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"Für den Moment bin ich froh, dass wir durchatmen können"

Nach dem 3:1-Heimsieg des FC St. Pauli gegen den SV Sandhausen äußerten sich die beiden Cheftrainer Markus Kauczinski und Kenan Kocak zu den zurückliegenden 90 Minuten am Millerntor. Während Kocak den Spielverlauf als "ärgerlich und bitter" bezeichnete, freute sich Kauczinski natürlich über die drei Zähler. Mit der spielerischen Leistung seiner Mannschaft war er aber nur bedingt zufrieden.

„Ich check’s bei uns noch nicht so ganz“, erklärte Markus Kauczinski nach der Partie erst einmal. Unser Cheftrainer holte weiter aus: „Wir haben uns viel vorgenommen und wollten den Leuten ein gutes Spiel zeigen. Das haben wir getan, die ersten 25 Minuten haben wir richtig gut gespielt und ein sehr schön herausgespieltes Tor erzielt. Mit dem Tor haben wir den Zugriff ein bisschen verloren, mit der zweiten Halbzeit verlieren wir ihn dann und rennen hinterher. In der Zone, in der wir attackieren wollen, haben wir zu viel zugelassen. Das Hauptproblem war für mich, dass die Bälle zu schnell weg waren und wir es nicht mehr geschafft haben, die Bälle zu sichern. So kommst du nicht dazu, dein eigenes Spiel zu machen. Wir müssen das in den Griff kriegen und lernen, unser Spiel durchzuziehen. Wir sind kritisch mit uns. Ich will verstehen, warum wir super anfangen und das Spiel dann komplett aus der Hand geben. Das geht nicht", stellte Kauczinski fest.

Seine Mannschaft habe nach dem Seitenwechsel um das Gegentor gebettelt, fügte unser Cheftrainer hinzu: „Das Tor ist richtigerweise dann auch gefallen. Danach haben wir dann wieder angezogen. Wir haben dann offensiv gewechselt. Es war wichtig, der Mannschaft zu zeigen, dass wir das Spiel nicht über die Zeit bringen wollten, dass wir mit dem nicht Unentschieden zufrieden sind. Das ist uns dann glücklicherweise auch gelungen. Es ist am Ende auch Qualität, das wir noch mal so kombinieren.“

Mit der spielerischen Leistung seiner Mannschaft konnte Kauczinski nicht zufrieden sein, mit den drei Punkten allerdings schon: „Von zwölf möglichen Punkten haben wir zehn geholt. Das ist eine starke Ausbeute.“ Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen die Kiezkicker allerdings eine Schippe drauflegen. „Für den Moment bin ich froh, dass wir durchatmen können und dass die Mannschaft versucht, Dinge zu verändern. Wir haben noch viel zu tun, zu arbeiten und zu entwickeln. Das ist unsere Aufgabe, das packen wir an.“

Als „Halb-Badener“, so Kauczinski, habe er heute zwar nicht mit dem SVS mitgefiebert, aber er drückt dem SVS die Daumen, dass er die schwierige Situation meistert. „Wenn ihr so weitermacht wie heute in der zweiten Halbzeit, bin ich mir sicher, dass ihr da rauskommt“, richtete Markus Kauczinski eingangs der Pressekonferenz aufmunternde Worte in Richtung Kenan Kocak. Dieser wiederum gratulierte Kauczinski zunächst zu den drei Punkten, widmete sich dann aber den zurückliegenden 90 Minuten plus Nachspielzeit. „Das Spiel hat nicht nach unserem Geschmack angefangen. Wir wollten besseren Zugriff in die Partie finden und hatten 15 bis 20 Minuten Probleme. Trotzdem hatten wir zwei Chancen, bekommen dann aber das 0:1. Anschließend haben wir das Spiel neutralisiert“, erklärte Kocak.

Nach dem Seitenwechsel sah der SVS-Coach seine Mannschaft im Vorteil. „Da waren wir klar spielbestimmend und haben uns viele Chancen erspielt. Diese haben wir leider nicht gemacht. Dann ist uns dennoch der hochverdiente Ausgleich gelungen. Man konnte an der Reaktion der Mannschaft sehen, dass wir weiter auf Sieg spielen wollten. Nur eine Minute nach dem Ausgleich hat Kevin Behrens die riesen Chance zum 2:1. Es ist dann sehr ärgerlich und bitter, dass wir in der Nachspielzeit durch eine Einwurf-Situation das 1:2 bekommen und nach einem Konter, als wir aufgemacht haben, das dritte Tor kassieren. Die Jungs tun mir leid, das haben sie nicht verdient. Wenn wir das Spiel heute gewinnen, darf sich keiner beschweren“, so Kocak, der abschließend hinzufügte: „Die Situation ist jetzt so, wir dürfen nicht jammern. Es geht weiter und wir werden weiter kämpfen.“

 

(hb)

Fotos: Witters

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