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0:4 in Darmstadt - wieder einmal nichts zu holen am Böllenfalltor

Nach fünf Spielen ohne Niederlage sind die Kiezkicker am Sonnabend (23.5.) beim SV Darmstadt 98 erstmals seit Mitte Februar wieder ohne Punktgewinn geblieben. Bei den Lilien unterlagen die in Halbzeit eins überlegenen Braun-Weißen am Ende deutlich mit 0:4 (0:1). Mathias Honsak brachte Darmstadt früh in Führung (7.), Yannick Stark (74.), Marvin Mehlem (78.) und Victor Palsson (89.) sorgten mit ihren Treffern in der Schlussphase für einen deutlichen Sieg. In der Nachspielzeit verschoss Dimitrios Diamantakos dann noch einen Handelfmeter.

Im Vergleich zum zurückliegenden 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg nahm Cheftrainer Jos Luhukay drei Veränderungen in seiner Startformation vor. Für Matt Penney, Dimitrios Diamantakos und Henk Veerman begannen James Lawrence, Viktor Gyökeres und Boris Tashchy. Das Trio sollte dazu beitragen, dass die Kiezkicker nach vier Auswärtsniederlagen in Folge endlich mal wieder in Darmstadt  punkten – am besten natürlich dreifach.

Bevor der Ball im leeren Böllenfalltor rollte, gedachten beide Teams in einer Schweigeminute den Opfern des Coronavirus. Darmstadt erwischte den besseren Start und legte direkt den Vorwärtsgang ein. Im Anschluss an die erste Ecke dann auch schon die erste Chance für die Lilien. Mathias Honsak konnte nach gerade einmal 57 Sekunden aus gut 13 Metern abziehen, doch Robin Himmelmann war hellwach und rettete per Fuß (1.). Nur fünf Minuten später erneut die Lilien und wieder stand Honsak im Mittelpunkt. Nach einem folgenschweren Ballverlust auf der linken Abwehrseite bewies Victor Palsson, 1:0-Siegtorschütze im Hinspiel, gute Übersicht, sein Zuspiel von der Torauslinie konnte Honsak aus knapp acht Metern zur Führung der Gastgeber nutzen (7.).

Nach einer Viertelstunde nahmen die Kiezkicker das Heft immer mehr in die Hand und als sie den Ball über die rechte Seite erstmals richtig schnell laufen ließen, wurde es gefährlich. Ryo Miyaichi legte im Strafraum flach zu Tashchy zurück, doch dessen Schuss konnte Dario Dumic gerade noch blocken (15.). Im Gegenzug hatte Tim Skarke dann gleich zwei Mal den zweiten Darmstädter Treffer auf dem Fuß, erst stand Lawrence im Weg, Augenblicke später dann Leo Østigård (16.). Wieder rüber auf die andere Seite, wo Østigård eine Ecke knapp drüber köpfte, ehe die Luhukay-Elf die große Chance zum Ausgleich hatte. Erst konnten die Lilien einen Schuss von Rico Benatellis Schuss gerade noch blocken, dann scheiterte Viktor Gyökeres aus aussichtsriecher Position an Darmstadt-Keeper Marcel Schuhen (18.).

Es ging weiterhin hin und her, Langeweile kam auf dem Rasen nicht auf. Schuhen packte auch bei einem 18-Meter-Schuss von Waldemar Sobota sicher zu (25.), während Felix Platte das Leder im Gegenzug aus aussichtsreicher Position zu hoch platziert hatte (26.). Für die Kiezkicker hatte Gyökeres die nächste Möglichkeit, sein Schuss aus dem Rückraum wurde jedoch abgefälscht und flog deutlich über das Lilien-Gehäuse hinweg (29.). Die anschließende Ecke von Marvin Knoll nahm Miyaichi aus 14 Metern direkt, der Japaner traf das Leder aber nicht richtig – vorbei (30.).

Dann erneut das Duell Schuhe gegen Gyökeres. Dieser wollte das Leder von der linken Seite in die lange Ecke schlenzen, doch Darmstadts Keeper war zur Stelle und lenkte den Ball über das Tor (36.). Auch Schuhens Gegenüber Himmelmann musste sich nur zwei Minuten später strecken, als er einen Distanzschuss von Fabian Schnellhardt entschärfen konnte (38.). Es blieb die letzte nennenswerte Szene und so ging's mit dem 1:0 für die Gastgeber in die Halbzeitpause.

Mathias Honsak war in einer ersten Hälfte mit vielen Torchancen der einzige Akteur, der genügend Zielwasser getrunken hatte.

Mathias Honsak war in einer ersten Hälfte mit vielen Torchancen der einzige Akteur, der genügend Zielwasser getrunken hatte.

Personell unverändert kehrte beide Teams auf den Rasen zurück. Unverändert auch das Spielgeschehen: Die Kiezkicker hatten weiterhin mehr vom Spiel, die Gastgeber wiederum verteidigten mit der Führung nun etwas tiefer und standen in der eigenen Hälfte noch kompakter. Nach einem Vorstoß von Kapitän Daniel Buballa ergab sich dann aber eine Lücke, doch Miyaichi brauchte im Strafraum einen Tick zu lange für den Abschluss – wieder einmal geblockt (49.).

Die Gastgeber dann mal mit einem Freistoß aus 23 Metern. Schnellhardt trat an und schlenzte das Leder zwar gefühlvoll über die Mauer hinweg, aber auch knapp neben den Kasten von Himmelmann (54.). Wenig später dann die ersten Wechsel auf braun-weißer Seite, Luhukay nahm gleich vier seiner insgesamt fünf Wechsel vor! Johannes Flum, Luis Coordes, Henk Veerman und Dimitrios Diamantakos nun anstelle von Daniel Buballa, Rico Benatelli, Viktor Gyökeres und Boris Tashchy  dabei. Bei Darmstadt kam Serdar Dursun für den verletzten Felix Platte und Dursun legte direkt er Hacke für Marcel Heller. Der umkurvte Himmelmann und traf zum 2:0, stand jedoch knapp im Abseits – der Treffer zählte nicht (63.).

Dursun sorgte für Belebung bei den Lilien, er hatte wenig später die Chance zum zweiten Darmstädter Treffer, doch Lawrence war gerade noch per Grätsche zur Stelle und entschärfte den Schuss (67.). Kurz darauf musste der starke Himmelmann gegen Honsak sein ganzes Können aufbieten, gleich zwei Mal verhinderte das 0:2 (70.). Die Braun-Weißen fanden weiterhin kein Mittel gegen gut verteidigende Darmstädter, die wiederum den Vorwärtsgang einlegten und durch den eingewechselten Yannick Stark auf 2:0 erhöhen konnten. Der acht Minuten zuvor für Tim Skarke gekommene Mittelfeldspieler hatte aus 22 Metern abgezogen und den Ball, unhaltbar für Himmelmann, ins rechte untere Eck gejagt (74.).

Dabei sollte es aber nicht bleiben… Die Lilien nun richtig effektiv und wenig später mit dem 3:0. Der kurz zuvor eingewechselte Tobias Kempe hatte das Leder von links flach in die Mitte gebracht, dort bleib der ebenfalls eingewechselte Marvin Mehlem eiskalt und traf aus zehn Metern ins rechte Eck (78.). Kurz vor dem Abpfiff legte Palsson dann noch einen Treffer nach, seine Direktabnahm klatschte an die Latte und sprang dann von Himmelmanns Arm zum 0:4 aus braun-weißer Sicht über die Linie (89.). Kurz vor dem Abpfiff gab es nach einem Handspiel von Fabian Holland dann noch einen Elfmeter für die Luhukay-Elf, diesen setzte Diamantakos jedoch links neben das Tor (90.+1) und so endete die Partie mit 0:4.

SV Darmstadt 98

Schuhen - Herrmann, Dumic, Rapp, Holland - Palsson, Schnellhardt (75. Mehlem) - Heller (75. Paik), Honsak (75. Kempe), Skarke (66. Starck) - Platte (61. Dursun)

Cheftrainer: Dimitrios Grammozis

 

FC St. Pauli

Himmelmann - Ohlsson, Østigård, Lawrence, Buballa (61. Coordes) - Benatelli (61. Flum), Knoll (77. Becker) - Miyaichi, Sobota, Gyökeres (61. Diamantakos) - Tashchy (61. Veerman)

Cheftrainer: Jos Luhukay

 

Tore: 1:0 Honsak (7.), 2:0 Starck (74.), 3:0 Mehlem (78.), 4:0 Palsson (89.)

Bes. Vorkommnis: Diamantakos verschießt Handelfmeter (90.+1)

Gelbe Karten: keiner / Buballa, Østigård (5. / gegen Heidenheim gesperrt)

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes

 

(hb)

Fotos: Witters

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