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"Bei uns sind alle Antennen ausgefahren"

Das dritte Duell gegen einen direkten Konkurrenten steht unseren Kiezkickern bevor, am Sonnabend (20.2., 13 Uhr) gastiert der punktgleiche SV Darmstadt 98 am Millerntor. Vor dem Duell mit den Lilien nahm sich Cheftrainer Timo Schultz bei der Pressekonferenz vor dem Spiel wie immer viel Zeit, die Fragen der Medienvertreter*innen zu beantworten. Dabei sprach er u.a. über...

...die personelle Situation: "Es sind fast alle Spieler einsatzfähig. Afeez Aremu hatte Wadenprobleme und konnte die letzten beiden Tage nicht trainieren. Da steht noch eine Untersuchung aus, ob er wieder ins Training einsteigen kann. Eric Smith hat zwei Tage Pause eingelegt, hat gestern aber wieder voll mittrainert. Auch sonst sind alle Spieler einsatzfähig, die zuletzt auf dem Platz gestanden haben."

...die schwierigere Auswahl bei der Kader-Nominierung: "Ich habe lieber die Bauchschmerzen, weil wir zu viele Spieler haben und ich einigen Spielern mitteilen muss, dass sie nicht im Kader sind, als dass sich der Kader und die Mannschaft von alleine aufstellen. Dann hast du als Trainer ein größeres Problem. Jeder Spieler kann sich durch gute Trainings- und Spielleistungen für den Kader empfehlen, das ist das im Fußball übliche Leistungsprinzip. Jeder sieht, dass hinten dran Jungs sind, die mit den Hufen scharren. Sobald jemand nachlässt oder meint, weniger zu machen, wird der nächste da sein. Bei der Kaderzusammensetzung muss ich auch bedenken, welche Szenarien eintreten können und welche Spieler ich einwechseln könnte. Da muss ich dann schon mal dem zweiten oder dritten Innenverteidiger sagen, dass er zwar gut trainiert hat, aber nicht im Kader ist, weil die Chance auf einen Einsatz gering ist und ich eher einen zweiten Stürmer mit in den Kader nehme. Das sind dann Härtefälle, die ich den Jungs persönlich mitteile."

...die erfreulich geringe Anzahl von Verletzungen: "Das liegt natürlich an der überragenden Trainingssteuerung des Trainerteams (schmunzelt). Nein, man muss einfach sagen, dass wir eine ganz tolle medizinische Abteilung haben, die hier jeden Tag richtig Gas gibt. Schon vor der Saison haben wir einiges umgestellt, was erweiterte Blutuntersuchungen in regelmäßigen Abständen, was die Pflege vor und nach dem Training und auch präventives Arbeiten angeht. Das zahlt sich jetzt aus. Man merkt auch, dass die Jungs sehr gewissenhaft sind, was die Pflege, Ernährung und Schlaf angeht. Das sind alles kleine Parameter, bei denen wir uns extrem verbessert haben und wir die Jungs aber auch in die Pflicht genommen haben. Ein wesentlicher Faktor ist auch, dass wir als Gruppe gut miteinander arbeiten, eine gute Arbeitsatmosphäre haben und alle gerne an die Kollau kommen. Wenn man gerne zur Arbeit geht, hat man weniger Fehl- oder Krankheitstage. Bei der Verfügbarkeit der Spieler in dieser Saison sind wir deutlich über dem Schnitt, das kann auch gerne so bleiben."

...die Neustrukturierung des Mannschaftsrates: "Christopher Avevor bleibt unser Kapitän, auch wenn er verletzt ist und diese Saison vermutlich nicht mehr auf dem Platz stehen wird. Er fehlt dauerhaft und auch Robin Himmelmann ist nicht mehr dabei, so haben wir uns überlegt, wie wir die Hierarchie in der Mannschaft unterstützen können. Die hat sich aufgrund der Einsatzzzeiten schon verändert. Der Mannschaftsrat ist für mich und uns im Trainerteam der erste Ansprechpartner, mit dem wir gemeinsam Entscheidung treffen. Wir wollten im Rat verschiedene Bereiche abdecken und haben mit James Lawrence einen älteren Spieler, mit Maximilian Dittgen einen neuen Spieler und mit Lukas Daschner einen jüngeren Spieler dazugenommen. Es war uns wichtig, den Mannschaftsrat etwas heterogener aufzustellen."

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...die Unterstützung der #ihrkönntaufunszählen-Aktion von 11FREUNDE: "Die passt zu uns als Verein und die unterstützen wir als Verein sehr gerne. Jeder weiß, dass der FC St. Pauli für Diversität in allen Bereichen und Lebenslagen steht. Das macht unseren Verein auch aus, das leben auch wir als Mannschaft."

...die gute Entwicklung von Omar Marmoush: "Wir wollten ihn schon im Sommer. Er ist nicht vom Baum gefallen und wir wundern uns jetzt auch nicht, wie gut er spielt. Es war schon absehbar, dass er Qualität hat. Es waren zuletzt einige gute Spiele, es gab aber auch Spiele, wo er nicht so präsent war und falsche Entscheidungen getroffen hat. Gerade was die Entscheidungsqualität im letzten Drittel angeht, muss er noch seinen Weg gehen. Er ist fleißig und will und ist eine Bereicherung für uns, er kann sich aber noch in vielen Bereichen verbessern."

...die starke Form mit zuletzt 15 von 18 möglichen Punkten: "Es macht sowohl mir als auch den Jungs viel mehr Spaß, wenn man erfolgreich Fußball spielt. Das genießen wir. Es lässt einen aber auch noch wachsamer sein, weil wir wissen, wo wir herkommen und wie schnell sich das Blatt wenden kann. Bei uns sind alle Antennen ausgefahren, gerade bei uns im Trainerteam. Man merkt bei den Jungs aber, dass der Schlendrian nicht einkehrt oder wir weniger machen. Die Jungs sind genauso fleißig und gewissenhaft und geben im Training Gas. Es ist momentan eine sehr gute Stimmung bei uns, aber auch die Arbeitseinstellung stimmt. Die hat aber auch gestimmt, als es nicht so gut gelaufen ist."

...den Zuspruch von ehemaligen Weggefährten während der schweren Phase: "Der tat gut, das kann man ganz ehrlich sagen. Der Zuspruch von alten Weggefährten, aber auch Trainerkollegen tut gut, wenn auch von extern gesehen wird, dass wir eigentlich eine gute Arbeit leisten. Um das mal richtig einzuordnen. Nach dem Winter haben wir nicht viel besser gespielt als noch vor dem Winter. Da haben wir noch durchschnittlich 14,2 Schüsse für ein Tor gebraucht, jetzt sind es nur 4,9 Schüsse. In einer Saison hat man verschiedene Phasen, so ist dann einfach der Fußball. Momentan sind wir in einer guten Phase und die genießt man. Wir achten darauf, dass keiner weniger macht. Im Gegenteil: Wir wollen noch eine Schippe drauflegen."

Coach Timo Schultz will mit den Kiezkickern nicht nachlassen, sondern noch eine Schippe drauflegen.

Coach Timo Schultz will mit den Kiezkickern nicht nachlassen, sondern noch eine Schippe drauflegen.

...den Abstiegskampf und ein mögliches neues Saisonziel: "Vor vier Wochen waren wir noch vier Punkte zurück und waren eigentlich nicht mehr zu retten und jetzt sind wir aus dem Gröbsten raus. Es sind aber noch viele Spieltage zu gehen. Wir haben in der schweren Phase nicht auf die Tabelle geguckt und haben uns von Spiel zu Spiel auf uns konzentriert. Dabei bleiben wir auch. Wir wollen weiter unsere Punkte sammeln und je häufiger es drei sind umso besser. Wenn es auch mal nur einer ist, ist es auch okay. Es ist ein bisschen wie das Eichhörnchen, das sammelt und sammelt und sammelt. Ich habe das Gefühl, dass wir stabil sind und mit Misserfolgen gut umgehen können. Das hat die Saison schon gezeigt. Neue Ziele werden wir ganz bestimmt nicht ausgeben."

...Gegner Darmstadt 98: "Sie sind eine der spielstärksten Mannschaften der Liga und spielen immer nach vorne. Sie haben ähnlich wie wir eine kleine Achterbahnfahrt in der Saison durchlebt, haben sich zuletzt aber gefangen. Wir wissen, dass wir gut drauf sind, wir wissen aber auch, dass Darmstadt seine Stärken hat. Mit Tobias Kempe haben sie einen Spieler, der extrem gute Standards schlägt. Da sind sie sehr gefährlich, wir verteidigen das in diesem Jahr aber extrem gut. Es wird ein Duell auf Augenhöhe. Die Fans können sich vor dem Fernseher auf ein munteres Spiel gefasst machen."

...Darmstadts Torjäger Serdar Dursun: "Wir kennen uns seit einigen Jahren, haben unregelmäßig Kontakt und schreiben uns gegenseitig. Er ist Darmstadts Zielspieler und hat seine Stärken in der Box. In der zweiten Liga ist er ein absoluter Topstürmer, der gegen uns zuletzt leider zwei Tore gemacht hat. Das reicht dann auch, am Sonnabend darf er aber gerne Ladehemmungen haben (lacht)."

 

(hb)

Fotos: Witters

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