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"Ich kann nur das von den Spielern erwarten, was ich jeden Tag vorlebe"

Noch vor dem Trainingsauftakt zur neuen Saison 2020/21 nahm sich unser Cheftrainer Timo Schultz in einer virtuellen Pressekonferenz ganz viel Zeit, um die vielen Fragen der zahlreichen Medienvertreter*innen zu beantworten. Dabei äußerte sich Schulle über...

…die beiden Neuzugänge Dennis Smarsch und Leart Paqarada: „Wir sind froh, dass wir beide verpflichten konnten. Dennis ist ein extrem talentierter Spieler, mit ihm haben wir uns auf der Torhüter-Position noch mal ganz neu aufgestellt. Das war mir auch wichtig, dass da frischer Wind reinkommt. Leart hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er ein hohes Zweitliga-Niveau hat. Er ist extrem ehrgeizig und hat einen top linken Fuß, schlägt super Flanken und Standards.“

…die vergangenen Wochen seit seinem Amtsantritt: „Die haben Spaß gemacht. Es war von Beginn an sehr viel zu tun, zunächst hat mich unser Teammanager Jonas Wömmel über alle Corona-Maßnahmen informiert. Das Paket ist riesig, da muss man sich als Trainer mit seinen Ideen auch schon mal zurückstellen. In fast allen Bereichen haben wir gute Lösungen gefunden und sind Schritte vorwärts gekommen. Wir haben die Vorbereitung geplant und viele Themen rund um die Mannschaft anschieben können. Ich bin optimistisch, dass wir für den Start eine sehr, sehr gute Basis haben.“

…eine erste Botschaft an die Mannschaft, um diese auf die Vorbereitung einzustimmen: „Es geht weniger um eine Botschaft, als um das Miteinander. Mir ist es wichtig, dass wir ab dem ersten Tag gut miteinander klarkommen. Dazu zählen Werte wie eine offene und ehrliche Kommunikation, miteinander und untereinander, von mir zu den Spielern und umgekehrt. Jeder soll gerne an die Kollau kommen, sich dort gerne aufhalten, gerne trainieren und das lange und hart. Wir brauchen diese Basis für unser Spiel in der Saison.“

…mögliche Aufregung vor dem ersten Training als Cheftrainer: „Ich bin positiv aufgeregt und freue mich auf den Trainingsstart! Nervös bin ich nicht, dafür bin ich schon zu lange dabei. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich zur Kollau fahre, und habe jeden Tag eine positive Anspannung, wenn’s ums Training geht. Das hatte ich früher auch als Spieler. Die Antennen sind ausgefahren und das Kribbeln, das man auch von den Spielern erwartet, ist da.“


…die anstehende Vorbereitung
: „Das erste Training wird kein lockerer Aufgalopp sein, aber auch nicht allzu intensiv werden. Es werden viele Formen mit Ball sein, am Ende noch eine Spielform. Weder mental noch körperlich werden wir die Jungs am ersten Tag überfrachten. Ich bin ohnehin ein Freund davon, eine Vorbereitung nach einem ansteigenden Modell zu gestalten und nicht direkt in der zweiten Einheit Feuer frei zu machen. Wir werden in der Vorbereitung teilweise sehr lange Einheiten haben, dafür dann aber nur eine Einheit am Tag. Ich habe damit in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Jungs können sich darüber freuen, dass wir viel mit dem Ball arbeiten und viele Sachen machen werden, die sie so noch nicht kennen. Ich habe eine klare Idee, wie wir trainieren und spielen wollen. Da können sich die Spieler schon mal freuen, weil es gepaart mit viel Mut, Freude, Risikobewusstsein, aber auch mit einem hohen Aufwand sein wird. Jeder Spieler wird die Chance haben, sich zu zeigen und am Ende unter den ersten Elf zu stehen.“

…die personelle Situation zum Trainingsstart: „Lediglich zwei Spieler werden nicht voll ins Training einsteigen können. Das ist zum einen Christopher Buchtmann, der sich im März einer OP unterzogen hatte, momentan in der Reha ist und gute Fortschritte macht. Bei ihm müssen wir noch ein bisschen geduldig sein. Zum anderen haben wir noch Ryo Miyaichi, der zum Ende der letzten Saison raus war und noch nicht wieder zu 100 Prozent einsteigen kann. Wir sind bei ihm aber optimistisch, dass wir die Trainingsbelastung in den kommenden Wochen steigern können.“

…die Entscheidung, mit Loïc Favé und Fabian Hürzeler und damit mit zwei jungen und unerfahrenen Co-Trainern in die Saison zu gehen: „Es ist eine mutige Entscheidung. Ich bin aber davon überzeugt, dass das klappt. Ich habe ein klares Profil, was meine Co-Trainer zu machen haben. Mit Loïc bin ich schon seit fast zwei Jahren im Austausch. Wir sind sehr deckungsgleich in unserer Arbeit auf und neben dem Platz. Fabian kenne ich auch schon länger. Er hat seine Stärken, die er ins Trainerteam einbringen wird. Ich bin mir sicher, dass Loïc und Fabian der Mannschaft richtig viel geben können, vor allem inhaltlich. Sie bringen eine wahnsinnig hohe Eigenmotivation und Expertise mit. Wir haben noch Mathias Hain im Trainerstab, einen erfahreneren Kollegen kann man nicht haben. Es ist eine sehr gute Mischung.“

…das Vermitteln des Kribbelns an die Mannschaft: „Ich kann nur das von den Spielern erwarten, was ich Tag für Tag vorlebe. Die Spieler haben zwei Möglichkeiten: Entweder gehen sie den Weg mit, sind genauso mutig und geben genauso viel Gas oder eben nicht. Da muss jeder sehen, wo er bleibt. Ich kann schon jetzt versprechen: Jemand, der sich voll reinhaut, wird auch belohnt werden, ganz egal ob er im letzten Jahr keinen oder 30 Einsätze hatte. Ich glaube, dass wir in der Kaderplanung einen riesigen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir haben viele junge und hungrige Spieler, die sich noch beweisen müssen. Für sie geht es darum, Gas zu geben und Anschluss zu gewinnen. Diese Power, Energie und Begeisterung brauchen wir von allen, nicht nur von den jungen Spielern.“

…die Verhaltensregeln: „Das geht mit Pünktlichkeit los und endet mit dem Umgang untereinander. Ich bin kein Trainer, der mit Geldstrafen um sich wirft, das habe ich noch nie gemacht. Die Spieler sollen sich untereinander committen und sagen, was ihnen wichtig ist und wie sie als Mannschaft miteinander umgehen wollen. Der Verein steht für viele Werte, die sie mit reinnehmen können. Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, dass wir eine sehr gute, disziplinierte und motivierte Mannschaft zusammen haben. Ich glaube, dass wir die Energie, die in der Mannschaft steckt, noch weiter herauskitzeln können.“

…Daniel Buballa und seine Position für die neue Spielzeit: „Mit Buba habe ich im Vorfeld schon gesprochen und ihm gesagt, dass es mir sehr gut gefallen hat, wie er in der Endphase der letzten Saison beständig auf hohem Niveau in der Innenverteidigung gespielt hat. Das ist für mich auf jeden Fall eine Option. Am Ende geht’s in der Vorbereitung auch darum herauszufinden, ob es passt und ob es eine Dreier- oder eine Viererkette wird. Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich zu präsentieren.“

…den Handlungsbedarf auf verschiedenen Positionen: „Wir halten eigentlich überall die Augen offen. Wir sind in der glücklichen Lage, einige Spieler im Kader zu haben, die auf mehreren Positionen gut spielen können. Wie schon mal geäußert, hätten wir auf der Sechs gerne noch einen physisch starken Spieler, der auch mal was aufhalten kann. Das ist aber kein Muss, weil der Kader es hergibt, das auch so zu regeln.“

 

"Jetzt ist es eine Luxus-Situation, ich bin viel am Delegieren", sagt Timo Schultz über die Unterschiede zur Tätigkeit als U19-Trainer.

"Jetzt ist es eine Luxus-Situation, ich bin viel am Delegieren", sagt Timo Schultz über die Unterschiede zur Tätigkeit als U19-Trainer.

…Unterschiede in der Planung als Cheftrainer für die Profis im Vergleich zum Tätigkeit als U19-Cheftrainer: „Bei der U19 musste ich mich um Minibusse, Essen, Trainingszeiten und Trainingsplätze kümmern. Da waren viele organisatorische Themen gefragt, da war man auch ein bisschen Teammanager. Jetzt ist es eine Luxus-Situation, ich bin viel am Delegieren. Daran muss ich mich auch noch gewöhnen. Für jedes Thema hat man Ansprechpartner. Bis zum Trainingslager ist das Training mit den beiden Co-Trainern bereits durchgeplant. Ich kann vieles so machen, wie ich es möchte. Bei der U19 war es mal ein halber Platz, mal auch nur ein Viertel. Jetzt habe ich zwei komplette Rasenplätze.“

…die Ansprache der Spieler an ihn: „Gesiezt werden möchte ich nicht, dann fühle ich mich so alt (lacht). Die Jungs können gerne ‚Trainer‘ oder ‚Du‘ sagen. Wenn der eine oder andere Schulle sagt, weil er es nicht anders kennt oder es ihm rausrutscht, dann ist das für mich auch okay.“

…das Kapitänsamt: „Ich habe bislang immer den Mannschaftsrat wählen lassen und aus diesem heraus dann den Kapitän bestimmt. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich bin ein Trainer, bei dem jeder Spieler gerne an die Tür klopft, und habe immer ein offenes Ohr, wenn jemand ein Problem hat. Die Jungs wissen, dass sie zu mir kommen können.“

…eine Analyse der vergangenen Saison: „Ich habe viele Spiele gesehen und einige Spiele analysiert – von einzelnen Positionsprofilen über Zeitpunkte von eigenen Toren und Gegentoren und die Diskrepanz von Heim- und Auswärtsspielen. Standardsituationen gehörten auch dazu. Es gab ganz offensichtliche Punkte, bei denen man ansetzen kann. Den größten Mehrwert für einen Umbruch haben wir, wenn wir eine andere Mentalität, einen anderen Spirit und eine andere Arbeitseinstellung an die Kollau bekommen. Das sind die größten Punkte, um erfolgreicher zu sein als im Vorjahr.“

…ein Saisonziel: „Ich habe noch nicht einmal mit der Mannschaft auf dem Platz gestanden und der Kader ist auch noch nicht final. Jetzt schon von einem Saisonziel zu sprechen, da tue ich mich schwer. Wir werden einen Plan haben, um Spiele zu gewinnen und wollen das natürlich so oft wie möglich schaffen.“

 

(hb)

Fotos: Witters

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