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Rettig: Verhalten der Löwen-Verantwortlichen sollte Mahnung und Warnung sein

Die Freude im Lager der Kiezkicker war nach dem wichtigen Erfolg beim TSV 1860 München beim Tross der Braun-Weißen verständlicherweise groß. Allerdings sorgten „Begleitumstände“ im Umgang mit den Verantwortlichen der Löwen für Irritationen und Verärgerung. Im Interview spricht Sportchef Andreas Rettig unter anderem über den Umgang mit Gremien- und Medienvertretern.

Andreas, nach dem Sieg gegen die Löwen sorgte trotz der Freude über die wichtigen Punkte der Umgang der Löwen-Verantwortlichen für Gesprächsbedarf. Was war passiert?

Wir haben ja zuletzt bereits mit Kopfschütteln den Umgang des Clubs mit Medienvertretern zur Kenntnis genommen. Nun haben wir selbst unliebsame Erfahrungen mit dem Geschäftsgebaren und dem Umgang der Verantwortlichen gemacht.

Was heißt das konkret?

Es begann bereits im Vorfeld des Spiels. Unsere Medienabteilung hat – wie es gewöhnlich ist unter Clubs – Anfragen der Sechziger nach Interviews mit Spielern direkt und unbürokratisch umgesetzt. Als unsere Kollegen dann ein Spielerinterview bei den Löwen für die Vorspielberichterstattung anfragten, hieß es, das müsse mit der Geschäftsführung abgestimmt werden. Obwohl die Fragen bereits an die Münchener gegangen waren, haben wir die Antworten bis heute nicht erhalten. Das ist ein absolut ungewöhnlicher Umgang unter Clubs. Zumindest eine Absage hätten wir erwartet. Aber das passte ins Bild. Denn auch die sonst kollegiale Kartenregelung unter den Clubs konnte nicht einvernehmlich geregelt werden.

Gab es auch noch Vorfälle während des Spiels?

Ja, als unsere Gremiumsmitglieder, die in unmittelbarer Nähe zu Herrn Ismaik saßen, nach dem Ausgleich jubelten, wurden sie von einem Ordner zur Mäßigung aufgerufen. Nach weiterem Jubel nach dem 2:1 wurden sie aufgefordert die Plätze zu verlassen und sich umzusetzen. Schnell wurde eine Begründung nachgeschoben, danach sollten ihnen durch das Ticketing der Löwen falsche Karten ausgestellt worden sein. Nachdem unsere Gremienvertreter die Plätze aber nicht verlassen haben, hieß es dann, dass man das Angebot annehmen werde, dass sie die Plätze für die Meistermannschaft der Löwen freimachen würden. Da entgegnete Vize-Präsident Jochen Winand, dass solch ein Angebot nicht gemacht worden sei, und man das Spiel von diesen Plätzen zu Ende schauen werde. Auch wenn im Nachgang Entschuldigungen ausgesprochen worden sind, macht es das auch nicht besser.

Wie bewertest Du solch ein Verhalten?

Das Verhalten der Löwen-Verantwortlichen der letzten Wochen sollte auch dem letzten Fußballfan in Deutschland die Augen geöffnet haben und sollte all denen, die nach Investoren schreien, Mahnung und Warnung zugleich sein. Auch von einer investorengelenkten Geschäftsführung erwarte ich einen professionellen Umgang. Hierbei möchte ich ausdrücklich betonen, dass für mich nicht Investor gleich Investor ist. Für mich steht zum Beispiel das Modell Hoffenheim diametral dem Modell 1860 München gegenüber. Wenn auf dem Altar des vielen Geldes Meinungsfreiheit und respektvoller Umgang mit Mitarbeitern, Medien und anderen Clubs auf der Strecke bleiben, dann gute Nacht Fußballdeutschland. Hier würde ich mir auch ein konsequenteres Eingreifen der Verbände wünschen. Jedes Spruchband wird sanktioniert und hier ist man auf beiden Augen blind.

 

Foto: Witters

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