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Blindenfußballtrainer-Ausbildung im Südsudan mit dem Handy

Blindenfußballtrainer Wolf Schmidt ist gerade im Dauereinsatz. Neben dem Training der Blindenfußballer*innen des FCSP und der Audiodeskription der Spiele unserer Kiezkicker unterstützt er aktuell den Verein Licht für die Welt und bildet Simon Madol Ako aus dem Südsudan per Telefon zum Blindenfußballtrainer aus.

In diesen Tagen ist einiges anders. So auch für Wolf Schmidt. Der Trainer unserer Blindenfußballer*innen sitzt aktuell regelmäßig vor dem mobilen Endgerät und hat eine direkte Verbindung in den Südsudan. Genau genauer gesagt in das Flüchtlingscamp Mahad in der Hauptstadt Juba. Am anderen Ende der Leitung: Simon Madol Ako. Simon ist 23 Jahre, lebt seit fünf Jahren im Flüchtlingscamp und wird von Wolf per Videoschalte zum Blindenfußballtrainer ausgebildet. Im Rahmen des Projektes "Sport für Frieden" von der Hilfsorganisation Licht für die Welt ist der Kontakt entstanden.

Für Simon ist das Projekt eine Möglichkeit, die zahlreichen ethnischen Gruppen durch Sport zusammenzubringen. "Die Menschen in dem Lager leben nicht freiwillig zusammen. Das begünstigt Feindseligkeit und Gewalt. Ich mochte die Idee der Einheit unter den ethnischen Gruppen von Anfang an und habe jetzt auch viele Freunde unter ihnen", erklärte Simon mit Blick auf die Idee, die Kraft des Sports zu nutzen. Für Wolf, für den es nach seiner Zeit in Kambodscha bereits die zweite Ausbildungstätigkeit im Ausland ist, hat die Ausübung des Sports Blindenfußball ebenfalls nur Vorteile: "Die Sportart ist wirklich in jedem Sinne grenzerweiternd und trägt zum Verständnisaufbau bei. Und das ist ein wunderbarer Aktionsraum."

Simon Madol Ako wird zum Blindenfußballtrainer ausgebildet.

Simon Madol Ako wird zum Blindenfußballtrainer ausgebildet.

Selbstverständlich ist eine Trainerausbildung aus mehr als 9.000 Kilometer Entfernung kein Idealzustand, doch Wolf kann selbst dieser Situation etwas Positives abgewinnen. "Ich habe mehr Zeit, um genau herauszufinden, wie die Bedingungen dort vor Ort sind. Und bis zum nächsten Coaching kann ich mich zwischendurch damit beschäftigen und verarbeiten und viel klarer hinterfragen", erläutert er. Eine Sache sei bei einer Ausbildung zum Blindenfußballtrainer besonders wichtig. "Es ist wichtig, dass man nicht was draufstülpt – so müsst ihr es machen", so Wolf mit Blick auf die Herangehensweise bei einer solchen Ausbildung.

Für den Verein Licht für die Welt soll das Projekt der Auftakt sein. "Wir lassen uns auch in Zeiten von Corona nicht von unseren Projekten abbringen und bereiten uns deshalb bereits für die Zeit danach vor", so Sophia Mohammed, die Landesdirektorin von Licht für die Welt Südsudan.

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Südsudan: Ein Land auf der Flucht

Die Menschen in dem von jahrelangem Bürgerkrieg gezeichneten Südsudan leiden seit Jahren unter den Verhältnissen im Land. Rund vier Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bevölkerung, sind auf der Flucht. Besonders Menschen mit Behinderungen, mit deren Lebenswelten und Bedürfnissen Licht für die Welt besonders vertraut ist, brauchen dringend Unterstützung. Licht für die Welt schätzt die Zahl der Menschen mit Behinderungen im Südsudan allein in den Lagern auf etwa 250.000.

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Licht für die Welt im Südsudan

Licht für die Welt unterstützt Menschen mit Behinderungen und ihre Rechte im Südsudan. Die Organisation kämpft dort seit 2005 für die aktive und gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft und den Zugang zu Gesundheit und Bildung. Auch werden Augenuntersuchungen in entlegenen Gebieten ermöglicht und Blinde am Grauen Star operiert. Die Rehabilitation und Inklusion von Menschen mit Behinderungen finden im Südsudan sonst kaum statt. Licht für die Welt hat die Erfahrung gemacht, dass Sport eine erfolgreiche Methode zur Förderung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist. Neben bereits existierenden Fußball-, Volleyball- und Rollstuhlbasketball-Gruppen beginnt Licht für die Welt jetzt mit dem Blindenfußball-Projekt. Das neue Projekt wird auch von den nationalen Behindertenorganisationen und Ministerien im Südsudan unterstützt. Mehrere hundert blinde Menschen sollen davon profitieren.

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Website von Licht für die Welt: KLICK!

 

(lf / Licht für die Welt)

Fotos: Michael Hain / Licht für die Welt

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