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"Ich bin körperlich in einer top Verfassung, vielleicht in der besten in meiner Karriere"

Nach dem knackigen Auftakt zum Jahresstart mit drei Spielen binnen sechs Tagen ruhte der Ball in Liga zwei auch schon aufgrund einer Länderspielpause. In dieser war mit Jackson Irvine nur ein Kiezkicker für sein Heimatland unterwegs. Für Australien spielte er in der WM-Qualifikation gegen Vietnam und Oman durch, zurück am Millerntor folgten weitere 90 Minuten gegen Paderborn. Müdigkeit? Gefühlt ein Fremdwort für Irvine, der sich in einer top Verfassung befindet.

"Seitdem wir aus der Winterpause zurück sind, war viel los. Mir geht's aber gut, ich habe die letzten Wochen sehr gut überstanden“, sprudelte es förmlich aus Jackson Irvine heraus und das nach einer durchaus intensiven und knapp 100-minütigen Einheit am Dienstagnachmittag (8.2.). Auch die vergangenen Wochen mit sechs Pflichtspielen – vier Partien für den FC St. Pauli und zwei Länderspiele für Australien – haben dem Mittelfeldspieler scheinbar nichts ausgemacht. "Ich kann mich glücklich schätzen, sowohl beim FC St. Pauli als auch bei der Nationalmannschaft eine sehr gute medizinische Betreuung zu haben. Alle helfen mir, um so gut wie möglich zu regenerieren und bestmöglich auf die Spiele vorbereitet zu sein", lobt Irvine.

Überrascht sei er inzwischen manchmal von sich selbst, wie gut er die Strapazen verkraftet, jetzt wo er ein bisschen älter ist. "Als ich jünger war, waren so viele Spiele kein Problem. Wenn man aber Richtung 30 geht, sollte man eigentlich denken, dass es so langsam abwärts geht und schwerer wird. Das ist aber nicht der Fall, wie das Spiel gegen Paderborn gezeigt hat", so der Australier, der gegen Paderborn ganz starke 12,63 Kilometer abspulte und damit, nach der vorangegangenen Länderspielreise und 180 Minuten für Australien in den Beinen, der laufstärkste Kiezkicker war. "Ich bin körperlich in einer top Verfassung, vielleicht in der besten in meiner Karriere. Ich fühle mich einfach richtig gut und bin in der Lage, viele Spiele zu bestreiten. Ich weiß noch, wie ich ans Millerntor gekommen bin. Da habe ich gemerkt, dass die Intensität hier viel höher ist. Anfangs hatte ich noch Schwierigkeiten, mich an die höhere Belastung zu gewöhnen. Inzwischen ist es aber kein Problem für mich, alle drei Tage auf dem Platz zu stehen."

Während er körperlich topfit ist und in dem Bereich nicht viel Luft nach oben zu sein scheint, sieht Irvine in anderen Bereichen aber noch Verbesserungsbedarf. "Ich sehe immer Luft nach oben. Hinsichtlich meiner körperlichen Verfassung mache ich alles, was möglich ist, und da bin ich gut dabei. Wenn es um technische und taktische Sachen geht, versuche ich immer dazuzulernen und mich zu verbessern. Ich versuche jeden Tag, ein besserer Spieler zu werden", betont der Australier.

Jackson Irvine im Duell mit Paderborns Maximilian Thalhammer.

Gegen Paderborn spulte Jackson Irvine (hier im Duell mit Maximilian Thalhammer) ganz starke 12,63 Kilometer zurück - und das nach der vorherigen Länderspielreise mit zwei Spielen über die volle Distanz..

Auf dem Rasen will Irvine, für den Schlaf neben vielen weiteren Punkten (u.a. die richtige Ernährung) "das Allerwichtigste" ist, um gut zu regenerieren und so die Voraussetzung für die bestmögliche körperliche Fitness zu legen, auch wieder am Sonnabend (12.2.) beim Spiel in Regensburg stehen. Nach zuletzt fünf sieglosen Ligaspielen wollen die Kiezkicker endlich wieder dreifach punkten. Im Hinspiel siegten die Boys in Brown mit 2:0 gegen den SSV, für den kurz vor Schluss eingewechselten Irvine war es ein ganz besonderes Spiel. "Ich erinnere mich gerne zurück, war es doch mein erstes Pflichtspiel für den FC St. Pauli. Auch wenn ich den Ball nicht einmal berührt habe, war es ein toller Moment für mich. Nach dem Spiel habe ich den Sieg mit der Mannschaft und den Fans gefeiert", so der Mittelfeldspieler, der seit dem Hinspiel stets zum Einsatz gekommen war und 13-mal in der Startelf gestanden hatte.

Auch im Rückspiel will Dauerbrenner Irvine wieder von Beginn an auflaufen und von der ersten Minute an mithelfen, den ersten Dreier seit Anfang Dezember zu holen. "Uns erwartet ein schweres Spiel. Auch wenn die Regensburger zuletzt den einen oder anderen Platz abgerutscht sind, haben sie viel Qualität in der Mannschaft und sind in der Lage, jedes Team zu schlagen. Wir müssen uns Bestes geben, wenn wir in Regensburg gewinnen wollen", so Irvine, der nach dem Training am Dienstag (8.2.) betonte: "Wir hatten einen guten Start in die Trainingswoche, alle haben Bock darauf, den ersten Liga-Sieg im Jahr 2022 einzufahren." Diesem waren die Kiezkicker schon gegen Paderborn nahe, der SCP konnte spät aber ausgleichen und einen Zähler vom Millerntor entführen.

"Manchmal spielst du gegen Teams, die einfach eine sehr hohe Qualität haben, da kannst du dann nicht alles verteidigen", weiß Irvine um die starke Konkurrenz in der Liga. Das letzte Zu-Null-Spiel liegt auch schon ein paar Tage zurück, Ende Oktober gab's ein 4:0 gegen Hansa Rostock, in den vergangenen fünf Ligaspielen waren es deren zehn Gegentore. Das soll sich ändern, wie Irvine betont: "Für jeden Einzelnen von uns, vom Torwart bis zu den Stürmern, muss es das Ziel sein, dass wir hinten auch mal wieder kein Tor kassieren. Auch wenn wir unter Druck geraten, müssen wir unseren Fokus und unsere Konzentration darauflegen, unser Tor zu verteidigen."

Gegen Vietnam (hier ein Foto aus dem Hinspiel in Hanoi) erlebte Jackson Irvine ein ganz besonderes Spiel.

Gegen Vietnam (hier ein Foto aus dem Hinspiel in Hanoi) erlebte Jackson Irvine ein ganz besonderes Spiel.

Das Ziel in Liga zwei ist für Irvine klar, es soll endlich wieder ein Dreier her. Mit der Nationalmannschaft Australiens hingegen ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft das große Ziel. Mit gemischten Gefühlen kehrte Irvine von der jüngsten Länderspielreise zurück. "Gegen den Oman lief es nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Aufgrund des späten Gegentreffers zum 2:2 war es eine gefühlte Niederlage", so der Mittelfeldspieler, der wenige Tage zuvor beim 4:0-Heimsieg gegen Vietnam aber ein echtes Highlight erlebt hatte. "Das war überwältigend. Es war mein erstes richtiges Pflichtspiel in meiner Heimatstadt Melbourne. Vor den Augen meiner Familie und meiner Freunde zu spielen, war einfach nur überragend. Das Ergebnis hat natürlich auch gepasst."

Im März stehen dann die entscheidenden Partien gegen den Zweiten Japan und Tabellenführer Saudi-Arabien an, mindestens einen der beiden Kontrahenten müssen die drittplatzierten Australier noch überholen, um sich direkt für die WM zu qualifizieren. "Es werden zwei ganz schwere Spiele für uns", so der 44-fache australische Nationalspieler. "In beiden Spielen müssen über uns hinauswachsen und unsere Bestleistung auf den Rasen bringen, damit wir uns noch direkt für die WM qualifizieren. Wir haben eine gute Mannschaft und glauben an uns und daran, dass wir beide Spiele gewinnen können."

Die beiden Spiele in der WM-Quali hat der Australier aktuell aber nicht im Kopf, sondern erst einmal nur das Spiel beim SSV Jahn Regensburg. Und da will der unermüdliche Irvine wie zuletzt auch wieder alles geben, um mit den Teamkollegen erfolgreich zu sein und drei Zähler mit nach Hamburg zu nehmen.

 

(hb)

Fotos: Witters

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