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Grifo macht den Unterschied - Kiezkicker verlieren Testspiel in Freiburg mit 0:3

Der FC St. Pauli hat das Testspiel bei Bundesligist SC Freiburg am Donnerstagabend (7.10.) mit 0:3 (0:2) verloren. Vor knapp 15.000 Fans im Europa-Park Stadion, der neuen Heimspielstätte der Breisgauer, traf Vincenzo Grifo vor der Pause doppelt (17., 29.), nach dem Seitenwechsel erzielte Nishan Burkart den 3:0-Endstand (68.). Das Tor hätte nicht zählen dürfen und so fiel der Premierensieg der Breisgauer am Ende ein Tor zu hoch aus.

Für das Testspiel beim SC Freiburg musste Cheftrainer Timo Schultz auf alle in der Reha oder im Aufbautraining befindlichen Kiezkicker sowie auf die insgesamt fünf Nationalspieler verzichten. So sollten bei der offiziellen Einweihung des Europa-Park Stadions auch einige Kiezkicker, die zuletzt wenig oder gar nicht gespielt hatten, zu Einsatzzeiten kommen. Auch beim aktuellen Tabellenvierten der 1. Bundesliga fehlten einige Nationalspieler, die Mannschaft von SCF-Coach Christian Streich dennoch stark besetzt.

Knapp 15.000 Fans waren in der neuen Heimspielstätte des SCF dabei und diese verfolgten eine von Beginn an muntere Partie. Beide Teams suchten mit viel Tempo den Weg nach vorne, die ersten Chancen hatten die Kiezkicker. Nach Flanke von Marcel Hartel setzte Guido Burgstaller einen Kopfball nur knapp oben links vorbei (3.). Kurz darauf verzog zunächst Christopher Buchtmann aus dem Rückraum (5.) und Augenblicke später auch Burgstaller (6.). Auf der Gegenseite strich auch ein Schuss von Janik Haberer am Tor vorbei (13.). Besser zielte Teamkollege Vincenzo Grifo, er schlenzte das Leder unhaltbar für Keeper Dennis Smarsch aus halblinker Position genau ins rechte obere Eck. Ein sehenswerter Treffer – das 1:0 für den SCF (17.). Grifo, der vor zwei Wochen beim 3:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg das letzte Tor im alten Dreisamstadion erzielt hatte, war nun also auch der erste Torschütze in Freiburgs neuem Stadion.

Die Breisgauer hatten in der Folge etwas mehr vom Spiel, die Boys in Brown aber die nächsten Chancen. Erst scheiterte Burgstaller an SCF-Keeper Benjamin Uphoff, den abgewehrten Ball nahm Lars Ritzka dann direkt – wieder war Uphoff zur Stelle (26.). Kurze Zeit später erhöhten die Gastgeber auf 2:0. Nach einem Angriff über die rechte Seite kam der Ball zu Grifo, der den machtlosen Smarsch mit einem platzierten Flachschuss ins rechte untere Eck ein zweites Mal überwinden sollte (29.). Christian Günter verzog wenig später deutlich und so schien fast so, als ob nur Grifo genügend Zielwasser vor dem Spiel getrunken hatte. Dann die Chance für U23-Offensivspieler Aurel Loubongo zum Anschlusstreffer. Nachdem Uphoff einen Pass in den Strafraum aus den Händen rutschen ließ, zog Loubongo aus der Drehung ab – vorbei (35.). Mehr passierte bis zum Halbzeitpfiff nicht und so blieb es beim 2:0 für den SCF.

Beim 1:0 der Freiburger streckte sich FCSP-Keeper Dennis Smarsch vergeblich, der Ball schlug genau im rechten oberen Eck ein.

Beim 1:0 durch Vincenzo Grifo streckte sich FCSP-Keeper Dennis Smarsch vergeblich, der Ball schlug zu genau im rechten oberen Eck ein.

Bei den Freiburgern gab's nur einen Wechsel für die zweiten 45 Minuten, bei unseren Kiezkickern hingegen deren sechs. Am Spielgeschehen änderte sich erst einmal wenig. Grifo setzte den ersten Torschuss ab, schlenzte das Leder dieses Mal aber gut zwei Meter neben den Kasten (48.). Auf der Gegenseite bediente der eingewechselte Leart Paqarada im Zentrum Rico Benatelli, dessen Schuss hätte wohl gepasst, ein Freiburger fälschte aber noch entscheidend ab (54.). In der Folge legten die Kiezkicker gegen gut verteidigende Gastgeber vermehrt den Vorwärtsgang ein, kamen aber nicht zu weiteren Chancen.

Dann aber doch die Chance auf das 1:2, nachdem Hartel mit einem feinen Pass den nach der Pause gekommenen Simon Makienok auf die Reise schickte. Der zog aus 18 Metern ab, Uphoff schnappte sich den zu zentral geschossenen Ball aber sicher (64.). Dann gingen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus, allerdings setzte das Flutlicht nur für knapp 20 Sekunden aus und so ging’s nach einer kurzen Unterbrechung auch schon weiter. Freiburg kam über links in den Strafraum, Maximilian Eggestein brachte den Ball per Grätsche hoch ans Fünf-Meter-Eck, wo Nishan Burkart hochstieg und den Ball per Bogenlampe im langen Eck unterbrachte – das 3:0 (68.). Der Treffer hätte aber nicht zählen dürfen, der Ball war bei Eggesteins Flanke bereits mit vollem Umfang hinter der Torauslinie.

Die Kiezkicker wollten sich keinesweg mit dem 0:3 aus Freiburg verabschieden und machten Druck. Der Anschlusstreffer sollte her, zwingende Torchancen sprangen gegen die kompakte SCF-Abwehr aber nicht heraus. Auf der anderen Seite setzte Dominik Heintz einen 23-Meter-Freistoß leicht abgefälscht nur Zentimeter am Pfosten vorbei (78.). Noch weniger fehlte bei Paqaradas 28-Meter-Freistoß auf der Gegenseite. Uphoff war gerade noch mit den Fingerspitzen dran und lenkte den Ball an die Latte (81.). In den Schlussminuten verhinderte Smarsch mit starken Paraden gegen Nicolas Höfler (86.) und Yannik Engelhardt (88.) den vierten Treffer für den SCF und so blieb es beim 0:3.

"Es ist kein gutes Ergebnis, ich hätte hier gerne schon was mitgenommen", stellte Coach Timo Schultz nach der Partie zunächst klar. "Es war auf jeden Falls ein guter Test für die Jungs, die lange hinten dran waren. Sie konnten auf einem sehr ordentlichen Niveau Minuten sammeln. Das ganze Paket mit dem Spiel, dem Stadion und der Atmosphäre hat gepasst."

SC Freiburg

Uphoff - Gulde (59. Burkart), Schlotterbeck, Heintz - Sildilla, Haberer (82. Leopold), Eggestein (82. Flum), Günter (59. Barbosa da Silva) - Grifo (72. Engelhardt), Petersen (82. Risch), Höler (46. Höfler)

Cheftrainer: Christian Streich

 

FC St. Pauli

Smarsch - Wieckhoff (46. Zander), Ziereis (46. Medić), Dźwigała, Ritzka (46. Paqarada) - Aremu (72. Jessen), Benatelli, Hartel, Buchtmann (46. Brandt, 72. Jessen) - Loubongo (46. Kukanda), Burgstaller (46. Makienok)

Cheftrainer: Timo Schultz

 

Tore: 1:0 Grifo (17.), 2:0 Grifo (29.), 3:0 Burkart (68.)

Gelbe Karten: Barbosa da Silva / Aremu

Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

Fans: ca. 15.000

 

(hb)

Fotos: FC St. Pauli

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