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"Es ärgert uns, dass wir einen Sieg wieder spät hergeben"

Nach dem Spiel waren sich FCSP-Cheftrainer Markus Kauczinski und Dresdens Coach Maik Walpurgis einig: Der Stimmungsboykott der Fans in Halbzeit eins habe sich "komisch" angefühlt. Mit dem Ergebnis konnte Walpurgis dagegen gut leben, Kauczinski wiederum musste mit dem Punkt leben. Zuvor hatte Pressesprecher Christoph Pieper im Namen aller Anwesenden Genesungswünsche an den FCSP-Fan, der in der zweiten Halbzeit auf der Nordtribüne notärztlich versorgt werden musste, gerichtet.

"Die erste Halbzeit hat sich komisch angefühlt", erklärte Markus Kauczinski nach dem Spiel zunächst, ehe er sich den 90 Minuten widmen sollte. Bereits vor dem Spiel hatten die Kiezkicker einige Ausfälle zu beklagen gehabt, während der ersten Hälfte mussten dann auch noch Marvin Knoll und Mats Mœller Dæhli verletzt raus. Die vielen Veränderungen seien nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. "Man hat es gemerkt, dass viele Spieler ausgefallen sind. Wir haben Zeit gebraucht, um in die Partie zu kommen. Die gesamte erste Halbzeit ist irgendwie an uns vorbeigelaufen", erklärte Kauczinski, der sich zwar über eine gute Defensivarbeit freute, in der Offensive aber nicht mehr als "ein, zwei Angriffe über rechts und viel Stückwerk" gesehen hatte.

"Zur zweiten Halbzeit waren wir dann voll da. Da hatten wir gleich gute Möglichkeiten und Jerry erzielt das Tor", zeigte sich Kauczinski zunächst zufrieden, ehe sein Blick auf den weiteren Spielverlauf kritischer wurde. "Wir haben dann für zu wenig Entlastung gesorgt. Es waren guten Ansätze und Angriffe dabei, die wir aber nicht durchgespielt haben. Wir haben zwar gut verteidigt, die Spielkontrolle aber nicht mehr zurückbekommen", so der 48-Jährige, der von der Seitenlinie ansehen musste, wie seine Mannschaft, wie schon in Regensburg in der Vorwoche, kurz vor Schluss den Ausgleich kassierte.

"Es ist es uns jetzt zum zweiten Mal passiert und es ärgert uns, dass wir einen Sieg wieder spät hergeben. Von den Bemühungen beider Mannschaften ist das Ergebnis wahrscheinlich gerecht. Trotzdem müssen wir so ein Spiel über die Bühne bringen. Wir müssen lernen, so etwas durchzuspielen und nicht mehr zuzulassen. Wir hatten die Möglichkeiten, die Konter besser auszuspielen, und müssen das zweite Tor machen, damit am Ende nicht noch ein Tor gegen uns entscheidet", stellte Kauczinski abschließend klar.

Zum Stimmungsboykott im ersten Durchgang äußerte sich Dresdens Cheftrainer Maik Walpurgis ganz ähnlich wie sein Kollege Kauczinski: "Es hat sich schon ein bisschen komisch angefühlt. Wir wussten zwar, dass wir in der ersten Hälfte ohne Ton spielen werden, dennoch waren beide Mannschaften ein Stückweit irriert."  Auf die Leistung seiner Mannschaft blickte der SGD-Coach anschließend mit gemischten Gefühlen zurück: "Wir haben viel für das Spiel getan, das hat auch schön ausgesehen. Im Finalspiel war es dann aber zu dünn, das hat nicht gut funktioniert und das ist entscheidend, wenn wir dem Gegner wehtun wollen", stellte der 45-Jährige angesichts der fehlenden Durchschlagskraft in der Offensive seiner Elf klar.

Nach dem Seitenwechsel sei seine Elf dann "eiskalt erwischt" worden, hier habe seine Mannschaft "keinen Zugriff auf das Spiel" gehabt. "Da hat uns St. Pauli gezeigt, wie Effektivität aussieht. Durch den Rückstand hat das Spiel eine andere Dynamik genommen, St. Pauli war gut organisiert, wir haben es uns aber auch selbst schwer gemacht. Es ist schwer, in diesem Stadion und vor dieser Kulisse zurückzukommen", fügte Walpurgis hinzu.

Zufrieden zeigte sich Dresdens Cheftrainer dann aber mit der Moral, seine Mannschaft gab nicht auf und kam fünf Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit zum Ausgleich. "Die Standardsituation hatten wir gestern so noch mal intensiv trainiert. Es freut mich, dass Jannik das wichtige Tor erzielt", so Walpurgis, der abschließend hinzufügte: "Am Ende müssen wir uns natürlich bei Markus Schubert bedanken. Erst pariert er den Schuss von Dudziak, dann hält er den Nachschuss von Veerman fest."

 

(hb)

Fotos: Witters

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