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"Wir tun, was wir können" - 1910. e.V. Vorstandsmitglied Christoph Nagel im Interview

Wie so viele andere Einrichtungen rund um den FC St. Pauli leidet auch der 1910 e.V. mit seinem FCSP-Museum unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Wir sprachen mit Vorstandsmitglied Christoph Nagel über die aktuelle Situation und Mittel und Wege, dem 1910 e.V. zu supporten.

Moin Christoph, die wichtigste Frage zu Beginn. Wie geht's Dir und Deinen Kolleg*innen aus dem Museum?

Gesundheitlich gut, vielen Dank! Das Coronavirus hat unser Team bislang verschont. Höchstens ein bisschen Social-Media-Koller, denn Facebook, Instagram, Twitter & Co. sind jetzt wichtiger denn je.

Wie so viele andere seid auch Ihr von Maßnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus betroffen und musstet schließen. Wie ist die aktuelle Situation des Museums?

Alles, was sonst Publikum hat, ruht. Und das ist für uns natürlich ein Riesenproblem. Keine Eintrittsgelder aus unserer Dauerausstellung KIEZBEBEN 2.0. Keine Stadionführungen. Keine Einkünfte aus Vermietungen. Keine Erlöse aus unserer 1910-Weinbar. Im schlimmsten Fall drohen Mindereinnahmen von einer guten halben Million Euro. Viele Kosten laufen aber weiter. Zumal unser Museum längst eine Größe hat, die rein ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen ist: Wir haben neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, dazu fünf Mini-Jobber und für die Stadionführungen 26 Honorarkräfte – also insgesamt 40 Personen. Wir haben Kurzarbeit beantragt und bemühen uns um staatliche Hilfen. Doch was davon bewilligt wird und weiterhilft, ist zur Stunde noch unklar. Das alles ist leider nicht so einfach, wie es sich manchmal liest. Aus dem Kulturpaket der Hamburger Soforthilfe werden zum Beispiel nur die Einrichtungen gefördert, die auch bisher schon staatliche Unterstützung erhielten. Dazu gehören wir nicht.

Ihr seid gerade erst im Januar 2020 mit Eurer Dauerausstellung an den Start gegangen. Könnt Ihr Teile davon digital auf anderen Wegen ausspielen?

Klar, und das machen wir natürlich auch. Zum Beispiel gehören zur Ausstellung viele Stunden Zeitzeugen-Interviews, die wir eigens für das KIEZBEBEN in HD gefilmt haben. Daraus bringen wir Highlights unter dem Hashtag #KIEZBEBENZuHause auf Youtube, Facebook, Twitter und Instagram. Außerdem haben wir schon früh begonnen, mit unserem Partner 'Rundblick' 3D-Scans unserer Ausstellungen anzufertigen. Die kann man in unserem virtuellen Museum besichtigen: KLICK!

Aktuell läuft die digitale Becherpfand-Aktion von Viva con Agua, an der auch das Museum partizipiert. Auf welchen weiteren Wegen kann man Euch aktuell unterstützen?

Immer dem Hashtag #Support1910 nach! Zum Beispiel Mitglied werden bei 1910 e.V. Also dem gemeinnützigen Verein, der das FC St. Pauli-Museum am Millerntor betreibt, ohne dass das Projekt dem 'großen' FC St. Pauli auf der Tasche liegt. Außerdem: spenden, spenden, spenden: KLICK! Kauft KIEZBEBEN-Tickets für die Zeit 'danach'! Und: Kauft unseren 1910-Shop leer! Holt Euch Stadtmeisterschafts- und Bokal-Poster! Unser ehrenamtliches Shop-Team macht einen unglaublichen Job. Sowieso immer, aber jetzt ganz besonders. 1.910 Dank dafür – auch an die vielen Leute, die schon gespendet, geshoppt und Mitgliedschaften abgeschlossen oder geworben haben!

Wie sehen die nächsten Wochen bei Euch aus? Habt Ihr digitale Projekte in Planung?

Am 25. April soll die an sich abgesagte 'Lange Nacht der Museen' auf virtuellem Wege stattfinden: KLICK! Da sind wir natürlich dabei. Unser Bildungsprojekt 'BAM! Bildung am Millerntor' informiert auf seiner Facebook-Seite kontinuierlich über vielversprechende digitale Bildungsangebote: KLICK! Und mit unserer 1910-Weinbar und unserem Partner Rindchen's Weinkontor bieten wir 'Homedrinking in Style' à la Weinbar. Kein Ersatz für einen Spieltag natürlich, aber wir tun, was wir können!

Danke für das Gespräch und alles Gute für Dich und das Museum!

 

(lf)

Fotos: Sabrina Adeline Nagel

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