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Ewald Lienen: "...aber dafür musst du auch ein Tor schießen"

29.085 Zuschauer sahen ein abwechslungsreiches Spiel zwischen dem FC St. Pauli und dem SV Sandhausen, der nach 80-minütiger Unterzahl einen Zähler vom Millerntor entführen konnte. Sandhausen-Coach Kenan Kocak konnte mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden sein, FCSP-Coach Ewald Lienen ärgerte sich, für ihn wäre ein Sieg seiner Elf absolut verdient gewesen.

„Es ist sehr schade. Vom Spielverlauf her wäre es verdient gewesen, dieses Spiel zu gewinnen, aber dafür musst du auch ein Tor schießen“, erklärte FCSP-Coach Ewald Lienen in einem ersten Fazit nach der Partie. Der 63-Jährige holte aber noch ausführlicher aus. „Es hat sich wieder gezeigt, dass es nicht immer ein Vorteil sein muss, wenn der Gegner eine Rote Karte bekommt“, stellte Lienen klar. Den Platzverweis hatte sich der 63-Jährige nicht gewünscht – im Gegenteil: „Ich hätte es lieber gesehen, wenn Waldi durchgebrochen und aufs Tor zugelaufen wäre, anstatt gefoult zu werden.“

Nach dem Platzverweis agierten die Gäste mit zwei tief stehenden Viererketten, die nur selten Raum für die Kiezkicker aufmachten. „Die Räume zu bespielen, ist schwieriger, wenn der Gegner hinten drinsteht, nicht nach vorne spielt und die Räume eben nicht aufmacht“, so Lienen, der in der ersten Halbzeit die Doppelchance von Waldemar Sobota und Aziz Bouhaddouz hervorhob: „Da müssten wir in Führung gehen. Schade, dass Aziz den Ball nicht richtig trifft.“

Nachdem die meisten Flanken in Durchgang eins von Sandhausens Keeper Marco Knaller oder der SVS-Abwehr geklärt werden konnten, nahm der 63-Jährige zur zweiten Halbzeit Wechsel vor. „Zunächst haben Waldi und Cenk die Seiten getauscht, später dann auch unsere Außenverteidiger. Dadurch sollten die Flanken hinter die Abwehr kommen“, erklärte Lienen die Maßnahme, die fruchten sollte. Viele Flanken fanden nach der Pause auch Abnehmer, rein wollte der Ball aber doch nicht. „Ein Führungstreffer hätte das Ganze geöffnet, dann hätte Sandhausen Räume aufmachen müssen. Wir hatten einige vielversprechende Situationen, leider ist das Ding nicht reingegangen. So müssen wir mit dem Punkt leben.“

Gäste-Trainer Kenan Kocak konnte sich angesichts der 80-minütigen Unterzahl natürlich über das 0:0 freuen. „Wir haben gut angefangen und sind gut in die Partie reingekommen. Nach der Roten Karte haben wir unsere Strategie dann ein bisschen geändert“, blickte der 36-Jährige auf den Beginn des Spiels zurück. Ab Minute elf, nach dem Platzverweis für Damian Roßbach, agierten die Gäste in Unterzahl und machten ihre Sache nach Ansicht von Kocak richtig gut: „Ich muss der Mannschaft ein riesen Kompliment für die 80 Minuten Unterzahl hier am Millerntor gegen eine in der Rückrunde sehr gute Mannschaft aussprechen.“

Seine Elf habe sich mit allen Mitteln gewehrt, mit einer „unglaublichen Mentalität“ wollte sie den Punkt unbedingt mitnehmen. Kocak konnte angesichts des frühen Platzverweises sehr gut mit dem Punkt leben. „Das stimmt mich sehr glücklich und macht mich stolz. Wir wollten den Abstand halten und das ist uns gelungen - mit Blick auf die Art und Weise natürlich umso erfreulicher.“

 

(hb)

Fotos: Witters

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