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„Wir müssen uns ankreiden, dass wir das Spiel nicht schon früher entschieden haben“

Nach dem 2:2 im Derby gegen den HSV blickten unsere Kiezkicker einerseits zufrieden auf die gute Leistung zurück, andererseits zeigten sie sich enttäuscht, die Partie am Ende nicht gewonnen zu haben. Hier die Stimmem zum Spiel.

Cheftrainer Fabian Hürzeler: „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, speziell in der ersten Halbzeit. Wir gehen früh in Führung, was uns in die Karten gespielt hat. Danach haben wir genau den Fußball gezeigt, den wir in der gesamten Saison gezeigt haben. Wir haben mutig von hinten rausgespielt, den Gegner gelockt und dahinter immer wieder Dynamik erzeugt. Das 2:0 fällt glücklich, es war aber auch ein gutes Pressing von uns. In der Phase danach hatten wir weitere Aktionen, wo wir immer wieder auf die Kette zulaufen und drei, vier richtig gute Abschlüsse haben. Wenn wir da das 3:0 machen, wäre das Spiel anders gelaufen. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel weiter im Griff haben. Uns war aber bewusst, dass der HSV irgendwann mal vors Tor kommen wird. Dass sie es dann so gnadenlos machen, spricht dann auch für sie. Das muss man anerkennen. Die Tore fallen zu einfach, weil wir solche Dinge bislang gut wegverteidigt haben, speziell die Entstehung beider Tore. Die Reaktion meiner Mannschaft danach war wirklich gut. Wir wollten dann, haben aber nicht mit der letzten Konsequenz agiert und hatten keine hunderprozentige Torchance mehr. Wenn ich das gesamte Spiel sehe, dann sehe ich wieder einen Schritt in die richtige Richtung. Wir haben gegen den Tabellenzweiten unser Spiel gemacht, waren sehr dominant und bis auf die beiden Gegentore in der Defensive auch sehr kompakt. Das Ergebnis ist für uns enttäuschend. Was die Leistung angeht, werden wir Phasen rausziehen, die definitiv positiv waren.“

Jackson Irvine: „Der HSV hat individuell starke Spieler in der Offensive, die aus dem Nichts da sind. Wir waren dominant und haben das Spiel kontrolliert. Niko hat kaum was zu tun bekommen und doch bekommen wir zwei Gegentore. Es ist schwer zu sagen, woran es genau gelegen hat. Wie in Rostock hat uns ein weiteres Tor gefehlt. Eine Zwei-Tore-Führung ist gefährlich. Nach den beiden Gegentoren haben wir aber gut weitergespielt, wie wir uns das vorstellen. An einem anderen Tag gewinnen wir das Spiel vielleicht. Am Ende sind wir natürlich frustriert. Es waren aber auch sehr viele gute Sachen dabei, die wir aus dem Spiel ziehen können. Wir haben alle Aspekte unseres Spiels gezeigt. Wir haben mutig und mit viel Qualität gespielt, im letzten Drittel hätten wir noch zielstrebiger sein können. Die Bedingungen waren schwierig, die sind aber keine Entschuldigung. Ich bin aber stolz auf uns, denn wir sind weiter ungeschlagen und sind als Team weiter auf dem richtigen Weg. Wir haben noch drei Spiele in diesem Jahr und wollen das Jahr ungeschlagen beenden.“

Hauke Wahl: „Ich denke, dass wir uns den Sieg heute schon sehr verdient hätten. Wir spielen gut, lassen wenig zu und führen mit 2:0. Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen müssen. Wir müssen uns ankreiden, dass wir das Spiel nicht schon früher entschieden haben. Das Ergebnis ist schon etwas enttäuschend. Mit einer Situation kann immer wieder etwas passieren. Es hat trotzdem unfassbar Spaß gemacht. Es war mein erstes Hamburger Stadtderby. Für solche Spiele spielt man Fußball. Für solche Spiele ist man Fußballer geworden. Es war sehr viel auf den Rängen los. Es kam eine extrem gute Energie von unseren Fans. Sie haben uns, gerade in der Phase, als der Ausgleich gefallen ist, sehr unterstützt. Sie haben uns noch mal Flügel geben wollen.“

Marcel Hartel: „Wir sind enttäuscht. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir ein super Spiel gemacht, gehen verdient mit 2:0 in Führung und hatten das Spiel komplett in der Hand. Der HSV hatte vor der Pause keine richtige Torchance, während wir weitere Chancen für das dritte Tor hatten. Nach der Pause hatten wir das Spiel eigentlich auch im Griff. Mit der Qualität, die der HSV auch hat, reichen ihnen einfach auch zwei gute Aktionen im Strafraum, um auszugleichen. Die Szenen müssen wir analysieren, draus lernen und es nächstes Mal besser machen. Zum Schluss hatten wir nicht mehr die Konsequenz und Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne. Es ist absolut keine Ausrede, durch den Schnee wurde das Spiel aber träger und langsamer. Da konnten wir unsere Ballstaffetten nicht mehr so durchziehen. Wir wollten unbedingt gewinnen und es sah lange auch gut aus. Hätten wir gewonnen, hätte sich der HSV auch nicht beschweren dürfen. Das zeigt auch, wie viel Selbstvertrauen wir haben, wenn der HSV hier ans Millerntor kommt und wir die dominierende Mannschaft sind. Wenn du in der ersten Halbzeit das dritte Tor nachlegst, dann sieht es heute anders aus. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, drei Minuten haben dafür gesorgt, dass wir das Spiel am Ende nicht gewinnen.“

Johannes Eggestein: „Wir haben das Spiel dominiert und waren die klar bessere Mannschaft. Deshalb ist es nicht zufriedenstellend, dass wir heute nur 2:2 zu spielen. Die beiden Gegentore müssen wir analysieren. Wir hatten zu große Abstände zwischen den Ketten, dadurch ist der HSV zu Kontern gekommen und die haben sie brutal ausgenutzt. Wir müssen mit dem 2:2 leben, hätten das Spiel natürlich gerne gewonnen. Wir sind aber weiter Spitzenreiter und auch weiter ungeschlagen. Das nehmen wir in die letzten drei Spiele mit und da hauen wir noch mal alles rein.“

Tim Walter (Cheftrainer HSV): „Die Zuschauer haben ein sehr rassiges Spiel gesehen, in dem gerade zu Beginn beide Seiten ein bisschen abgetastet haben. Bis zum Gegentor hat es eigentlich gut funktioniert, da haben wir uns nicht ganz so clever angestellt. Danach war der Wurm drin, wir sind nicht mehr so gut und konsequent reingekommen und bekommen dann das zweite Gegentor der Marke Slapstick. Dann gehst du in die Kabine und fragst dich erstmal, was die Lösung darauf ist. Die haben wir gefunden. Wir haben ein bisschen was angepasst und die Flügelspieler auf die breiten Innenverteidiger geschickt. So hatten wir Balleroberungen und so haben wir auch unsere Tore erzielt. Die waren beide sehr schön rausgespielt. Danach war es ein Abnutzungskampf, auf dem schweren Belag war es nicht ganz so einfach. Mit dem Punkt bin ich sehr glücklich, weil der am Ende hoch verdient war.“

 

(fh/hb)

Fotos: FC St. Pauli / Witters

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