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22 Jahre sind genug

Am Sonntag (4.11.) reisen die Kiezkicker auf die Alm nach Ostwestfalen. Am 12. Spieltag ist die Mannschaft von Markus Kauczinski zu Gast beim DSC Arminia Bielefeld. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wartet der FC St. Pauli dort auf einen Erfolg. Es reicht langsam, finden wir.

 

Es kommt selten vor im Fußball, dass eine Mannschaft trotz einer Niederlage so gelobt wird, als hätte sie ein Spiel gewonnen. So geschehen am vergangenen Wochenende nach der Partie der Boys in Brown gegen Holstein Kiel. In einem hochklassigen Zweitligaspiel musste sich die Elf von Markus Kauczinski mit 0:1 am Millerntor gegen die Störche geschlagengeben. Spätestens Sami Allaguis Heber an die Latte in der Schlussphase hätte der verdiente Ausgleich für die Kiezkicker sein können. "Man sieht die fußballerische Weiterentwicklung. Die ist erfreulich. Nun sammeln wir uns und fahren auf die Alm und holen uns die Punkte wieder", gab Keeper Robin Himmelmann nach dem Spiel die Marschroute für das Spiel gegen die Mannschaft von Jeff Saibene aus.

Dass es mit dem Punkte holen auf der Alm nicht so einfach ist, kann der Schlussmann der Braun-Weißen aus eigener Erfahrung bestätigen. So ging der letzte Auftritt auf der Alm mit 0:5 in der vergangenen Spielzeit ordentlich in die Hose. Insgesamt gehört die Fahrt nach Ostwestfalen nicht zu den Lieblingsreisezielen der Boys in Brown. Es war das Jahr 1996 als der FC St. Pauli, damals unter der Leitung von Cheftrainer Uli Maslo, das letzte Mal dreifach in Bielefeld Punkten konnte. "Gerdl" Scharping und Bernd Eigner trafen am 2. Spieltag der Bundesliga-Saison 1996/97. Die nachfolgenden Duelle endeten entweder in einer Punkteteilung oder einer Niederlage. 22 Jahre also ist es her, dass der braun-weiße Anhang in Ostwestfalen nach 90 Minuten feiern konnte. Zeit, das zu ändern!

Aber Achtung, hier kommt nun die eindringliche Warnung! Der DSC Arminia Bielefeld steckt aktuell in keiner guten Phase. Stand die Elf von Jeff Saibene am 34. Spieltag der Saison 2017/18 auf einem herausragenden vierten Tabellenplatz, hakt es aktuell ein wenig. Seit fünf Pflichtspielen musste der DSC das Grün als Verlierer verlassen. Es wartet also ein Gegner, der mit allem Mitteln den Bock umstoßen möchte und nichts unversucht lassen wird, nach 90 Minuten drei Punkte auf der Habenseite zu wissen. "Jetzt müssen wir die Mannschaft aufrichten und auf Sonntag vorbereiten - da wartet ein wichtiges Spiel", erklärte Coach Saibene nach dem 0:3 am vergangenen Mittwoch (31.10.) gegen den MSV Duisburg in der 2. Runde des DFB-Pokals. Ihr kennt St. Paulis Eigenheiten mit Gegnern in der Krise.

Für die Mannschaft von Markus Kauczinski kommt es am Sonntag auf zwei Aspekte an. Erstens: Die guten Dinge aus der Niederlage gegen Kiel mitnehmen und im richtigen Moment zuschlagen. Zweitens: Die wahrscheinliche wilde Anfangsphase der Bielefelder überstehen und mit den richtigen Mitteln Nadelstiche setzen. Dann, und nur dann, können Marvin Knoll und seine Kollegen in die Fußstapfen von Christian Springer, Thomas Sobotzik, und Bernd Eigner treten und selbst Geschichte schreiben. 22 Jahre sind genug.

 

(lf)

Foto: Witters

 

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