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"...sonst bekommen Andreas und ich einen Tag später 100 oder 200 Anrufe"

Nach dem letzten Heimspiel der Saison gegen den VfL Bochum nahmen sich Cheftrainer Jos Luhukay gemeinsam mit Interims-Sportchef Andreas Rettig am Montagmittag (13.5.) viel Zeit, um die vielen Fragen der Hamburger Pressevertreter zu beantworten. Coach Luhukay richtete seinen Blick dabei vor allem auf die kommenden Wochen und die nächste Saison. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengefasst.

Die Spielphilosophie: "Man hat gegen Regensburg, Dresden und Bochum gesehen, wie wir spielen wollen. Es ist schade, dass die Saison jetzt zu Ende geht, denn ich sehe einen großen Fortschritt und eine Verbesserung der Art, wie wir spielen wollen. Das war in der zweiten Halbzeit gegen Regensburg, das komplette Spiel in Dresden und gegen Bochum vor allem in der ersten Halbzeit richtig sichtbar und spürbar. Gegen Dresden und Bochum entscheiden wir die Spiele am Ende nicht für uns, weil wir unsere Torchancen nicht nutzen."

Mats Møller Dæhli: "Ich habe mich viel mit Mats beschäftigt und in den letzten Wochen viel mit ihm gesprochen. Er fühlt sich auch in der Zentrale wohl und hat sich immer mehr an die Rolle gewöhnt. Seine Dynamik führt er im Zentrum sehr positiv aus. Mats ist ein Teamspieler mit einem großen Herz und einem großen Laufpensum. Er muss noch die letzte Entschlossenheit beim letzten Pass und beim Abschluss hinbekommen. Wenn er auch das noch umsetzt, dann ist die zentrale Position eine, auf der Mats der Mannschaft helfen kann."

Finn Ole Becker: "Strategisch und fußballerisch hat Finn Ole Becker gegen Bochum ein klasse Spiel gemacht. Er ist ein Teamplayer und hat immer das Auge für die Mitspieler, er hätte aber auch zwei Mal selbst abschließen können. Das habe ich ihm auch noch mal gesagt. Ich hoffe, dass Finn es in der nächsten Saison häufig krachen lässt. Er ist die Zukunft von St. Pauli."

Brian Koglin: "Er hat gegen Bochum das erste Mal in dieser Saison gespielt und hat es neben Justin Hoogma sehr gut gemacht. Dabei hat Brian Ruhe ausgestrahlt und eine positive Persönlichkeit dargestellt. Er passte gut gegen Bochum, um mit viel Raum im Rücken zu pressen. Situativ hat er das richtig gut gemacht. Dass er es so gut macht, wussten wir vorher auch nicht, aber die Gedanken und das Vertrauen waren da."

Luis Coordes: "Für Luis war es gegen Bochum der nächste Schritt. Wie viele andere Nachwuchsspieler war er seit Wochen regelmäßig im Training dabei und hatte die Möglichkeit, sich zu zeigen. Er war lange weg vom Profikader, nachdem er im Sommer noch dabei war. Bei der U23 ist er wieder zu Einsätzen gekommen."

Die vielen Verletzten: "Es ist immer schwer, die genaue Ursache zu finden. Es geht darum, welche Möglichkeiten ich als Trainer habe und welche Spieler zur Verfügung stehen. Zwölf Spieler haben gegen Bochum gefehlt. Ich jammere nie, stattdessen versuche ich aus den Spielern, die ich habe, das Beste herauszuholen. Für jede Mannschaft und jeden Trainer ist es aber schlimm, wenn man so viele Ausfälle verkraften muss. Wir müssen in den nächsten Tagen und Wochen schauen, wo die Ursachen liegen, was wir anders und besser machen können. Was dazu geführt hat, kann ich nicht beurteilen. Ich muss schauen, dass wir solche Situationen in Zukunft nicht mehr haben werden. Wenn ich an Philipp Ziereis oder auch Henk Veerman denke, die schon seit Monaten fehlen, steht aber schon jetzt fest, dass nicht alle Spieler zum Start der neuen Saison zurück sein werden."

Philipp Ziereis: "Mit ihm habe ich ein positives Gespräch geführt. Bei ihm sind nun vier Monate vergangen, in der Reha macht er eine sehr gute Entwicklung. Sein Knie zeigt bei höherer Intensität keine Reaktion, es läuft bei ihm in eine sehr gute Richtung. Philipp hat ein gutes Gefühl und ist sehr motiviert, was auch sehr wichtig ist. Vielleicht wird er in der Sommervorbereitung schon Teile mitmachen können. Ich habe ihm aber gesagt, dass ich ihn nicht unter Druck setze und er gemeinsam mit unserer medizinischen Abteilung entscheiden soll, wann er wieder voll mitmachen kann. Wenn er zurück im Training ist, werden wir ihn umarmen."

Mögliche Neuzugänge: "Ich rede nie über direkte Positionen, sonst bekommen Andreas Rettig und ich einen Tag später 100 oder 200 Anrufe. Wir müssen in die Tiefe gehen und hinterfragen, welche neuen Spieler wir für welche Mannschaftsteile brauchen. Ich möchte in der neuen Saison Spieler mit mehr Tempo in allen Mannschaftsteilen haben, um noch aggressiver und mit mehr Druck zu spielen und in ein schnelleres Umschalten zu kommen, um noch erfolgreicher zu spielen. Ich bin für die nächsten zwei Jahre hier und es ist mein Traum, mit St. Pauli aufzusteigen. Aber erst einmal müssen wir in den nächsten Wochen sehen, was wir hinbekommen und wie wir den Kader zusammenstellen können."

Die neue Saison: "In erster Linie muss die DNA jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde sichtbar sein. Damit meine ich, dass wir als Mannschaft und jeder einzelne Spieler in den 90 Minuten auf dem Platz das heraustragen muss, was unsere Fans, die St. Pauli lieben und ein großes Herz für unseren Club haben, vorleben. Wir wollen Mentalität und Charakter auf den Platz bringen und dazu eine Spielweise entwickeln, in der wir die Initiative ergreifen und aggressiv und offensiv agieren wollen. Mein Traum ist, dass wir so Fußball spielen, dass eine Wechselwirkung zwischen Fans und Mannschaft entsteht – nicht nur bei Siegen, sondern auch bei Niederlagen, nach denen die Fans der Mannschaft dennoch Anerkennung zeigen. Das hinzubekommen, ist harte Arbeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir in die Richtung kommen müssen. Die Spielweise soll attraktiv werden. Gegen Bochum fehlten nur die Tore. Wir haben die letzten drei Heimspiele nicht verloren und sind mit Blick auf die letzten Wochen auf einem guten Weg."

 

(hb)

Foto: Witters


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