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„Es gibt nichts, das Siege ersetzen kann“

Nach der einzigen Länderspielpause in der Rückrunde haben unsere Kiezkicker gegen Paderborn den dritten Sieg in Folge eingefahren. Nach ganz starker erster Halbzeit und dem 2:0 kurz nach der Pause wurde es noch mal spannend, unsere Mannschaft überstand die schwierige Phase aber und konnte in Überzahl dann den verdienten Sieg verbuchen. Mit der ersten Hälfte und dem Ergebnis waren unsere Kiezkicker nach dem Abpfiff natürlich zufrieden, die Leistung in der zweiten Hälfte gilt es aber zu analysieren.

Cheftrainer Fabian Hürzeler: „Wir sind gut reingekommen und haben damit gerechnet, dass Paderborn aktiv sein wird und nicht nur tief steht und umschaltet. Wir mussten erstmal schauen, welche Positionierung wir annehmen und wo die Räume sind, die wir bespielen können. Das hat etwas gedauert. Das nicht gegebene Tor war dann das Startsignal, danach haben wir bessere Lösungen gefunden. Wir haben teilweise sehr gut kombiniert und gehen dann auch verdient in Führung. Mit dem 2:0 vor der Pause wäre es ruhiger gewesen, aus der kommen wir aber sehr gut raus und machen dann das 2:0. Dann passiert eine Dynamik, die im Fußball üblich ist, die uns aber nicht passieren sollte. Uns hat eine gewisse Klarheit in der Struktur mit dem Ball gefehlt, im Passspiel und im Spielvortrag. Da haben wir einfach zu viele Fehler gemacht und so entsteht dann auch das 2:1. Paderborn geht dann vorne drauf, wir waren verunsichert und in der Phase nicht stabil. Das müssen wir uns ankreiden. In solchen Phasen müssen wir noch klarere Lösungen finden. Paderborn hatte noch eine gute Chance zum Ausgleich, die Nikola Vasilj gut hält. Mit dem Platzverweis ist das Spiel wieder auf unsere Seite gekippt. Am Ende haben wir verdient gewonnen.“

Jackson Irvine: „Es muss nicht immer der Hochglanz-Fußball sein, auch wenn das erste Tor wirklich schön herausgespielt war. Wie in den beiden vorherigen Spielen haben wir aber eine abgeklärte Leistung gezeigt und sind auch nach dem Anschlusstreffer ruhig geblieben. Wir standen defensiv gut und haben Paderborn nicht in den Rhythmus kommen lassen. Der Platzverweis kam uns natürlich auch entgegen.“

Marcel Hartel: „Wir haben eine sehr gute und sehr dominante erste Halbzeit gespielt - offensiv wie defensiv. Wir gehen absolut verdient in Führung. Das Tor war von vorne bis hinten schön gespielt. Ich nehme den Ball an, schaue kurz hoch und entscheide mich instinktiv dann für den Lupfer. Wir kommen gut aus der Pause und hatten in der Viertelstunde nach der Pause gute Aktionen in der Offensive, dann kam Paderborn und wir waren etwas verunsichert. Wir hatten dann nicht mehr die Klarheit in unserem Spiel. Aus der Phase müssen wir unsere Lehren ziehen und daraus lernen. Die Gelb-Rote Karte kam uns dann entgegen. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Es sind aber noch ein paar Schritte zu gehen, um am Ende den Traum zu erreichen. Wenn wir unseren Weg weitergehen, kann der Traum wahr werden.“

Eric Smith: „Nach unserem zweiten Treffer habe ich einen großen Fehler gemacht und sie dadurch zurück ins Spiel gebracht. Wir haben es aber geschafft, Paderborns Drangphase zu überstehen und kein zweites Gegentor zu fangen. Es war ein schwieriges Spiel und ein schwieriger Gegner. Wir sind superglücklich mit dem Sieg. Die Gelbe Karte habe ich bekommen, weil ich meine Arme in die Luft gerissen habe. Für mich war es eine normale Reaktion, wenn ich denke, dass es ein Foul war. Genau in dem Moment hat der Schiedsrichter mich angesehen. So werden Connor und ich nächstes Spiel aussetzen müssen, aber dann sind andere Jungs da, die uns ersetzen. Wir haben einfach einen Lauf. Aber es ist noch nicht zu Ende. Wir müssen weiter performen und Fußballspiele gewinnen.“

Hauke Wahl: „Es passiert uns häufig hier am Millerntor, dass wir gut ins Spiel kommen und gefühlt nach ein paar Sekunden eine gute Möglichkeit haben. Da hat man dann immer gleich auch in gutes Gefühl. Wir waren heute sofort drin in den Zweikämpfen und in der ersten Hälfte auch brutal gut im Gegenpressing. Das Tor war nur eine Frage der Zeit. Nach einer halben Stunde habe ich kurz gedacht, dass es komisch wäre, wenn wir mit dem 0:0 in die Pause gehen. Kurz danach hat Cello dann getroffen. Die erste Hälfte war schon sehr gut von uns. Nach der Pause war es ein komisches Spiel, ein bisschen träge. Wir haben uns etwas unnötig in die Situation gebracht, dass Paderborn nach dem Anschlusstreffer, der aus dem Nichts kam, mit einer weiteren Situation hätte ausgleichen können. Der Platzverweis hat uns dann in die Karten gespielt. Danach hatten wir eine Phase, wo wir drei, vier Minuten lang den Ball hatten. Die zweite Hälfte müssen wir deutlich analysieren und es nächste Woche deutlich besser machen. Es gibt nichts, das Siege ersetzen kann. Es war heute kein leichtes Spiel. Uns war von Anfang an klar, dass gegen eine Mannschaft wie Paderborn alles passieren kann. Durch Intensität haben wir sie nicht so ganz ins Spiel kommen lassen. Wir haben die tiefen Bälle gut verteidigt und können insgesamt viel Gutes aus dem Spiel mitnehmen.“

Lars Ritzka: „Ich merke die Verletzung noch ein bisschen. Ich habe die Woche trainiert und mich gut gefühlt. Ich versuche immer Gas zu geben und mich anzubieten. Wir hatten in der zweiten Hälfte eine Phase, in der wir vielleicht einen Schritt weniger gemacht haben. Da hat ein bisschen die Intensität gefehlt. Da wird es gegen jede Mannschaft schwer und Paderborn hat Qualität. Der Platzverweis hat uns am Ende ein bisschen in die Karten gespielt. Aber es war eine gute Mannschaftsleistung. Beim Shooting für die Jubelposen vor der Saison habe ich schon gesagt, dass ich die wahrscheinlich nicht so oft brauche. Es ist mir egal, wer die Tore macht. Ich freue mich fürs Team.“

Johannes Eggestein: „Nach dem 2:0 haben wir Paderborn etwas zu sehr das Spiel überlassen, haben nicht mehr in die Pressingmomente gefunden und waren im Aufbauspiel nicht mehr so sicher. Durch Ballverluste haben wir die Paderborner etwas zurück ins Spiel geholt. Diese Momente haben uns nicht gutgetan, dadurch haben wir etwas die Spielkontrolle verloren. Der Paderborner Platzverweis hat uns dann etwas das Momentum zurückgegeben. Unser Ziel ist immer, jedes Spiel zu gewinnen. Die Tabellensituation ändert daran nichts, auch wenn uns der Abstand auf den Relegationsplatz natürlich freut. Was wir aktuell machen, funktioniert gut. Deshalb verändern wir an der Herangehensweise nichts. Wir haben eine starke Truppe und unsere Abläufe.“

Lukas Kwasniok (Cheftrainer SC Paderborn 07): „Glückwunsch an den FC St. Pauli zum Sieg. Die Umsetzung unseres Plans von den Jungs war gut, die individuelle Leistung von sehr vielen Spielern in der ersten Halbzeit aber sehr schlecht. Das passt dann nicht zusammen, um St. Pauli hier wehtun zu können. Wir hatten einige hohe Ballgewinne, haben die aber zu schnell hergeschenkt. Die wurden wir nicht torgefährlich, weil wir falsche Entscheidungen getroffen haben. Wir haben gewusst, dass es hier heute schwierig werden wird. St. Pauli ist in der Lage, einen Gegner durchaus zu bespielen. Eine dieser Situationen führt dann von ganz hinten nach ganz vorne zum Erfolg. Nach der Pause erhalten wir eine kalte Dusche und es steht 0:2. Da haben alle gedacht, dass Spiel sei entschieden. Aus dem Nichts machen wir dann den Anschlusstreffer. Wir haben dann Druck gemacht, doch just in dem Moment hatten wir einen Spieler weniger auf dem Feld. Das war sicherlich nicht die cleverste Entscheidung von Adriano Grimaldi, da so noch mal hinzugehen, nachdem er beim Foul vorher schon Glück hatte. Mit zehn Mann wird es dann schwer, dem Gegner noch mal weh zu tun. Wir sind enttäuscht, weil wir uns hier etwas ausgerechnet haben und insgesamt auch etwas hätten mitnehmen können. Zu viele Spieler waren aber nicht bei hundert Prozent und dann wird es schwer.“

 

(fh/hb/jr)

Fotos: Witters

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