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Ewald Lienen: "Wo sind wir gelandet, wenn Menschen Pflanzen von Hand bestäuben müssen?"

Großer Presserummel am Millerntor: KIEZHELDEN hatte eingeladen und einige Vertreter von Funk und Fernsehen waren am Freitag (4.8.) gekommen. Was war der Anlass? Die dritte Ernte des beliebten und bekannten Ewaldbienenhonigs wurde vorgestellt. Das Produkt der 160.000 Bienen, die seit nun mittlerweile 2 Jahren am Millerntor ihr zuhause haben, wurde von Namensgeber und Technischem Direktor des FC St. Pauli, Ewald Lienen, abgefüllt und präsentiert. Mit dabei waren auch Imkerin Jetta Leena Ramcke sowie die Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff von Greenpeace.

Der FC St. Pauli möchte mit seinem Honig-Projekt nicht nur leckeren Honig verkaufen. Vielmehr gehe es dem Verein darum, eine Aufmerksamkeit für das Bienensterben in der Welt zu schaffen, erklärte Ewald Lienen. „Wir wollen für gesellschaftspolitische Themen sensibilisieren. Dazu gehört auch die Ökologie“, mahnte der 63-Jährige an.

Was das im Speziellen zu bedeuten hat, erklärte Christiane Huxdorff von Greenpeace. „Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide schaden den Bienen und sind für das Bienensterben verantwortlich. Das führt dazu, dass die Bestäubung unserer Lebensmittel ausbleibt. Ein Drittel unsere Nahrung ist jedoch von Bestäubung abhängig“, berichtete die Landwirtschaftsexpertin.

Was das bereits aktuell bedeutet, erklärte Ewald Lienen anhand eines Beispiels: „Ich war gerade auf einer Asien-Reise. Dort habe ich u.a. erfahren, dass die Menschen vor Ort Pollen kaufen müssen, um ihre Pflanzen von Hand zu bestäuben, weil es die Insekten nicht mehr gibt. Wo sind wir gelandet? Am Ende dieser Kette steht irgendwann der Mensch, doch dafür braucht es ein Einsehen. Wir wirtschaften gedankenlos. Wir Menschen und der Staat haben die Aufgabe diese hemmungslose Gier nach Profit einzudämmen“ plädierte der Technische Direktor und machte damit deutlich, dass das Bienen-Projekt beim FC St. Pauli mehr ist, als nur ein leckerer Brotaufstrich.

Was können wir tun? „Den Bienen geht es durch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide in der Stadt oft besser als auf dem Land. Wir haben eine Honig-Ernte von ca. 67 Kg., mit der wir insgesamt 700 kleine Gläser produzieren können“, berichtet Imkerin Jetta Leena Ramcke und macht deutlich, dass jeder durch eine kleines Blumenbeet oder einen Garten etwas zum Erhalt möglichst vieler Bienen beitragen kann.

 

Ihr wollt ein Glas des Ewaldbienenhonigs? Die frische Ernte ist ab Montag im Fanshop erhältlich!

 

(lf)

 

Foto: FC St. Pauli

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