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Youngster Wieckhoff: "Das wird am Ende auch belohnt"

Als Jannes Wieckhoff am 27. September 2020 den Ball mit dem Vollspann auf das Tor vor der verwaisten Südkurve schoss, ahnte er schon, dass dieser Abschluss im Netz landen könnte. Die Erinnerung an seinen ersten Profitreffer zaubert dem 20-Jährigen noch immer ein Lächeln ins Gesicht. Das Datum, den Moment und das Tor wird Wieckhoff sein ganzes Leben lang mit sich tragen. Er hat aufregende Wochen hinter sich und ist angekommen, um zu bleiben.

"Die ganze Mannschaft freut sich für dich", verrät Wieckhoff. Nach seinem Treffer zum zwischenzeitlich 3:0 beim 4:2-Sieg über den 1. FC Heidenheim verschwand der Rotschopf schnell in der Jubeltraube zwischen seinen Mitspielern. Für diesen Moment hat er jahrelang intensiv geschuftet, schon im jungen Alter wechselte der gebürtige Pinneberger von einer Breitensport-Mannschaft des HSV zum braun-weißen Nachwuchs. Jonas Louca, der damals Cheftrainer der braun-weißen U12 war, fand nach einem Probetraining Gefallen an den Anlagen Wieckhoffs. "Mir hat es bei St. Pauli gut gefallen", erinnert sich der Jungprofi heute. "Deswegen habe ich mich auch für einen Wechsel entschieden."

Wieckhoff durchlebte sämtliche Stufen des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), viele verschiedene Trainer haben über die Jahre seine Ausbildung gefördert. Im Leistungsbereich fand er ab den B-Junioren als Rechtsverteidiger seine Position, auf der er sich am wohlsten fühlt. Bevor ihm der Sprung in den Profikader gelang, spielte Wieckhoff unter Joachim Philipkowski mit der U23 in der Regionalliga Nord. "Jannes hat es sehr gutgetan, sich in einem ersten Jahr in der U23 an den Herrenfußball zu gewöhnen", erklärt NLZ-Leiter Roger Stilz. "Gerade auch an seinem Werdegang ist zu erkennen, wie wichtig die Zwischenstufe U23 sein kann."

Ein Moment für die Ewigkeit: Jannes Wieckhoff wird nach seinem ersten Profi-Tor von seinen Teamkollegen beglückwünscht.

Ein Moment für die Ewigkeit: Jannes Wieckhoff wird nach seinem ersten Profi-Tor von seinen Teamkollegen beglückwünscht.

Der mittlerweile dreifache Zweitligaspieler bezeichnet das Jahr in der Regionalliga selbst als "perfekten Übergang". Im Sommer ging dann alles ganz schnell: Der erste Profivertrag, das Zweitliga-Debüt als Startelfspieler in Bochum und das Tor gegen Heidenheim. "Über den Profivertrag habe ich mich unglaublich gefreut – darauf habe ich die letzten Jahre hingearbeitet", sagt er. "Am Anfang musste ich ein bisschen reinfinden, aber alle haben mich unterstützt und gut aufgenommen. Im Trainingslager sind wir als Mannschaft auch noch enger zusammengerückt."

Hinzu kommt, dass Profi-Coach Timo Schultz schon im Nachwuchsbereich zwei Jahre lang sein Cheftrainer war. Unter dessen Leitung und mit seinen aktuellen Teamkollegen Marvin Senger, Finn Ole Becker und Leon Flach zusammen spielte die U19 – in der erfolgreichsten St. Pauli-Mannschaft in der A-Junioren Bundesliga – lange um die Meisterschaft in der Nordstaffel mit. "Es ist schön, die Jungs und den Trainer auf Profiniveau wiederzusehen", freut sich Wieckhoff. "Ich würde schon sagen, dass es für mich eine Erleichterung war, schon vorher ein paar Leute zu kennen."

Für den 20-Jährigen war das Jahr in der U23 ein "perfekter Übergang" zur Profi-Mannschaft. Foto: Gabriel Gabrielides

Für den 20-Jährigen war das Jahr in der U23 ein "perfekter Übergang" zur Profi-Mannschaft. Foto: Gabriel Gabrielides

Die ersten Schritte im Profifußball ist der Außenbahnspieler erfolgreich gegangen. Auf der Pressekonferenz zur Vorstellung von Timo Schultz hatte der Fußball-Lehrer von den jungen Spielern gefordert, "dass sie nicht nur dabei sind und sich über ihren Profivertrag freuen. Bei einigen hat die Gier gefehlt." Ein Signal, dass sich keiner auf seinen Leistungen ausruhen darf. Und das wird Wieckhoff nicht, der noch viele weitere Meilensteine in seiner Karriere hinzufügen möchte.

"Man muss jeden Tag mit dem Gedanken zum Trainingsgelände kommen, dass man sich verbessern möchte", betont der 20-Jährige. "Das gilt für alle Bereiche: Stärken ausbauen, Schwächen ausbauen. Ich muss körperlich noch zulegen und einfach fleißig sein. Das wird am Ende auch belohnt." An diesem Wochenende haben die Kiezkicker trainingsfrei. Ein paar freie Tage, an denen Wieckhoff die Erfahrungen der letzten Wochen sacken lassen kann. Schon am Montag (12.10.) will er sich dem Trainerteam für einen weiteren Einsatz gegen den 1. FC Nürnberg empfehlen. Es wäre sein erstes Flutlichtspiel am Millerntor. 

 

(ms)

Fotos: Witters

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