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"Das ist nicht zielführend und wird dich nicht verbessern"

Mit dem Heimspiel gegen Holstein Kiel geht es für die Kiezkicker am Sonnabend (9.1., 13 Uhr) in der 2. Bundesliga weiter. Vor dem Duell mit dem Tabellenzweiten nahm sich Cheftrainer Timo Schultz wie gewohnt viel Zeit, um die Fragen der Medienvertreter*innen zu beantworten. Dabei sprach unser Coach u.a. über...

…das deutliche Bekenntnis von Präsident Oke Göttlich nach dem Würzburg-Spiel: "Das habe ich erst einmal nicht mitbekommen, weil wir mit vielen anderen Sachen beschäftigt waren. Es freut mich. Es ist auch etwas, dass St. Pauli immer ausgemacht hat. Dass man auch in Krisenzeiten zusammensteht und diese zusammen durchsteht. Wir versuchen, es gegen Kiel besser zu machen und wenn's geht, die drei Punkte zu holen, um auch etwas zurückgeben zu können."

…die besonderen Anforderungen der Englischen Woche: "In so einer Woche mit drei Spielen binnen nur sechs Tagen schauen wir von Tag zu Tag und gucken, wie die Jungs drauf sind. Die Unterzahl in Würzburg hat noch mal zusätzlich Energie gekostet. Es sind Jungs wie Afeez Aremu beispielsweise dabei, die zwei Mal körperlich ans Limit gegangen sind. Gegen Kiel muss jeder wieder ans Limit gehen. Da werden wir genau hingucken, wer die körperliche und geistige Frische hat, um morgen alles rausdonnern zu können."

…den möglichen Einsatz von Dejan Stojanovic und Eric Smith: "Bei Dejan werden wir die Entscheidung heute treffen und diese den Torhütern dann mitteilen. Eric hat seit dem 6. Dezember kein Spiel mehr gemacht und hatte auch kein Mannschafttraining mehr, er hat sich aber fit gehalten. Eric hat noch kein Training mit der Mannschaft absolviert und ist fürs Wochenende noch kein Thema."

…den Faktor Zeit bei der Integration von Neuzugängen: "Natürlich wäre für uns eine Winterpause mit drei Wochen Vorbereitung besser. Wir holen die Jungs aber dazu, weil wir der Meinung sind, dass sie uns sofort weiterhelfen und sofort auf dem Platz stehen können. Für Eric ist die drei- bis vierwöchige Pause vielleicht auch gar nicht verkehrt, weil er dann eine gewisse Frische hat. Alle anderen kommen aus dem Trainings- und Spielbetrieb, was den Vorteil hat, dass wir sie nicht noch groß aufbelasten müssen, sondern sofort in den Wettkampf gehen können."

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…die Besetzung der rechten Abwehrseite: "Wir haben nominell vier rechte Verteidiger im Kader und gegen Kiel steht keiner zur Verfügung. Da werden wir auch wieder improvisieren müssen. Kevin Lankford kann das auf jeden Fall spielen, Leon Flach ist als Außenverteidiger auch eine Variante, obwohl er ein Linksfuß ist. Ich kann aber auch Adam Dźwigała vielleicht mal für ein Spiel nach hinten rechts ziehen. Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, das hängt auch davon ab, ob Daniel Buballa spielfähig ist oder nicht. Ich gehe davon aus, dass es bei ihm geht. Auch das werden wir erst heute sehen, ob der Daumen nach oben oder unten geht."

…die Stimmung im Training: "Ich habe es noch nie erlebt, dass man mit schlechter Laune, mit Miesepetrigkeit und einem negativen Gedankengut optimale Leistungen bringt und die Situation dadurch besser wird. Ich sehe, dass die Jungs sehr konzentriert sind. Ich finde konzentrierte und harte Trainingsarbeit und positives Gedankengut im Training eher förderlich, als dass man weiter draufhaut und immer nur schaut, was können die Jungs nicht und was machen sie nicht gut. Das ist nicht zielführend und wird dich nicht verbessern."

…Gegner Holstein Kiel: "Sie haben eine eingespielte Mannschaft, die vollkommen zurecht oben steht. Wir hatten im Saisonverlauf schon zwei Mal das Vergnügen, Testspiele gegen Kiel zu absolvieren. Von der Breite des Kaders ist es eine top besetzte Mannschaft. Ich gehe davon aus, dass sie bis zum Ende oben dabei sein werden. Sie haben keine wirklichen Schwächen, sie sind defensiv sehr stabil und haben in der Offensive mit Fin Bartels, den wir hier ja sehr gut kennen, einige herausragende Spieler. Es wird auf jeden Fall eine richtig gute Aufgabe für uns. Wir müssen alles in die Waagschale werfen, um den Platz als Gewinner zu verlassen."

Fin Bartels und Holstein Kiel spielen bislang eine sehr gute Saison, auch weil der Ex-Kiezkicker starke Leistungen zeigte, drei Tore selbst erzielte und vier weitere Treffer vorbereitete.

Fin Bartels und Holstein Kiel spielen bislang eine sehr gute Saison, auch weil der Ex-Kiezkicker starke Leistungen zeigte, drei Tore selbst erzielte und vier weitere Treffer vorbereitete.

…das Spiel gegen Kiel: "Ich hoffe, dass wir immer mit Überzeugung und Selbstvertrauen auftreten. Gerade die zweite Halbzeit in Würzburg hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt, dass sie will, dass sie intakt ist und dass die Jungs füreinander da sind. Gegen Kiel wird es ein anderes Spiel, da geht’s gegen einen wirklich starken Gegner wieder von vorne los. Immer wenn wir aktiv sind und uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, und versuchen, über den Kampf, die Laufbereitschaft und den absoluten Einsatzwillen ins Spiel zu kommen, haben wir eigentlich immer gute Spiele gemacht. Das sollten auch die primären Tugenden sein, die wir gegen Kiel auf den Platz bringen müssen."

…die Testspiele (1:2, 1:0) gegen Kiel und die unterschiedliche Entwicklung in der Liga: "Bei uns gab es im Laufe der Saison einige Punkte, wo wir einfach aufgrund von Spielglück nicht die richtigen Ergebnisse eingefahren haben. Dann kommt man vielleicht in so eine kleine Abwärtsspirale, in der man dann nur Unentschieden spielt, anstatt zu gewinnen, und man ein Spiel mehr verliert. Bei uns hat es sich leider in die falsche Richtung entwickelt, trotzdem denke ich, dass wir mit Kiel auf Augenhöhe und wir absolut wettbewerbsfähig sind. Wenn wir einen guten Tag haben, können wir sie schlagen. Das haben wir in einem der beiden Testspiele auch schon gezeigt. Ein großer Unterschied ist sicherlich die Konstanz, die die Kieler in ihren Leistungen, aber auch in der personellen Besetzung hatten. Das ist ein Punkt, den wir aufgrund von Verletzungen und Leistungsschwankungen bislang nicht so gut hinbekommen haben."

…den Umgang mit der aktuellen Negativserie: "Man muss einfach positiv bleiben und in Lösungen denken. Man muss gucken, wie man das Ruder rumkriegt. Wenn man irgendwann in den Modus kommt, sich nur noch über alles zu beschweren, und alles nur noch schwerfällt, dann wird man nicht da rauskommen. Wir alle hier an der Kollaustraße sind gefordert, den Jungs klar zu zeigen, was gut und was nicht so gut ist. Man muss kritisch sein und bei Sachen, die nicht gut laufen, den Finger in die Wunde legen. Ich sehe, dass die Jungs wollen und Gas geben. Wir kommen aus der Situation nur gemeinsam raus – alle zusammen. Wir werden es nur schaffen, wenn wir zusammenhalten, an uns glauben und überzeugt davon sind, dass Ding umzudrehen. Wenn man auf die Tabelle guckt, dann ist es unten weiterhin eng. Innerhalb von ein, zwei Spieltagen kann man über den Strich klettern und das muss unser Ziel sein. Wir müssen all unsere Kräfte bündeln und zusehen, dass wir jeden Punkt holen können. Wenn wir uns als Mannschaft noch mehr gefunden haben und unsere Leistungen konstant auf den Platz bringen, dann bin ich mir sicher, dass wir auch eine Serie hinlegen können, sodass wir da unten rauskommen."

 

(hb)

Fotos: Witters

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