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Lienen vor dem Saisonfinale in Bochum: „Wir wollen uns positiv in die Sommerpause verabschieden“

Zwei Tage vor dem letzten Saisonspiel des FC St. Pauli beim VfL Bochum (Sonntag, 21.5., 15:30 Uhr) stellte sich FCSP-Coach Ewald Lienen ein letztes Mal in der Saison 2016/17 den Fragen der Hamburger Journalisten. Neben der personellen Situation äußerte sich Lienen nicht nur zum kommenden Gegner, sondern auch über die U23 und den ab Sommer für Dynamo Dresden verteidigenden Sören Gonther.

Wie gewohnt gab Cheftrainer Ewald Lienen den anwesenden Journalisten erst einmal einen ausführlichen Überblick zur personellen Situation. „Wir sind dünner besetzt als zuletzt“, verkündete der 63-Jährige. So werden neben dem verletzten Jeremy Dudziak auch Christopher Buchtmann und Cenk Sahin (beide Gelbsperre) in Bochum fehlen. Fraglich ist noch der Einsatz von Waldemar Sobota und Mats Möller Daehli, beide konnten aufgrund von leichteren Blessuren unter der Woche nicht mit den Teamkollegen trainieren. „Wir müssen sehen, ob wir beide bis Sonntag hinbekommen“, erklärte der 63-Jährige, der angesichts der dünnen Personaldecke schauen muss, wie die Mannschaft und die Bank bestückt wird.

Zu den Jungprofis, die zuletzt regelmäßig für die U23 in der Regionalliga Nord auf dem Rasen standen, wird auch Kyoungrok Choi hinzukommen. „Er wird unsere U23 in Hildesheim unterstützen“, erklärte Lienen. Neben Choi wird aller Voraussicht nach auch wieder Richard Neudecker bei der U23 spielen. Sein Einsatz stand zunächst noch auf der Kippe, wie Lienen berichtete: „Er konnte im letzten Spiel der U23 nur 30 Minuten spielen. Es sieht aber positiv aus, dass er in Hildesheim einsatzfähig ist.“

Während Lienen mit seiner Elf den Klassenerhalt bereits sichern konnte, will die U23 in Hildesheim den Ligaverbleib in der Regionalliga Nord perfekt machen. Zur Rolle der zweiten Mannschaft stellte Lienen deutlich klar: „Sie ist Bestandteil unseres Ausbildungskonzeptes. Viele Vereine haben ihre zweite Mannschaft aufgrund des Kosten-Nutzen-Faktors abgemeldet, wir verschwenden aber keinen Gedanken daran, an unserem Konzept etwas zu verändern. So können wir junge Spieler besser ausbilden und ihnen Spielpraxis ermöglichen.“ Ohne zweite Mannschaft müssten die Talente aus der U19 entweder so stark sein, dass sie den Sprung zu den Profis schaffen. Die Alternative wäre, Talente auszuleihen, merkte Lienen an.

Von der Regionalliga Nord zurück in die 2. Bundesliga. Zurück zum Auswärtsspiel beim VfL Bochum, wo die Lienen-Elf von gut 4.500 FCSP-Fans unterstützt werden wird. „Eine unglaubliche Zahl! Allein deshalb wollen wir an die Schmerzgrenze gehen“, betonte Lienen, dem die Heimstärke des VfL nicht entgangen ist. „Die ist mit nur einer einzigen Niederlage überragend.“ Wenngleich Bochum in der Rückrundentabelle sieben Plätze hinter unseren Kiezkicker liegt, merkte der 63-Jährige an, dass der VfL nur vier Niederlagen einstecken musste. Neben fünf Siegen stehen in der zweiten Saisonhälfte zudem sieben Remis zu Buche. „Sie haben stabil gespielt und wenig Gegentore kassiert“, so Lienen.

„Wir wollen engagiert und leidenschaftlich ins Spiel gehen - wir wollen uns positiv in die Sommerpause verabschieden“, stellte Lienen noch vor der Partie klar. Den Ausgang des letzten Saisonspiels sieht der 63-Jährigen nicht als entscheidend für die neue Spielzeit an. Hier betonte Lienen: „Wichtig ist der Flow, den die Mannschaft in der Rückrunde hingelegt hat. Das hat man vor zwei Jahren gesehen. Da haben wir den leidenschaftlichen Kampf gegen den Klassenerhalt mit in die neue Serie genommen und haben eine gute Runde gespielt.“ Im kommenden Jahr gehe es laut Lienen darum, nicht wieder in eine solche Situation zu geraten wie in der am Sonntag endenden Spielzeit.

Verzichten muss Lienen ab Sommer auf Sören Gonther, der das Angebot einer Vertragsverlängerung nicht angenommen und sich für einen Wechsel zu Ligakonkurrent Dynamo Dresden entschieden hat. „In meiner Zeit hier hat Sören immer top Leistungen gezeigt. Er hat nicht nur beim ersten Klassenerhalt, sondern auch jetzt wieder dank seiner Persönlichkeit, Erfahrung und Führungsstärke eine wichtige Rolle gespielt. Ihm ging es um die langfristige Perspektive. Wir haben einige Spieler, die er auf der Position spielen können. Es ist eine strategische Entscheidung, die der Verein getroffen hat“, stellte Lienen klar.

 

(hb)

Foto: Witters

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