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„Mit den ersten 75 Minuten war ich sehr zufrieden, danach nicht mehr“

Lange waren unsere Kiezkicker gegen Arminia Bielefeld das spielbestimmende Team, allerdings ließ die Chancenverwertung zu wünschen übrig. Nach der scheinbar beruhigenden 2:0-Führung wurde es am Ende noch mal richtig spannend. Nach den beiden Niederlagen zuletzt freuten sich unsere Jungs natürlich sehr, wieder drei Punkte geholt zu haben.

Cheftrainer Fabian Hürzeler: „Wir haben sehr gut angefangen und hatten eine super Positionierung mit dem Ball und eine klare Struktur. Das hat uns dann auch geholfen, dass wir im Gegenpressing sehr gut waren. Wir waren unheimlich aggressiv und aktiv gegen den Ball, mit vielen Sprints und immer wieder hohem Anlaufen. So haben wir Druck auf den Ball bekommen und hatten frühe Ballgewinne. Ich kann sagen, dass ich bis zum Anschlusstreffer der Bielefelder sehr, sehr zufrieden sein kann. Es war im Gesamtpaket unsere beste Leistung, was das Spiel mit dem Ball, aber auch das Umschaltverhalten angeht. Was dann passiert, sieht man im Fußball sehr häufig. Nach dem Anschlusstreffer hatten wir nicht mehr die Kontrolle über das Spiel und haben es auch nicht mehr geschafft, Lösungen mit dem Ball zu finden. Wir wurden zu passiv und zu mutlos. Dann hatte Bielefeld noch mal die eine oder andere Chance, wo wir auch noch mal Glück hatten. Das haben wir uns aber auch verdient. Mit den ersten 75 Minuten war ich sehr zufrieden, danach nicht mehr. Das schauen wir uns definitiv noch mal an. Mit der Einstellung war ich super zufrieden. So wie die Jungs gespielt haben, war es wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Ich wünsche Bielefeld für den Rest der Saison alles Gute.“

Nikola Vasilj: „Wir sind natürlich sehr glücklich, nach den beiden Niederlagen zuletzt heute wieder gewonnen zu haben. Solche Spiele, wo du lange nichts zu tun bekommst, sind für Torhüter nicht einfach. Ich bin aber immer wach und auf Spannung geblieben. Gefühlt mit dem ersten Abschluss trifft Bielefeld. Danach haben wir versucht, stabil zu bleiben und haben uns gegenseitig gepusht. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir viele gute Chancen, treffen aber nicht. In der Pause haben wir uns gesagt, weiter unser Spiel durchzuziehen und so weiterzumachen. Wir haben daran geglaubt, das Spiel für uns zu entscheiden. Am Ende war der Sieg verdient.“

Marcel Hartel: „Das war ein absolut verdienter Sieg heute. Wir haben Bielefeld in der ersten Halbzeit zu keiner Torchance kommen lassen und haben das Spiel sehr stark dominiert. In der zweiten Halbzeit haben wir auch gut angefangen und sind dann mit 2:0 in Führung gegangen. Dann haben wir Bielefeld wieder ins Spiel kommen lassen mit dem Gegentor und dann haben sie Druck ausgeübt. Wir haben aber stark dagegengehalten und bis zum Ende gefightet. Wir waren durch die langen Bälle etwas gezwungen, hinten tiefer zu stehen. Wir haben immer wieder versucht, in Pressing-Situationen zu kommen. Das hat in der Schlussphase nicht mehr so gut funktioniert, aber am Ende sind wir glücklich über den Sieg. Aus Respekt gegenüber dem Gegner und den Fans habe ich bei meinem Tor nicht gejubelt. Ich hoffe, dass Bielefeld noch irgendwie die Klasse hält und aus den letzten vier Spielen etwas holen kann, um die Klasse zu halten. Wir schauen jetzt auch auf die letzten vier Spiele und wollen das Maximum an Punkten holen.“  

Leart Paqarada: „Der Ball ist mir gut gelungen, Cello nimmt den natürlich auch super gut mit. Er entwickelt sich langsam zum Goalgetter (lacht). In der ersten Halbzeit waren wir wahnsinnig dominant, belohnen uns aber nicht mit dem Tor. Wir kommen dann in die zweite Halbzeit auch gut rein, machen das Tor und legen den zweiten Treffer nach. Wir kriegen dann aus dem Nichts den Anschlusstreffer. Das war schlecht verteidigt und hat für Unsicherheit gesorgt. Es ist dann klar, dass eine Mannschaft wie Bielefeld, die durchaus ihre Qualitäten hat, die gegen den Abstieg spielt und jeden Punkt braucht, noch mal alles reinwirft. Wir haben aber gut dagegengehalten. Für uns war der Sieg enorm wichtig. Bei mir persönlich saß die Derby-Niederlage die Tage danach auch noch sehr tief. Die Mannschaft hat heute auf dem Platz gezeigt, dass wir die Saison nicht einfach austrudeln lassen wollen und das haben auch die Fans gemerkt.“

Lukas Daschner: „Wir haben das ganze Spiel über Druck gemacht. Gerade vor der Pause hätten wir uns mit mindestens zwei Toren belohnen müssen. Im Anlaufen haben wir es gut gemacht, aber auch im Spiel mit dem Ball haben wir immer wieder Räume gefunden, um uns Chancen herauszuspielen. Die Tore haben wir dann in der zweiten Halbzeit gemacht. In der Schlussphase hat Bielefeld dann Druck gemacht. Da wurde es noch mal knapp, was unnötig war. Es darf uns so natürlich nicht passieren, dass wir noch mal in so eine Druckphase geraten. Am Ende sind wir froh über die drei Punkte. Man muss der Mannschaft ein großes Lob aussprechen, wie wir nach den beiden Niederlagen zuletzt zurückgekommen sind. Mit unseren Fans im Rücken, die heute für eine unglaubliche Stimmung gesorgt haben, können das noch vier super Spiele werden.“

Uwe Koschinat (Cheftrainer Arminia Bielefeld): „Ich muss ehrlich zugeben, dass es mich ein bisschen ankotzt, dass ich meine Eröffnungs-Statements immer mit einer Gratulation an den Gegner verbinden muss. Das mache ich selbstverständlich auch heute. Kompliment für die tolle Rückrunde. Heute hatten wir in der ersten Halbzeit keine Punte verdient, weil wir entgegen unserer Idee in eine völlige Passitivität verfallen sind und immer nur Pässe gespielt haben, die für hervorragende Pressing-Momente für den Gegner geeignet waren. Wir hatten überhaupt keine Zielstrebigkeit Richtung Tor, sondern haben St. Pauli immer wieder eingeladen. Sie hatten viele klare Möglichkeiten und so waren wir über das 0:0 zur Pause froh. In der waren wir uns einig, dass wir mit der Art hier und heute keine Chance haben werden. Wir haben auf eine deutlich aktivere Art umgestellt, was auch unserer Spielweise entspricht. Es hat deutlich besser ausgesehen, dann bekommen wir aber das 0:1, weil wir in der Mitte sehr offen waren. Dann kam das 0:2 hinzu. Es war dann eine absolute Probe für die Mannschaft. Wir haben dann aber eine neue Energie auf den Platz gebracht, ketzerisch könnte man es als den Mut der Verzweiflung bezeichnen. Wir haben alles in die Waagschale geworfen, um das Ergebnis noch zu verändern. Am Ende ist es ein, über die komplette Spielzeit gesehen, absolut verdienter Sieg für St. Pauli. Hinten raus wäre für uns aber noch ein Punkt möglich gewesen.“

Fabian Klos (Arminia Bielefeld): „Wir hatten die Chancen, heute mindestens zwei Tore zu schießen. Niederlagen können wir uns in unserer Situation nicht erlauben, was man mit Blick auf die Tabelle sehen kann. Es fühlt sich gerade scheiße an. Wir haben heute gegen eine gute Mannschaft gespielt und haben versucht, Abstiegskampf zu spielen und über Zweikämpfe reinzukommen. Weil wir in der zweiten Halbzeit Chancen für mehr als ein Tor hatten, tut es sehr weh. Wir haben jetzt vier Endspiele. Da müssen wir alles geben, die zu gewinnen. Dazu sind wir in der Lage, davon bin ich fest überzeugt. Genauso bin ich davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden. Wir müssen aber in jedem Spiel alles, was in uns steckt, raushauen.“

 

(hb)

Fotos: FC St. Pauli / Witters

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