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Remis gegen den Tabellenführer - Kiezkicker erkämpfen sich ein 1:1 gegen Darmstadt

Der FC St. Pauli trennt sich am heimischen Millerntor mit 1:1 (0:0) gegen den Tabellenführer SV Darmstadt 98. 29.546 Zuschauer*innen sahen eine umkämpfte Partie mit guten Abschlussmomenten auf beiden Seiten. Die Gäste gingen durch Frank Ronstadt zunächst in Führung (60.), ehe Lukas Daschner zugunsten der Kiezkicker neun Minuten später den verdienten Ausgleich besorgte.

Cheftrainer Timo Schultz vertraute der Startelf aus der Auswärtspartie bei Arminia Bielefeld und nahm keine Veränderungen vor. Daher agierten die Braun-Weißen, wie in den vergangenen drei Pflichtspielen zuvor, mit einer Dreier- bzw. Fünferkette. Sein Gegenüber Torsten Lieberknecht wechselte auf Darmstädter Seite auf einer Position. Frank Ronstadt durfte von Beginn an ran. Dafür musste Emir Karic auf der Bank Platz nehmen. Vor Anpfiff gab es noch eine beeindruckende Choreographie auf der Südkurve, anlässlich des 20-jährigen Bestehens von USP.

Vom Anpfiff weg versuchten die Kiezkicker dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken und mutig nach vorne zu spielen. Dabei agierte Lukas Daschner wie schon in Bielefeld und beim Pokalspiel in Freiburg als zweite Spitze neben Etienne Amenyido. In der siebten Minute musste die Schultz-Elf allerdings zum ersten Mal eine höchst brenzlige Situation überstehen. Nach einem Freistoß war es FCSP-Abwehrspieler Betim Fazliji, der die Hereingabe von Tobias Kempe mit einem Kopfball zur Bogenlampe werden lies. Nikola Vasilj im Kasten der Kiezkicker lenkte die Kugel noch mit den Fingerspitzen an den Querbalken, Glück für die Braun-Weißen.

In der zwölften Spielminute kam die Schultz-Elf erstmals zum Abschluss. Marcel Hartel zog von links nach innen und schoss aus knapp 18 Metern auf den SVD-Kasten, allerdings zu zentral, sodass Torhüter Marcel Schuhen bei dem Versuch keine Probleme hatte. Nach 21 Zeigerumdrehungen hatte der Großteil des Millerntors bereits den Torschrei auf den Lippen. Afeez Aremus Schuss aus gut 20 Metern prallte Schuhen nur nach vorne ab, wo Marcel Hartel stand, allerdings die Kugel nicht sauber traf und neben das Gehäuse beförderte.

In der Folge mussten die Kiezkicker einige Standards und Flanken der Darmstädter überstehen, die das Team aber im Verbund aus der Gefahrenzone brachte. Das Schultz-Team war wiederum selbst bemüht, entweder durch Ballgewinne der vordersten Linie oder durch schnelle Umschaltmomente nach Darmstädter Angriffen zu eigenen Offensivaktionen zu kommen. Die Partie wurde nach einer guten halben Stunde allerdings etwas zerfahrener, viele Zweikämpfe gerade im Mittelfeld wurden durch den Unparteiischen Bastian Dankert immer wieder unterbrochen, weshalb wenig Spielfluss und kaum nennenswerte Abschlüsse zustande kamen. Die Begegnung lebte aber über weite Strecken der ersten Hälfte von ihrer Intensität.

Sieben Minuten vor der Pause gelang es den Kiezkickern aber, durch einen sehenswert vorgetragenen Angriff bis vor den Darmstädter Kasten zu kommen - und wie! Ein starker Ball auf Etienne Amenyido, der mit dem Rücken zum Tor aus 30 Metern das Leder mit nur einem Kontakt weiterspielte, fand den in die Schnittstelle gestarteten Jackson Irvine, der nur noch Schuhen vor sich hatte, aber am gut postierten SVD-Keeper scheiterte. Wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff hatten die Braun-Weißen ihre stärkste Phase. Nach einem schönen Solo von Amenyido an der Grundlinie drang der Angreifer in die Box, seinen Schuss fälschte Patric Pfeiffer ans Außennetz ab - dann ging es torlos in die Pause.

 

Imposante Choreographie auf der Südkurve anlässlich des 20-jährigen Bestehens von Ultrá Sankt Pauli.

Imposante Choreographie auf der Südkurve anlässlich des 20-jährigen Bestehens von Ultrá Sankt Pauli.

Zum Start der zweiten Halbzeit gab es keine Wechsel auf beiden Seiten. Fünf Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff hielt das Millerntor kurz den Atem an, als Kapitän Leart Paqarada am langen Pfosten einen Kopfball von Christoph Zimmermann nach einem Eckball vor der Linie klärte - die Gäste aus Hessen kamen druckvoll aus der Kabine und setzten sich erstmal in der Hälfte der Kiezkicker fest. So war Nikola Vasilj nach einem Schuss von Braydon Manu gefordert und auch in der darauffolgenden Ecke musste sich der FCSP-Keeper ganz lang machen um zu klären (53.). 

Das Publikum merkte, dass der Schultz-Elf in dieser Phase des Spiels der Zugriff fehlte und so peitschte er das Team mit lauten Anfeuerungsrufen nach vorne. Tatsächlich befreiten sich die Braun-Weißen ab der 58. Minute etwas und hatten durch Amenyido die große Chance in Führung zu gehen. Sein Kopfball nach einer starken Flanke landete aber in den Händen von Schuhen, der blitzschnell unten war.

Treffsicherer zeigten sich die Gäste in der 60. Minute, als Frank Ronstadt auf der linken Seite den Ball nach einer Seitenverlagerung frei annehmen konnte und von der Strafraumkante aus ins lange Eck schlenzte - keine Chance für Vasilj im Kasten der Kiezkicker. Auch nach dem Führungstreffer der Hessen waren es die "Lilien", die sich weitere Tormöglichkeiten erspielten. Ein Langer Ball fand Angreifer Philip Tietz, der das Leder einfach über seinem Kopf abtropfen ließ und so gefährlich für Vasilj machte, der aber die Chance vereitelte (63.). 

Cheftrainer Timo Schultz brachte anschließend mit einem dreifachen Wechsel frische Offensivkräfte. Und das zahlte sich postwendend aus. Der eingewechselte Johannes Eggestein schaffte es, bis zur Grundlinie durchzubrechen und im Zentrum den ebenfalls eingewechselten Connor Metcalfe zu finden, der mustergültig auf Lukas Daschner ablegte und dieser zum 1:1-Ausgleich traf (69.).

Die Braun-Weißen hatten jetzt das Momentum auf ihrer Seite. Hartels Schlenzer aus gut 20 Metern von der linken Strafraumkante aus verfehlte aber dann doch das SVD-Gehäuse ein gutes Stück, dennoch waren die Boys in Brown nach Darmstadts starker Phase zu Wiederbeginn der zweiten Hälfte jetzt am Drücker die Partie zu drehen. Bei einem Freistoß von Eric Smith in der 78. Minute musste sich Schuhen ganz lang machen.

Die Schlussphase wurde noch einmal spannend und hektisch, weil beide Teams mehr als den einen Zähler wollten. Lukas Daschner hatte fünf Zeigerumdrehungen vor dem Schlusspfiff die Möglichkeit, die Partie für braun-weiß zu drehen. Sein Kopfball im Anschluss eines Eckballs ging aus kurzer Distanz aber nur an den Pfosten. Die Kiezkicker warfen in der Nachspielzeit noch einmal alles nach vorne, der "Lucky-Punch" glückte aber nicht mehr, sodass es beim Remis blieb. Die Braun-Weißen sind damit weiterhin vor heimischer Kulisse ungeschlagen, die Gäste aus Darmstadt bleiben Spitzenreiter in der 2. Bundesliga.

 

 

FC St. Pauli

Vasilj - Saliakas (76. Zander), Fazliji (68. Metcalfe), Irvine, Smith, Hartel, Daschner (89. Boukhalfa), Amenyido (68. Otto), Aremu (68. Eggestein), Paqarada, Dźwigała

Cheftrainer: Timo Schultz

 

SV Darmstadt 98

Schuhen - Zimmermann, Pfeiffer, Mehlem (79. Ben Balla), Manu (90.+2 Leipold), Tietz, Kempe (90.+2 Riedel), Ronstadt (79. Vilhelmsson), Müller (66. Karic), Bader, Holland

Cheftrainer: Torsten Lieberknecht

 

Tore: 0:1 Ronstadt (60.), 1:1 Daschner (69.)

Gelbe Karten: Fazliji, Saliakas, Aremu / Mehlem

Schiedsrichter: Bastian Dankert

Fans: 29.546 (ausverkauft)

 

(ch)

Fotos: FC St. Pauli

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