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Nur 1:1 gegen Sandhausen - dominante Kiezkicker verpassen Heimsieg

Der FC St. Pauli hat sich vom SV Sandhausen mit 1:1 (1:0) getrennt und den dritten Heimsieg verpasst. Im ausverkauften Millerntor-Stadion waren die Kiezkicker die kompletten 90 Minuten spielbestimmend, dank des Treffers von Kapitän Jackson Irvine (38.) führten sie zur Pause auch verdient. David Kinsombi machte mit seinem Treffer (71.) den erhofften Heimsieg aber zunichte.

Nach dem 2:2 bei der SpVgg Greuther Fürth nahm Cheftrainer Timo Schultz für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen eine Veränderung vor. Etienne Amenyido stand erstmals in der laufenden Saison in der Startelf, dafür nahm David Otto auf der Bank Platz. Bei den Gästen eine Veränderung im Vergleich zum torlosen Remis gegen den 1. FC Kaiserslautern: Coach Alois Schwartz schickte Ex-Kiezkicker Tom Trybull anstelle von Matej Pulkrab auf den Rasen. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge (zwei Remis, eine Niederlage) wollten die Braun-Weißen gegen die seit vier Partien sieglosen Sandhäuser (ein Remis, drei Niederlagen) unbedingt gewinnen und ihren dritten Heimsieg bejubeln.

Bei optimalen äußeren Bedingungen hatte die Schultz-Elf im ausverkauften Millerntor von Beginn an ein deutliches Plus an Ballbesitz und die erste Chance. Mit einem Kopfball von Marcel Hartel nach Flanke von Manolis Saliakas hatte SVS-Keeper Patrick Drewes keine Probleme (6.). Nach einer schönen Kombination dann die erste dicke Chance, als Lukas Daschner von halblinks in den Strafraum zu Johannes Eggestein durchstecken konnte. Der Angreifer erreichte den Ball mit einem langen Schritt und scheiterte an Drewes (10.). Im Gegenzug dann der SVS: Philipp Ochs hatte auf der linken Seite zu viel Platz und fand mit seiner Hereingabe Merveille Papela. Dessen Kopfball aus zehn Metern strich gut vier Metern am Tor vorbei (11.).

Kurz darauf fast die Führung für unseren FCSP! Nach einem schnell vorgetragenen Angriff konnte Aleksandr Zhirov einen Querpass von Eggestein ablaufen, er schoss aber den mitgelaufenen Lukas Daschner an und der kam aus neun Metern frei zum Schuss. Drewes reagierte allerdings überragend und verhinderte mit den linken Fuß das schon sicher geglaubte 1:0 (15.). In der Folge blieb es dabei: Die Kiezkicker hatten mehr vom Spiel, fanden gegen die dicht gestaffelte SVS-Defensive aber zu selten mal eine Lücke. Die Gäste wiederum nutzten braun-weiße Ballverluste für schnelle Konter, die allerdings erfolglos bleiben sollten.

Es dauerte 21 Minuten bis zur nächsten Chance: Saliakas konnte nach Doppelpass mit Amenyido von rechts in die Mitte flanken, wo Eggestein höher stieg als Gegenspieler Dario Đumić. Seinem Kopfball fehlte aber die nötige Wucht – Drewes packte sicher zu (36.). Deutlich mehr Druck bekam Jackson Irvine wenig später in seinen Kopfball. Nach Flanke von Leart Paqarada war der heutige Kapitän vor Zhirov am Ball und köpfte diesen, unhaltbar für Drewes, zum 1:0 in den rechten oberen Winkel (38.) – ein schöner Treffer! Nicht viel später hatte Amenyido das 2:0 auf dem Fuß, im Anschluss an eine Hartel-Eck verzog er aus halbrechter Position um knapp zwei Meter (41.). Mehr passierte in Durchgang eins nicht und so ging’s mit der verdienten 1:0-Führung in die Pause.

Leart Paqarada und Jackson Irvine bejubeln das 1:0.

Flankengeber Leart Paqarada (li.) und Torschütze Jackson Irvine (re.) bejubeln das 1:0.

Personell unverändert kehrten beide Teams nach der 15-minütigen Verschnaufpause auf den Rasen zurück. Hier waren die Kiezkicker weiterhin spielbestimmend, nach einer Ecke dann die nächste Chance. Hartel brachte das Leder in die Mitte, David Nemeth stieg am höchsten – drüber (53.). Die nächste Möglichkeit hatte dann Paqarada. Aus halblinker Position zog er energisch ab, Drewes war aber zur Stelle (56.). Die Gäste hatten trotz des Rückstandes nach der Pause nichts an ihrer Spielweise geändert, sie standen weiter sehr kompakt und störten den braun-weißen Spielaufbau in der Regel kurz vor der Mittellinie. Nach einer guten Stunde reagierte SVS-Coach Alois Schwartz dann aber und nahm einen Dreifach-Wechsel vor.

Am Spielgeschehen änderte dies aber nichts, die Schultz-Elf erspielte sich die nächsten Chancen. Zunächst schlenzte Eggestein das Leder aus 18 Metern knapp rechts vorbei (63.). Augenblicke später brachte Eggestein dann eine Flanke von der Grundlinie auf den völlig freistehenden Saliakas. Dessen Schuss aus zwölf Metern halbrechter Position klatschte an den linken Pfosten, den Nachschuss von Amenyido konnte die SVS-Defensive dann blocken (65.). Nachdem der vermeintliche Ausgleich durch Đumić nach einem Freistoß aus dem Halbfeld aufgrund einer Abseitsstellung zurecht abgepfiffen worden war (68.), nahm Schultz einen Doppelwechsel vor: Igor Matanović und David Otto ersetzten Johannes Eggestein und Etienne Amenyido (69.).

Das neue Sturm-Duo war kaum auf dem Rasen, da bejubelte der SVS doch den Ausgleich. Im Anschluss an einen erneuten einen Freistoß aus dem Halbfeld konnten die Kiezkicker nicht ausreichend klären und Zhirov den Ball so von rechts noch mal in die Mitte bringen. Am langen Pfosten hatte David Kinsombi zu viel Platz und schob aus vier Metern ein. Das 1:1 - wie eine kalte Dusche (71.). Auf der Gegenseite probierte es Saliakas aus dem Rückraum, verzog aber um knapp zwei Meter (74.). In der Schlussphase sollte Connor Metcalfe, in der Vorwoche in Fürth kurz nach seiner Einwechslung Torschütze zum 2:2, noch mal Impulse setzen, für ihn ging Eric Smith vom Feld (79.). Sandhausen dann fast mit der Führung: Der eingewechselte Christian Kinsombi zog aus 18 Metern ab, dem bis dahin beschäftigungslosen Nikola Vasilj rutschte der Ball durch die Finger und klatschte an den Pfosten. (80.).

Anschließend warfen die Braun-Weißen noch mal alles nach vorne, inzwischen waren Luca Zander und Betim Fazliji für Manolis Saliakas und David Nemeth (86.) dabei. Zander hätte beinahe einen perfekten Einstand gehabt. Nach Hartel-Ecke setzte er eine Kopfballverlängerung von Irvine aus kurzer Distanz nur knapp drüber (86.). Der Siegtreffer sollte aber nicht mehr gelingen, auch weil Zander den Ball bei der letzten von Otto verlängerten Ecke nicht aufs Tor bekommen sollte (90.+5), und so musste sich die Schultz-Elf mit dem Remis zufriedengeben.

FC St. Pauli

Vasilj - Saliakas (86. Zander), Nemeth (86. Fazliji), Medić, Paqarada - Hartel, Irvine, Smith (79. Metcalfe), Daschner - Amenyido (69. Otto), Eggestein (69. Matanović)

Cheftrainer: Timo Schultz

 

SV Sandhausen

Drewes - Ajdini, Zhirov, Đumić, Okoroji - Trybull (61. C. Kinsombi), Ochs (61. Soukou), Papela, D. Kinsombi (90.+3 Höhn) - Esswein (61. Pulkrab), Bachmann

Cheftrainer: Alois Schwartz

 

Tore: 1:0 Irvine (38.), 1:1 D. Kinsombi (71.)

Gelbe Karten: keiner / Papela, Trybull

Schiedsrichter: Michael Bacher (München)

Fans: 29.546 (ausverkauft)

 

(hb)

Fotos: Witters

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