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AGiM

Die AGiM, die Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder, wurde 1996 gegründet. Hier erfahrt Ihr, wieso diese gegründet wurde und was sie in nunmehr 20 Jahren bereits geleistet hat.

DIE GESCHICHTE DER AGIM - DIE ARBEITSGEMEINSCHAFT INTERESSIERTER MITGLIEDER

Das Kürzel AGiM ist sicherlich vielen im Zusammenhang mit dem FC St. Pauli schon einmal begegnet. Dass sich hinter den vier Buchstaben die „Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder“ befindet, ist möglicherweise auch noch bekannt. Aber was macht die AGiM eigentlich und was hat sie in den gut zehn Jahren ihres Bestehens seit der Gründung 1996 geleistet? Dies soll in dem nun folgenden Text beleuchtet werden.

DER AUSLÖSER WAR ULI MASLO

Ab Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stiegen die Zuschauerzahlen des FC St. Pauli sprunghaft an, zudem wandelte sich die Fanstruktur am Millerntor in beachtlichem Maße. Obwohl immer mehr Fans nun auch Mitglieder im Verein wurden, Kritik oder gar Aufbegehren gegen den allmächtigen und finanzstarken Präsidenten Heinz Weisener, der seit 1990 die Geschicke des Vereins leitete, gab es nur sehr vereinzelt. Das änderte sich 1996, Auslöser war aber eigentlich der damalige Trainer des Bundesligateams, Uli Maslo. Dieser zwar erfolgreiche, aber ungeliebte Sportlehrer sah in der von vielen Fans ob ihres erfrischenden Offensivfußballs und der gemütlichen Atmosphäre bei den Spielen geliebten Amateur-Mannschaft einen Störfaktor, der nur den Rasen demolierte. So wurden die Amateure aus dem Millerntor-Stadion verbannt und mussten eine Odyssee über die Sportplätze der Stadt antreten, sogar im alten HSV-Stadion am Rothenbaum wurde ein „Heimspiel“ ausgetragen. Hiergegen entwickelte sich immer größerer Widerstand und einige Amateurfans trafen sich mehr oder weniger regelmäßig, um Protestaktionen zu planen. Der Erfolg war schließlich immerhin ein fester Spielort an der Sternschanze im nördlichen Teil St. Paulis, der bis heute von der zweiten Mannschaft genutzt wird.

DER GEMEINE FAN UND DIE VEREINSPOLITIK

Bei diesen Treffen kamen aber auch andere Themen zur Sprache, so stand die Vereinspolitik ebenfalls des öfteren auf der Tagesordnung. Die Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder (AGiM) war geboren. Just zu jener Zeit hatte nämlich der DFB den Proficlubs auferlegt, neben dem Vereinspräsidium ein Kontrollgremium einzurichten. Die Führung des FC St. Pauli hatte sich für die Minimallösung entschieden und wollte lediglich ein Vorschlagsgremium installieren, das die Präsidiumskandidaten vor der Wahl zu prüfen hatte. Das ging den AGiM-Aktivisten aber nicht weit genug und so wurde vor der entsprechenden Mitgliederversammlung am 16.06.1996 aus Satzungen anderer Vereine mit Schere und Klebstoff ein eigener Satzungsentwurf gebastelt, in dem ein Aufsichtsrat (AR) vorgesehen war. Zunächst wurde die „Minimallösung“, also das Vorschlagsgremium gewählt (mit allerdings drei von fünf Mitgliedern aus Reihen der Fans), zusätzlich wurde jedoch eine Satzungskommission mit je fünf Mitgliedern aus AGiM-Kreisen und fünf vom Präsidium bestimmten Personen eingesetzt. Sie sollte zur nächsten regulären JHV am 07.02.1997 eine Satzung erarbeiten. Die neue Vereinssatzung wurde dann, im Wesentlichen in der von der AGiM erarbeiteten Version, auch angenommen. Somit ist die Existenz eines Aufsichtsrates beim FC St. Pauli bei gleichzeitiger Beibehaltung der Mitgliederversammlung als höchstem Vereinsgremium alleine auf die Initiative von aktiven Fans und Mitgliedern zurückzuführen.

Am 13.6.1997 fand die erste Wahl zum neuen siebenköpfigen AR statt, bei der mit Holger Scharf auch der damalige AGiM-Sprecher kandidierte. Der folgende öffentliche Wahlkampf war geprägt von teilweise persönlichen Diffamierungen der Beteiligten und sollte in mancher Hinsicht richtungsweisend für den künftigen Umgang sein. Die Folge war, dass für Scharf nur der achte Platz blieb und die Initiatoren des Aufsichtsrates zunächst vor der Tür standen.

Die Atmosphäre war nun vergiftet, es sollte aber noch schlimmer kommen. 1997 erschien ein Buch über die Geschichte des FC St. Pauli, in dem Autor René Martens einen Artikel über die NSDAP-Mitgliedschaft des ehemaligen Präsidenten und Namensgebers des Stadions, Wilhelm Koch, und die Übernahme seiner ehemals jüdischen Firma veröffentlichte. Auf der JHV am 31.10.1997, auf der sich Präsident Weisener im übrigen erstmals bei einer Wahl mit einer größeren Anzahl von Gegenstimmen konfrontiert sah (48 Nein-Stimmen und 45 Enthaltungen standen gegen 228 Ja-Stimmen), wurde von einem Redaktionsmitglied des Fanzines ÜBERSTEIGER ein Antrag auf Namensänderung des Stadions eingebracht.

Die Spaltung in die Lager alt und jung war spätestens jetzt vollzogen, immerhin konnte aber Einigung darüber erzielt werden, die Vergangenheit von Wilhelm Koch gutachterisch untersuchen zu lassen.

An diesem Tag stand im übrigen auch noch eine Nachwahl für einen Posten im Aufsichtsrat an, und dieses Mal bekam Holger Scharf die nötigen Stimmen und wurde somit erster gewählter Fanvertreter in einem Vereinsorgan.

Das Gutachten über Wilhelm Koch brachte schließlich zwar keine Nachweise für eine widerrechtliche Firmenübernahme, auch wurde keinerlei Aktivität innerhalb der Nazi-Partei festgestellt, trotzdem wurde auf der folgenden JHV am 30.10.1998 der Antrag auf Namensänderung aufrechterhalten, denn ein NSDAP-Mitglied als Namenspatron des Stadions wurde von der politisch engagierten Fanszene weiterhin abgelehnt. Der Antrag wurde nach einer hochemotionalen Debatte schließlich mit 133:72 Stimmen angenommen, daher heißt das Wilhelm-Koch-Stadion seit Beginn der Saison 1999/2000 so, wie es auch schon zuvor meist genannt wurde: Millerntor-Stadion.

Die Gräben im Verein waren nunmehr äußerst tief geworden, gerade die älteren Mitglieder sahen „ihren“ Wilhelm Koch zu Unrecht diskreditiert. Um die Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und sich einmal in Ruhe unterhalten zu können, lud die AGiM alle Vereinsgremien zu einem „runden Tisch“ ein, der auch wirklich einiges Ungemach beilegen konnte, der zumeist aus schlichter Unkenntnis von Personen und Beweggründen entstanden war. Aufgrund dieses Erfolges lud die AGiM nun regelmäßig zu diesen Treffen ein.

Da im Zuge der Stadionumbenennungsdebatte gleich vier AR-Mitglieder (darunter auch der Vorsitzende Hans Apel) zurückgetreten waren, wurde am 29.01.1999 eine weitere Nachwahl notwendig, bei der mit Tatjana Groeteke und Uwe Doll zwei weitere AGiM-Mitglieder in das Kontrollgremium gewählt wurden, Tatjana Groeteke wurde gar zur Vorsitzenden bestimmt. Die Mehrheitsverhältnisse auf Mitgliederversammlungen hatten sich also innerhalb kürzester Zeit vollkommen gewandelt. Wo noch wenige Jahre zuvor auf beschaulichen Treffen dem Vereinsrecht Genüge getan wurde, waren nun immer mehr Fans, denen das Treiben im Verein mittlerweile ebenso wichtig geworden war, wie das Treiben auf dem Rasen, Mitglieder geworden und übten ihr Stimmrecht in ihrem Sinne aus.

Mitverantwortlich für diesen Mitgliederzuwachs war zunächst vor allem die AGiM, denn die erste großangelegte Mitgliederwerbekampagne wurde von ihr entwickelt und auf der JHV 1998 mit Unterstützung des Präsidiums von der Versammlung abgesegnet. Im Laufe des Jahres 1999 wurden noch zwei außerordentliche Mitgliederversammlungen abgehalten, die thematisch hauptsächlich mit dem unendlich scheinenden Thema Stadionbau und vielerlei undurchsichtigem Geschäftsgebaren des Präsidenten Weisener zu tun hatten. Durch die Vertretung der AGiM im AR, das allgemein gestiegene Interesse des „gemeinen Fans“ an der Vereinspolitik und die (zu jener Zeit dramatisch schlechten) finanziellen Gegebenheiten wurden diese Abende, nicht zuletzt auch durch eine vorhergehende Pressekampagne des Präsidenten gegenüber dem AR, zu äußerst lebhaften Veranstaltungen. Dies hier darzulegen, würde zu weit führen, klar war jedoch, dass ohne die Beteiligung und die Zustimmung der aktiven Fanszene keinerlei weitreichende Entscheidungen mehr getroffen werden konnten.

RÜCKSCHLÄGE - NEUGRÜNDUNGEN - MACHTWECHSEL

Aber wer sich zu sicher ist, kann auch hereinfallen, denn die AR-Wahlen am 10.11.1999 (die o.e. Nachwahlen galten nur für die laufende Amtszeit) wurden zu einem kleinen Desaster für die AGiM, denn lediglich Tatjana Groeteke wurde im Amt bestätigt, Holger Scharf und Uwe Doll mussten ihre Posten räumen. Das von Präsident Weisener öffentlich protegierte „Team für St. Pauli“ um den nun neuen AR-Vorsitzenden Peter Benckendorff (seinerzeit Mannschaftsarzt) machte geschlossen und bereits im ersten Wahlgang das Rennen. Eine Beteiligung von über 800 Mitgliedern galt als Rekord, das Mobilisierungspotenzial auf der „Gegenseite“ war doch höher gewesen, als es zuvor schien.

Ein Erfolg war an diesem Abend aber dennoch zu verzeichnen. In den Monaten zuvor hatte sich innerhalb der AGiM eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Gründung einer neuen Vereinsabteilung vorbereiten sollte. Ihr Zweck sollte die Förderung der Jugendabteilungen sein, der Beitritt zu ihr wurde potentiellen Neumitgliedern mit gewissen Vergünstigungen versüßt. Die neue Abteilung Förderne Mitgleder (AFM) sollte die Mitgliederzahl des Vereins immens erhöhen. Dieser Satzungsänderungsantrag wurde mit der erforderlichen Mehrheit angenommen und die AFM somit gegründet. Ihr erster Vorsitzender wurde wenig später das damalige AGiM-Mitglied Tonny Burggraaf, der die Abteilungsgründung federführend vorangetrieben hatte. Nach erheblichen abteilungsinternen Querelen löste ihn Holger Scharf am 21.09.2001 auf diesem Posten ab. Nachdem Andreas Kahrs diesen Posten 2003 übernahm, wendete sich Holger wieder der AGiM-Arbeit zu und wurde später auch wieder deren Sprecher.

Die erfolgreiche AGiM-Kampagne zur Gewinnung neuer Mitglieder wurde von der AFM noch ausgeweitet – immerhin ist so die Mitgliederzahl des FC St. Pauli innerhalb von wenigen Jahren um etwa 4.000 Menschen auf über 6.000 gestiegen.

Bei der ereignisreichen JHV 1999 wurde im übrigen auch (mal wieder) ein neuer Vizepräsident gewählt, nämlich der ehemalige Spieler Reenald Koch, dessen Kandidatur von der AGiM seinerzeit abgelehnt wurde – diese Einschätzung wurde allerdings später zunächst revidiert. Denn als klar wurde, dass sich Koch anschickte, die Nachfolge von Heinz Weisener auf dem Präsidentensessel anzutreten, wurden gewisse Allianzen geknüpft, denn der mittlerweile von der Mehrheit des Vereins nur noch aufgrund seiner (finanziellen) Verdienste und geschäftlichen Verflechtungen (besonders im Bereich Marketingrechte und Planung des Stadionbaus) geduldete Präsident Weisener war für das Überleben des FC St. Pauli ein Risiko geworden. Führt man sich zudem die sich anbahnende sportliche Katastrophe in der Saison 1999/2000 vor Augen, hätte ein Abstieg in die Regionalliga damals unweigerlich den Konkurs und das Verschwinden des Vereins aus dem höherklassigen Fußball zur Folge gehabt.

In der letzten Minute des Saisonfinales gegen RW Oberhausen bewahrte Marcus Marin mit seinem Tor den FC vor diesem Schrecken, die Ära Weisener war am 20.10.2000 nach zehn Jahren jedoch endgültig beendet. Sein Nachfolger Koch wurde gewählt und in sein dort vorgestelltes Konzept übernahm er auch den o.e. „runden Tisch“ der AGiM, seitdem wird regelmäßig vom Präsidium zum „Ständigen Ausschuss“ eingeladen und sämtliche relevanten Vereins- und Fangremien kommen dort zum internen Meinungsaustausch zusammen.

NEUER WIND IM VEREIN

Überhaupt war mit Kochs Amtsantritt sofort ein radikaler Umschwung in der internen Kommunikation zu spüren. War man zuvor meist schon im Vorzimmer des Präsidenten gescheitert (das erste persönliche Treffen mit Weisener hatte die AGiM am 12.01.1998, fast zwei Jahre nach der Gründung), genügte jetzt ein Anruf oder eine Mail und schon bekam man zumindest eine Antwort. Tatjana Groeteke wurde zudem als Geschäftsführerin eingestellt, nachdem der AR (dem sie ja noch angehörte) ihre Kandidatur als Vizepräsidentin verhinderte. Diesen verantwortungsvollen Posten hatte sie bis zum 20.12.2002 inne.

Auch wenn sich nach dem Ende der Weisener-Amtszeit und der Einstellung von Tatjana Groeteke als Geschäftsführerin eine gewisse Selbstzufriedenheit breitgemacht hatte, war die AGiM immer noch aktiv, die Schritte wurden allerdings etwas kleiner. Vor allem aber kehrte man der in den vergangenen Jahren doch weitreichenden Öffentlichkeitsarbeit fast vollständig den Rücken. Auch während der unruhigen Zeiten, die schließlich zur Amtsübernahme von Corny Littmann Ende 2002 führten, war die AGiM fast ausschließlich intern tätig und äußerte ihre Meinung in Schreiben an Präsidium und/oder Aufsichtsrat, sowie im „Ständigen Ausschuss“.

Gearbeitet wurde aber natürlich auch noch. Eine weitere Satzungskommission wurde eingerichtet, die (auch unter maßgeblicher AGiM-Mitarbeit) aus einem unzureichenden Faltblatt einen 26-seitigen notwendigen Paragraphendschungel schuf. Ebenso waren AFM und AGiM in einer Strukturkommission vertreten, die die eventuelle Ausgliederung der Profiabteilung aus dem Gesamtverein vorbereiten sollte, allerdings bis heute nicht recht zum Zug gekommen ist, da dieses Thema nach dem Abstieg in die Regionalliga zunächst ihre Bedeutung verlor.

Im sportlichen Nachwuchsbereich, in dem sich ja satzungsgemäß vor allem die AFM engagiert, trug die AGiM auch ihren kleinen Teil bei. Mittels einer von ihr initierten Onlineauktion wurde von dem Erlös der Amateurspieler Daniel Ahrens für eine Saison finanziert.

Aber auch politisch wurde sich positioniert, z.B. hat sich der FC St. Pauli auf Anregung der AGiM mit einem symbolischen Beitrag am „Entschädigungsfonds“ für jüdische Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus beteiligt, bis heute als einziger Fußballverein. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit Verein und Sponsoren eine Werbebande mit der Aufschrift „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ im Stadion angebracht.

Am 12.10.2001 wurde bei einer AR-Nachwahl der damalige AGiM-Sprecher Michael Burmester gewählt, bei der nächsten regulären Wahl des gesamten Gremiums am 21.11.2002 wurde er für die nächsten vier Jahre in seinem Amt bestätigt und zudem von seinen Kollegen zum stellvertretenden AR-Vorsitzenden gekürt.

EIN KURZES ENDE

Die nächste Wahl zum Aufsichtsrat am 13.10.2006 wurde dann wiederum zu einem Wendepunkt in der Geschichte der AGiM. Nicht nur, dass Michael Burmester, der mittlerweile den Vorsitz des AR inne hatte, erneut gewählt wurde (und mit ihm seine ebenfalls der AGiM nahe stehenden Kollegen Christoph Kröger und Tay Eich), auch die zu dieser Zeit amtierenden AGiM-Sprecher Uli Reuss und (erneut) Holger Scharf wurden von den Vereinsmitgliedern in das siebenköpfige Kontrollgremium gewählt.

Damit war die AGiM an einem Punkt angelangt, an dem die eigentlich angedachte Arbeit in der bisherigen Form nicht mehr zu leisten war. Durch die Wahl der beiden Sprecher in den Aufsichtsrat und die vielfältige Beteiligung der übrigen Mitglieder in den diversen anderen Gremien und Organisationen rund um den FC St. Pauli war eine kontinuierliche und konstruktive Vereinsarbeit zeitlich und inhaltlich nicht mehr machbar.

So wurde dann am 13.11.2006 nach gut zehn Jahren beschlossen, die AGiM als unabhängiges Vereinsgremium aufzulösen, auch die Präsenz im einstmals selber ins Leben gerufenen „Ständigen Ausschuss“ wurde aufgegeben.

Es sollte sich aber weiterhin zum bewährten Termin an jedem zweiten Montag im Monat ab 19:30 Uhr im Clubheim getroffen werden, dann angelegt als AGiM-Stammtisch zum Meinungsaustausch über die aktuellen Geschehnisse rund um den Verein. Leider war die Beteiligung an diesem Stammtisch meist nur sehr gering, so dass Diskussion und Informationsaustausch kaum mehr möglich waren. Genau zu dieser Zeit stürzte der FC St. Pauli in eine schwere Krise, die in einer wochenlangen Schlammschlacht über Hamburger und überregionale Medien gipfelte. Auf dem Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen kam es gar zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Präsidium und Aufsichtsrat, nachhaltiger Schaden für den Verein konnte schließlich nur durch einen von vielen als unbefriedigend empfundenen Kompromiss verhindert werden.

NEUANFANG UND GEGENWART

Diese Ereignisse, verbunden mit immer neuen Problemen bei der Rekonstruktion der Südtribüne, führten zu der Erkenntnis, dass eine kritische und konstruktive Begleitung des Vereinsgeschehens durch ein unabhängiges Gremium nach wie vor wichtig ist.
Noch im April 2007 fand daher wieder ein AGiM-Treffen statt und neben langjährigen Aktiven nahmen dort und an regelmäßigen Folgetreffen auch viele neue, interessierte Mitglieder teil. Es entstand der Wunsch, wieder gemeinsam die Vereinspolitik zu begleiten, zu hinterfragen und zu gestalten. Deshalb gab die AGiM im Juni 2007 ihre Reaktivierung bekannt, Gregor Backes wurde zum neuen Sprecher gewählt. Seitdem nimmt die AGiM wieder aktiv am Vereinsgeschehen teil, unter anderem auch durch regelmässige Teilnahme an Vereinssitzungen wie dem Ständigen Ausschuss oder der Sportlichen Runde.

Wie gehabt gilt natürlich: Mitmachen kann jede und jeder, die/der sich aktiv dafür einsetzen möchte, dass der FC St. Pauli seinem Ruf als unkonventioneller, liberaler und weltoffener Club weiterhin gerecht wird.

Ein Text von Thomas Glöy, November 2006, ergänzt von Gregor Backes im November 2007. In anderer Form zuerst erschienen in dem BAFF-Buch „Ballbesitz ist Diebstahl“, Werkstatt-Verlag 2004


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