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3:0 gegen dezimierten HSV - Kiezkicker holen sich Stadtmeisterschaft zurück

Der FC St. Pauli hat das Derby-Heimspiel gegen den Hamburger SV am Freitagabend (14.10.) verdient mit 3:0 (0:0) gewonnen. Im mit 29.205 Fans ausverkauften Millerntor-Stadion lieferten sich beide Teams mit dem Anpfiff eine intensive Partie, in der HSV-Kapitän Sebastian Schonlau wegen einer Notbremse Rot gesehen hatte (28.). In Überzahl vergaben die Boys in Brown zunächst diverse Hochkaräter, ehe erst Eric Smith (61.), dann Marcel Hartel (74.) und abschließend auch noch der kurz zuvor eingewechselte David Otto (89.) die Treffer zum Derbysieg erzielten.

Nach der 1:2-Niederlage bei Eintracht Braunschweig nahm Cheftrainer Timo Schultz für das Derby-Heimspiel gegen die „Rothosen“ zwei Veränderungen in seiner Startformation vor. Für David Nemeth (Adduktorenprobleme) rückte Adam Dźwigała in die Innenverteidigung, zudem kehrte der wiedergenesene Leart Paqarada für Lars Ritzka (Bank) zurück in die Startelf. Beim Stadtrivalen gab es einen Wechsel im Vergleich zum 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern, Coach Tim Walter schickte Ransford-Yeboah Königsdörffer für Sonny Kittel auf den Rasen. 

Schon weit vor dem Anpfiff des 108. Stadtduells war es richtig laut im Millerntor-Stadion, das nach den letzten beiden Derby-Heimspielen (leere Ränge im März 2021, im August 2021 waren dann 10.003 Fans dabei) wieder ausverkauft war. Das Knistern war mit immer näher rückendem Anpfiff immer mehr zu spüren – und dann rollte der Ball endlich. Nach elf Sekunden bereits die erste Torchance für unseren FCSP: Kapitän Jackson Irvine kam nach einem langen Ball und Vorlage von Etienne Amenyido zum Schuss. Abgefälscht, Ecke (1.). Die trat Marcel Hartel perfekt auf Irvine, dessen Kopfball strich nur hauchdünn über den Querbalken hinweg (2.). Ein munterer Auftakt unserer Jungs, die gegen den Ball mit einer Fünferkette agierten, dann rückte Eric Smith eine Position nach hinten. Damit hatten die zu Gäste, die Saison-übergreifend acht Liga-Auswärtsspiele in Folge gewonnen hatten, Probleme. Sie kamen so nicht wie gewünscht über ihre schnellen Außenbahnspieler Bakery Jatta und Ransford-Yeboah Königsdörffer zum Zug.

Durchs Zentrum gelang es dann aber Ludovit Reis, doch mal eine Lücke zu finden. Nach energischem Solo konnte er aus 18 Metern halbrechter Position abziehen, Nikolas Vasilj war aber zur Stelle, den abgewehrten Ball klärte Manolis Saliakas dann (11.). Auf der Gegenseite dann die große Chance zum 1:0! Nach Ballgewinn von Afeez Aremu kam der Ball über Amenyido und Irvine rechts raus zu Saliakas. Der brachte das Leder flach und scharf genau zu Amenyido. Dessen Schuss aus 14 Metern konnte Daniel Heuer Fernandes mit einer starken Parade leider entschärfen (15.). Fast im Gegenzug traf Jatta dann nach einem Konter, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte die Partie zuvor aber unterbrochen, der Treffer zählte nicht (16.). Wenig später dann noch mal der HSV. László Bénes brachte einen Freistoß von der linken Seite in die Mitte, Jatta verlängerte und am langen Pfosten reichten die 193 cm von Robert Glatzel nicht, um den Ball aufs Tor zu bringen (19.).

Es war ein von beiden Teams extrem intensiv, aber durchaus fair geführtes Spiel, in dem es immer wieder hin und her ging. Ruhepausen? Fehlanzeige! Dann wurde es aber laut am Millerntor! Bei einem langen Abschlag von Vasilj verschätzte sich Mario Vušković und Amenyido war schneller als der wohl etwas überraschte Sebastian Schonlau. Er fuhr Arm aus und brachte Amenyido als letzter Mann zu Fall. Aytekin pfiff sofort und zeigte dem „Rothosen“-Kapitän die Rote Karte wegen Notbremse (28.). Damit änderte sich natürlich das Spiel. Unsere Kiezkicker in der Folge mit mehr Ballbesitz, auch weil die dezimierten Gäste nun tiefer standen, die Räume eng machten und auf Konter setzten, die allesamt erfolglos blieben. Die Kiezkicker wiederum fanden lange keine Lücke, ehe Matanović eine perfekte Flanke von Paqarada ganz stark mit dem Außenrist verlängerte, aber nur den rechten Pfosten treffen sollte - schade (44.)! Mehr passierte nicht, torlos verabschiedeten sich beide Teams in die Kabinen.

Etienne Amenyido ist einen Schritt schnelle als Sebastian Schonlau und wird von diesem als letzter Mann zu Fall gebracht.

Die 28. Minute: Etienne Amenyido ist schneller als Sebastian Schonlau, der den Arm ausfährt, Amenyido zu Fall bringt und Rot sieht.

Personell unverändert kehrten beide Teams auf den von den Rängen ausgehend in den ersten Minuten benebelten Rasen zurück. Hier hatten die Boys in Brown die erste Chance. Nach langen Ball von Smith auf Saliakas und dessen Flanke auf Amenyido legte Letzterer zu Hartel ab. Dessen Schuss aus 14 Metern wurde gerade noch geblockt (49.). Nicht viel später hatte Jakov Medić nach einer Ecken-Variante die Chance zur Führung, er setzte seinen Kopfball aber knapp zwei Meter neben den rechten Pfosten (52.). Augenblicke später jagte Paqarada das Leder mit viel Wucht aus halblinker Position dann deutlicher neben das HSV-Gehäuse (53.). Aufregung dann auf der Gegenseite nach einem Zweikampf von Medić und Königsdörffer, der im Strafraum zu Fall kam. Dass Aytekin weiterspielen ließ, war die richtige Entscheidung (54.).

Die Elf von Timo Schultz hatte gegen dezimierte Gäste mehr vom Spiel und erspielten sich binnen Minuten Chance um Chance. Erst zog Paqarada erneut mit viel Wucht von der linken Seite ab, dieses Mal mit dem schwachen rechten Fuß – Außennetz (58.). Bei einem Kopfball von Matanović nach Saliakas-Flanke fehlten wenig später dann gute drei Meter (59.). Ganz genau sollte dann aber Smith zielen. Nach einer Ecke von Hartel stieg er höher als Heyer und köpfte den Ball – unhaltbar für Heuer Fernandes – aus acht Metern ins linke Eck. Das Millerntor stand Kopf – 1:0 (61.)!!! Dann nach langer Zeit mal wieder der HSV, doch mit dem Schuss von Königsdörffer hatte Vasilj keine Probleme (64.).

In der Entstehung der Torchance hatte sich Medić an der rechten Schulter verletzt, er konnte aber weitermachen. Die Intensität in den Zweikämpfen wurde nun immer größer, es ging mitunter hart zur Sache. So musste sich u.a. Amenyido länger behandeln lassen und auch ausgewechselt werden. Für ihm kam Lukas Daschner in die Partie (71.). Kaum auf dem Platz konnte er mit den Teamkollegen auch schon das 2:0 bejubeln! Saliakas legte den Ball auf rechts in den Lauf des mitgelaufenen Irvine, der legte flach in die Mitte, wo Matanović den Ball nicht traf. Was aber gut so war, denn Hartel stand goldrichtig und schob aus zwölf Metern ins linke untere Eck ein – 2:0 (74.)!!!

Nachdem Matanović nach Paqarada-Hereingabe an Heuer Fernandes gescheitert war, war für ihn und auch Saliakas Feierabend. Schultz schickte Luca Zander und David Otto auf den Rasen (80.), wenig später auch noch Lars Ritzka und Connor Metcalfe für Leart Paqarada und Afeez Aremu (85.). Vom HSV kam nichts mehr, während unsere Kiezkicker weiter den Weg nach vorne und sie wurden noch mal belohnt. Ritzka flankte von links in die Mitte, Otto stand völlig blank und köpfte aus drei Metern ein - das 3:0 (89.)!!! Noch vor dem Abpfiff schallte immer wieder ein „Derbysieger, Derbysieger - hey, hey“ durchs Stadion, ehe dann auch der Schlusspfiff ertönte. Unsere Jungs gewannen das Derby am Ende verdient mit 3:0, holten sich die Stadtmeisterschaft zurück und feierten unter „Die Nummer Eins der Stadt sind wir“-Gesängen mit den FCSP-Fans den auch in der Höhe verdienten Derbysieg!

FC St. Pauli

Vasilj - Saliakas (80. Zander), Dźwigała, Medić, Paqarada (85. Ritzka) - Smith, Aremu (85. Metcalfe), Irvine, Hartel - Amenyido (71. Daschner), Matanović (80. Otto)

Cheftrainer: Timo Schultz

 

Hamburger SV

Heuer Fernandes - Heyer (87. Bilbija), Vušković, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis, Bénes (65. Dompé) - Königsdörffer (75. Kittel), Glatzel, Jatta

Cheftrainer: Tim Walter

 

Tore: 1:0 Smith (61.), 2:0 Hartel (74.), 3:0 Otto (89.)

Gelbe Karten: Medić, Vasilj, Saliakas / Heuer Fernandes

Rote Karte: Schonlau (28., Notbremse)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Fans: 29.205 (ausverkauft)

 

(hb)

Fotos: FC St. Pauli / Witters

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