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"Die Jungs denken nicht viel darüber nach, sie wollen einfach nur spielen"

Bevor die 2. Bundesliga am ersten Mai-Wochenende aufgrund der Halbfinalspiele im DFB-Pokal noch mal eine Pause einlegt, sind unsere Kiezkicker in der letzten Englischen Woche der Saison noch mal richtig gefordert. Am Mittwochabend (21.4., 18:30 Uhr) gastieren sie bei heimstarken Düsseldorfern. Cheftrainer Timo nahm sich zum Wochenstart viel Zeit für die Fragen der Medienvertreter*innen und sprach u.a. über...

…die personelle Situation: "Igor Matanović konnte noch nicht wieder ins Training einsteigen, er ist ein junger Spieler, da sind wir ein bisschen vorsichtiger. Sonst ist es aktuell wirklich nur Christopher Avevor, der fehlt. Es sind ein paar Kleinigkeiten aus dem Würzburg-Spiel, ein paar Schläge und Tritte, aber nichts, das einen Spieler daran hindern sollte, in Düsseldorf auflaufen zu können."

…den Blick auf die Tabelle: "Ich sehe, was die Jungs hier jeden Tag im Training abreißen und das ist schon das ganze Jahr so. Ich sehe, wie viel sie investieren und wie jeder einzelne Spieler seine Schritte macht. Die Automatismen, das hat man in den letzten Wochen gesehen, greifen immer mehr. Die Abläufe werden in allen Spielphasen immer besser und klarer. Es ist ein Prozess, der jetzt auch im Tabellenstand ablesbar ist. Wenn mich jemand im Dezember damit konfrontiert hätte, dass wir am 29. Spieltag kurzzeitig auf dem sechsten Platz gestanden haben, hätte ich das nicht geglaubt."

…Gründe für die aktuelle Erfolgsserie: "Da ist auf jeden Fall die sehr, sehr positive Entwicklung der Mannschaft und einzelner Spieler. Die war schon in der Hinrunde zu erkennen, hatte sich aber nicht in den Ergebnissen widergespiegelt. Hinzu kommt das gewachsene Selbstvertrauen. Mit den gewonnenen Spielen wird die Brust immer breiter, die Überzeugung in die eigenen Aktionen wird immer größer. Das spiegelt sich auch auf dem Platz wider. Neben einer guten Analyse vor dem Winter und konsequentem Handel in der Winterpause gehört sicherlich auch das nötige Spielglück in der einen oder anderen Situation dazu."

…die Spielfreude und Gier seiner Mannschaft: "Es war tolles Wetter und ein toller Platz und wir hatten gegen Würzburg einen Start nach Maß. Wenn du da nicht mit Spielfreude weiterspielst, dann weiß ich auch nicht. Die Jungs hatten richtig Lust und haben teilweise Kombinationen gezeigt, die vom Allerfeinsten waren. Es zeichnet uns gerade aus, dass wir keine Mannschaft sind, die verwaltet. Wir wollen immer nach vorne spielen. Man sieht auch, dass wir in der Anfangsphase schon viele Tore erzielt haben. Das ist momentan so drin und auch ein Grund, warum es momentan so gut läuft. Die Jungs denken nicht viel darüber nach, sie wollen einfach nur spielen."

…Videoanalysen und deren Bedeutung: "Wir haben uns die individuelle Betreuung der Spieler sehr auf die Fahnen geschrieben. Jeder Spieler soll jede Woche ein Feedback in Form eines Gesprächs und einer Videoanalyse bekommen. Das wurde nicht nur von den jungen, sondern auch von den älteren Spielern sehr gut angenommen. Das zeigt die Mentalität in der Mannschaft, diese Offenheit für neue Sachen. Es hat uns am langen Ende auch in diese gute Phase getrieben, dass wir in der schlechten Phase drangeblieben sind. Meine beiden Co-Trainer haben daran einen sehr großen Anteil. Sie übernehmen das federführend, es ist sehr zeitintensiv. Sie bereiten es inhaltlich sehr, sehr gut vor und nach. Das ist ein Steckenpferd unseres jungen Trainerteams."

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…das junge Trainerteam und den jungen, dynamischen Spielstil: "Ob man da einen direkten Bezug herstellen kann, weiß ich nicht. Es ist aber schon so, dass wir im Trainerteam eher Typen sind, die gestalten wollen, die mutig sein wollen, die auch für Fehler stehen und diese auch den Spielern zugestehen. Das spiegelt sich dann auch auf dem Platz wider. Es gibt das Sprichwort, dass der Fisch vom Kopf an zu stinken beginnt. So sind wir als Trainerteam dafür zuständig, dass wir das vorleben, was wir auf dem Platz sehen wollen. Wer meine beiden jungen Co-Trainer, aber auch mich auf dem Trainingsplatz sieht, der weiß, dass wir immer Bock haben, mit den Jungs zu arbeiten und etwas zu entwickeln, dass wir sehr aktiv sind und viel einfordern. Wenn die Mannschaft am Wochenende dann genau so spielt, dann ist es für uns eine Bestätigung der Arbeit."

…die Entwicklung des Trainerteams: "Wir sind ein neu zusammengesetztes Team, auch wenn ich Loïc schon sehr lange kannte. Das musste sich aber auch erst einmal einspielen. Was das Inhaltliche angeht, waren wir sehr gut vorbereitet. Es gibt aber immer Details, die in der täglichen Arbeit anfallen. Wie ist die Aufteilung? Was sind die Abläufe? Die Kommunikation und das Wording gegenüber der Mannschaft, das konsequente Einfordern von Werten und das Vorleben der Werte. Das sind so Sachen, wo auch ich als Cheftrainer dazulerne und mich weiterentwickele. Es ist ja nicht so, dass sich nur die Mannschaft weiterentwickeln soll, sondern auch wir als Trainerteam. Da nehme ich aber auch das gesamte Funktionsteam mit rein. Alle sollen zusehen, dass sie ihre Schritte machen und versuchen, besser zu werden. Lernen hat keine Ziellinie. Das gilt für alle hier an der Kollaustraße, nicht nur für die Spieler. Die größten Schritte haben wir in der schlechtesten Phase gemacht, wo man als Trainer dann auch erkennt, was können und wollen die Jungs, was tut ihnen gut. Aus der Krise sind wir gestärkt hervorgegangen. Im Januar und Februar haben wir etwas entwickelt, was sehr gut zum Trainerteam, aber auch zur Mannschaft passt. Das zeigt sich dann auch auf dem Platz. Darauf sollten wir uns nicht ausruhen, sondern sollten versuchen, auch das besser zu machen und weiter zu gestalten."

…den kommenden Gegner Fortuna Düsseldorf: "Sie wollen auf jeden Fall noch oben ran klettern. Das haben sie auch immer gesagt, dass sie sich noch die Chance ausrechnen, oben dazu zu stoßen. Durch den Sieg in Osnabrück sind sie in Schlagdistanz. In der Hinserie haben sie gegen die kommenden Gegner, darunter auch uns, permanent dreifach gepunktet. Wenn sie zum Ende der Saison noch mal eine Serie hinlegen, dann kann man ihnen das auch noch zutrauen. Es ist eine sehr erfahrene Zweitliga-Truppe mit vielen Jungs, die auch schon in der 1. Bundesliga gespielt haben. Mit Rouwen Hennings haben sie vorne jemanden mit einer extrem hohen Abschlussqualität drin, sie sind in jedem Mannschaftsteil überdurchschnittlich gut besetzt."

…das aktuelle Trainerkarussell und Ablösen für Trainer: "Ich finde die Entwicklung ein Stück weit normal. Es ist einfach so, dass der Trainer der wichtigste Verantwortliche in einem Fußballverein ist, wenn es um die unmittelbare Betreuung der Mannschaft geht. Wenn man überzeugt davon ist, den richtigen Trainer zu bekommen, dann muss man als Verein dafür auch mal ein bisschen Geld ausgeben. Das ist in der heutigen Zeit einfach so. Ein Trainer ist im Idealfall dafür da, dass alle Spieler besser werden. In Deutschland gibt es genügend gute Trainer, wir haben eine sehr gute Trainerausbildung."

…die Pläne europäischer Top-Clubs zur Einführung einer Super League: "Ich habe mich noch nicht zu sehr damit auseinandergesetzt, aber wir sind nicht dabei, oder? Dann finde ich das doof und halte nichts davon (schmunzelt). Ich als Wettkampftyp halte nichts von Wettbewerben, bei denen man nicht auf- oder absteigen oder sich nicht qualifizieren kann. Den Sinn dahinter muss ich nicht verstehen, ich bin aber auch nur Trainer eines 'mittelmäßigen Zweitligisten'."

 

(hb)

Fotos: Witters

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