Bis Ende August müssen wir uns auf alles gefasst machen und für alle Fälle gewappnet sein. Wenn ich mir einen Spieler für eine Position wünschen dürfte, wäre es sicherlich ein Rautenspieler. Weil Rodrigo Zalazar uns verlassen hat, könnten wir da noch einen Spieler mit einer gewissen Qualität und Erfahrung und vielleicht auch Power und Robustheit gebrauchen. Im Kader haben wir aber schon genug Alternativen, um das auch intern auffangen zu können."

…Defensiv-Allrounder Marvin Knoll: "Über Knolli kann man nur positive Worte finden. Er hatte von allen Spielern, die in der Rückserie ins Hintertreffen geraten sind, am schwersten zu kämpfen. Er hat sich bei uns eingebracht, war höchst motiviert und immer positiv und hat sich im Sinne der Sache verhalten. In einem Vier-Augen-Gespräch zum Ende der letzten Saison habe ich ihm auch gesagt, dass ich wirklich beeindruckt war. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Knolli zum Trainingsstart auf dem Platz steht, und so ist es auch gekommen. Er ist gerade dabei, die Lage für sich zu checken und sich Gedanken zu machen, wie es für ihn persönlich weitergehen soll. Er hat bei uns einen Vertrag und ich arbeite total gerne mit ihm zusammen. Wie alle anderen Spieler hat er auch die Chance zu spielen. Es geht um einen sportlich fairen Wettbewerb, das haben wir letzte Saison auch schon gesagt. Das wird auch dieses Jahr so bleiben. So habe ich mein ganzes Sportlerleben verbracht."

…Ziele für die kommende Saison: "Es hat uns im letzten Jahr stark gemacht, dass wir einen Prozess angestoßen haben und uns entwickeln wollen. Ich weiß, dass viele es auch nicht mehr hören können. Wenn die Entwicklung irgendwann zu Ende ist, dann sind wir ganz oben angekommen. Der Punkt ist noch lange nicht erreicht. Ich habe auch in den guten Phasen Punkte gesehen, die mir nicht gefallen haben, die wir verbessern können und müssen. Einige Punkte, darunter die vielen Gegentore, liegen auf der Hand. All die Kriterien, die wir selbst beeinflussen können, wollen wir erfüllen und zu 100 Prozent da sein, damit wir zum Saisonstart bestens gerüstet sind. Was unsere eigene Identität angeht, haben wir uns in der letzten Saison als Mannschaft sehr gut entwickelt. Die Jungs haben verinnerlicht, dass wir immer mutig sein wollen und Vertrauen in unser eigenes Handeln haben."

 

(hb)

Fotos: Witters

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