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"Es war wirklich furchtbar, tatenlos zugucken zu müssen"

Der Cheftrainer ist zurück! Am Freitagvormittag (10.12.) war Timo Schultz erstmals nach der zweiwöchigen häuslichen Quarantäne wieder an der Kollaustraße und stellte sich noch vor der Rückkehr auf den Trainingsplatz erst einmal den vielen Fragen der Medienvertreter*innen. Wie gewohnt nahm sich Schultz viel Zeit und sprach dabei u.a. über...

...die personelle Situation: "Der Trainer ist wieder dabei. Ich freue mich, wieder da zu sein. Rico Benatelli ist Papa geworden und jetzt natürlich sehr euphorisch. Ich freue mich für ihn. Er steht uns zur Verfügung. Simon Makienok ist der Einzige, der seit dem letzten Spiel weggebrochen ist."

...mögliche Änderungen in der Startelf: "In den vergangenen Wochen haben wir die Startelf ein paar Mal verändert, die Art und Weise, Fußball zu spielen, ist aber immer gleichgeblieben. Wir haben einige richtig gute Alternativen, die in die Startelf drängen. Maximilian Dittgen vorne drin, Etienne Amenyido holt seinen Rückstand auf und bei Finn Ole Becker ist es eine Luxussituation, ihn nicht von Anfang an auf dem Platz zu haben. Hinten drin klopft Jakov Medić trotz Maske wieder an. Unser Gerüst bleibt in der Regel immer gleich, auch weil die Jungs permanent gute Leistungen abliefern und dementsprechend auch das Vertrauen vom Trainerteam verdient haben. Ich will nicht ausschließen, dass wir die eine oder andere Veränderung vornehmen, das werden wir heute im Laufe des Tages entscheiden."

...die beiden Co-Trainer Loïc Favé und Fabian Hürzeler: "Ich kann mich bei den beiden und beim ganzen Staff nur bedanken, sie haben es überragend gemacht. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe ihnen zu 100 Prozent vertraut, weil ich die Jungs seit eineinhalb Jahren kenne und weiß, wie sie arbeiten. Da habe ich keine Sorgen gemacht, das Vertrauen in alle war sehr, sehr groß. Es war mir klar, dass das laufen wird. Beide waren ja auch schon Cheftrainer von Mannschaften. Sie haben sich an die Abläufe gehalten, die wir vorher auch gemacht haben. Wir haben jeden Tag per Videokonferenzen Rücksprache gehalten. Es freut mich nicht nur für Loïc und Fabi, sondern für die ganze Gruppe, dass die beiden Spiele siegreich gestaltet wurden. Wir sehen uns als Team und haben die vorherigen Spiele zusammen gewonnen und nicht, weil ich da an der Linie stand, sondern wir es alle zusammen gut gemacht haben. Momentan ist es unsere größte Stärke, egal wer an der Linie steht, dass die Mannschaft die Widerstände auf dem Platz erkennt und bearbeitet."

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...seinen Gesundheitszustand: "Mir geht es sehr gut, ich habe so viel geschlafen wie seit 16 Jahren, seit der Geburt meiner ersten Tochter, nicht mehr. Wo ich mich angesteckt habe, weiß ich nicht, das ist auch spekulativ. Wir passen hier an der Kollau so gut es geht auf, die Zahlen gehen aber einfach nach oben und so hat es dann auch mal mich oder jemand anderen bei uns erwischt. Das gehört leider dazu. Wir sind weiterhin bedacht, die Kontakte zu beschränken und uns bestmöglich im Rahmen der Hygieneregeln hier zu bewegen."

...die 14-tägige häusliche Quarantäne: "Ich war wirklich komplett einkaserniert in meinem Zimmer und habe da vor mich hin gelebt. Ich habe viel am Laptop gesessen und an Sachen gearbeitet, zu denen man sonst nicht kommt und die man eher auf die lange Bank schiebt. So habe ich ein bisschen strukturell gearbeitet, was die Wintervorbereitung und das Trainingslager angeht. Ich habe viel ferngesehen, es lief ja auch viel Fußball. Ich habe natürlich unsere Spiele verfolgt, will das aber nicht noch mal haben. Es war wirklich furchtbar, tatenlos zugucken zu müssen. Ich habe geschwitzt ohne Ende, was aber nicht an der Krankheit lang, sondern am Mitfiebern. Mental war es deutlich schwieriger als gesundheitlich. Ich hatte zwei, drei Tage Schnupfen, aufgrund der Impfung waren die Symptome nur sehr, sehr leicht. Ich bin froh, dass es nun vorbei ist und ich wieder raus darf. Zurück in der Freiheit habe ich heute Morgen erst einmal direkt Frieda zur Schule gebracht, habe tief durchgeatmet und bin froh, wieder im normalen Leben zu sein. Zum Glück hat es auch meine Familie gut überstanden, meine Kinder waren erst auch in Quarantäne. Wir haben sehr gut aufgepasst, es hat sich niemand angesteckt. Für uns alle war es keine schöne Zeit, wir wollten aber verhindern, dass sich die Kinder anstecken. Wir haben versucht das Beste draus zu machen, sind aber froh, dass die Zeit vorbei ist."

...die beiden Spiele gegen Nürnberg und Schalke: "Nicht zum Training kommen zu können und die Spiele tatenlos verfolgen zu müssen, war schwierig für mich. Ich habe eine Positiv-Negativ-Liste gemacht und das einzig Positive ist, wenn man zuhause ein Spiel verfolgt, dass man während des Spiels auf Toilette gehen kann (lacht). Alles andere ist kaum auszuhalten."

...Gegner Fortuna Düsseldorf: "Sie haben eine sehr erfahrene Zweitliga-Truppe mit vielen richtig guten Spielern. Ich denke, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird. Sie sind in der Saison noch nicht ganz so in die Spur gekommen und haben noch gesucht, was das Richtige für sie ist. Zuletzt haben sie in Darmstadt eine sehr gute Leistung gezeigt und einen verdienten 3:1-Sieg eingefahren. Da muss man erstmal gewinnen, da können wir ein Lied von singen. Sie haben sicherlich vor, auch uns ein Bein zu stellen."

...Ex-Kiezkicker Rouwen Hennings: "Wir kennen Rouwen und wissen um seine Stärken und seinen linken Fuß. Wenn man ihn zum Abschluss kommen lässt, wird es immer brandgefährlich. Wir hatten hier gemeinsam eine tolle Zeit. Er ist ein super Typ, wir hatten ne Menge Spaß zusammen. Die Zeit wird keiner von uns wissen, nicht nur wegen der Aufstiege. Wir sind danach immer in Kontakt geblieben. Wenn ich mal im Westen war, habe ich mich bei ihm gemeldet, wenn er mal in Hamburg war, ist er vorbeigekommen und hat 'Hallo' gesagt. Wir sind noch immer unregelmäßig in Kontakt, so unmittelbar vor dem Spiel aber nicht."

...eine mögliche Lässigkeit nach der gerade erst erreichten Herbstmeisterschaft: "Eine Lässigkeit habe ich bei unserer Mannschaft noch nie erlebt. Man kann mal gut, aber auch mal schlecht spielen. Wir fahren immer sehr gut damit, wenn wir uns auf das konzentrieren, was uns stark macht und darauf, was in den Spielen gefragt ist. Neben der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist der größte Schritt, dass wir alle von vorne bis hinten scharf gegen den Ball arbeiten. Das muss immer die Grundlage unseres Spiels sein. Dass wir gegen den Ball investieren und schnell in die Ordnung kommen. Dass wir zusammen attackieren und zusammen die Auslöser finden und zusammen eben auch den einen Meter mehr gegen den Ball machen, um das Tor zu verhindern. Solange wir das auf den Platz bringen, sind wir für jeden Gegner unangenehm zu bespielen."

 

(hb)

Fotos: Witters

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