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Blindenfußballtraining – eine eindrucksvolle Erfahrung für die Schleswiger Anstoß-Mannschaft

Fußballtraining ohne den Ball zu sehen – das konnte sich die Mannschaft des Resozialisierungsprojektes Anstoß für ein neues Leben des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) in der Jugendanstalt Schleswig bis zum vergangenen Freitag (30.11.) nicht vorstellen. Das dies jedoch sehr wohl möglich ist und der Ball mithilfe von Rasseln im Inneren zu einem brauchbaren Spielobjekt werden kann, stellten Wolf Schmidt, Trainer unserer Blindenfußballmannschaft, und Kiezkicker Serdal Celebi eindrucksvoll unter Beweis.

Am letzten Freitag besuchten Wolf Schmidt und Serdal Celebi die Jugendanstalt Schleswig, um der Mannschaft der Jugendanstalt in einem Sensibilisierungstraining die Sportart Blindenfußball näher zu bringen. Die zunächst noch etwas skeptische Mannschaft legte dabei die Scheu schnell ab und war bereits bei den ersten Übungen mit einer Menge Freude und Eifer dabei. Nachdem alle Spieler mit sogenannten Dunkelbrillen und einem Kopfschutz, um Verletzungen vorzubeugen, ausgestattet wurden, ging es auch schon mit verschiedenen Übungsformen los. Anfangs standen Übungen zur Gewöhnung, Stärkung der Kommunikation und des Vertrauens unter den Spielern auf dem Programm. Dies ist beim Blindenfußball besonders wichtig, da es beim Spiel stets eine Kommunikation von sehenden Menschen, die als Guides fungieren, und blinden Menschen gibt.

Nachdem diese Übungen gut umgesetzt wurden, kam dann der Ball ins Spiel. Dieser ist beim Blindenfußball mit Rasseln ausgestattet, damit die Spieler ihn hören können. Zudem ist beim Blindenfußball das spanische Wort „Voy“ (spanisch für „ich komme“) sehr häufig zu hören, da man als Spieler ohne Ball dieses Wort sagt, um die Gegenspieler zu warnen und somit Zusammenstöße zu verhindern. Die Ballübergabe und das Passspiel standen nun im Mittelpunkt. Anschließend wurde dann noch der Torschuss trainiert, bei welchem ein Guide hinter dem Tor die Position des Tores an den blinden Spieler übermittelt.  Zum Abschluss ging es dann noch in die Spielform.

Im Zwei gegen Zwei auf dem Spielfeld und jeweils einem Offensiv- und einem Defensivguide pro Team traten die Teams gegeneinander an. Allen Teilnehmern wurde dabei aufgezeigt, wie schwer es ist, sich auf dem Fußballfeld zu bewegen und zu orientieren, wenn man sich lediglich auf sein Gehör verlässt.   In der Feedbackrunde nach dem Spiel wurde deutlich, was für eine besondere und eindrucksvolle Erfahrung das Training für die Teilnehmer war. Der große Respekt vor Serdal Celebis Leistung und Mut wurde sehr deutlich. Doch auch Serdal sprach der Mannschaft Mut zu, „Auch wenn man in einer zunächst schweren Situation ist, kann man da wieder herauskommen und das Beste daraus machen. Das Glas ist halbvoll und wenn man nur will, ist alles möglich.“

Bevor Serdal Celebi und Wolf Schmidt die Jugendanstalt verließen, ging es dann aber noch einmal auf den Platz. In einem Vier-gegen-Serdal kam es zu einem besonderen Abschlussspiel. Serdal zeigte dabei seine ganze Klasse auf dem Feld und ließ den Mannschaften keine Chance. Er dribbelte sich nahezu spielerisch durch die Abwehrreihen und schloss zumeist mit seinem starken linken Fuß sehr sicher ab. Auch defensiv ließ er nichts anbrennen und bekam kein Gegentor. Das Spiel war ein toller Abschluss und rundete das Training perfekt ab.

 

Text & Fotos: Lars Pauly (SHFV)

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