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Kick the Borders - Freundschaft und Solidarität

Fußball ist ein Spiel geprägt von Respekt und Miteinander. Werte, die auch für das echte Leben elementare Bedeutung haben. Doch es braucht Menschen, die diese Werte leben und tatkräftig umsetzen. Francesco Catera vom Centro Sportivo Italiano und Philipp Leusbrock vom Projekt Seehilfe sind solche Menschen.

"Sizilien ist historisch gesehen ein Ort, der immer die Menschen aufgenommen hat, die über das Meer gekommen sind. Aber in diesem Moment ist es wirklich sehr schwierig, weil die Politiker selbst Brüder gegen Brüder aufhetzen. Unsere Arbeit ist es, diese Spannung rauszunehmen", erklärt Fransesco vom CSI. Er und seine freiwilligen HelferInnen kümmern sich seit langem darum, dass junge Menschen zusammenkommen. Sport als Werkzeug, um emotionale Bande zu knüpfen. "Fußball ist in erster Linie Freundschaft!", da ist sich der resolute Sizilianer sicher. "Eine Mannschaft findet als Gruppe zusammen und das nicht nur auf dem Feld, sondern auch danach in den Umkleidekabinen und im alltäglichen Leben."

Freundschaften auf die Sprünge zu helfen – so banal wie es klingt – war die Kernmotivation, #kicktheborders auf die Beine zu stellen.

Philipp vom Projekt Seehilfe geht es dabei neben individuellen Freundschaften auch um übergeordnete Solidarität. "Ich habe neulich mit einer deutschen Politikerin über die Situation der Geflüchteten hier in Italien gesprochen, die hat dann gesagt: 'Erzähl nicht weiter, das macht mich so traurig!' Da fühlt man sich doch allein gelassen." Schon seit 2014 versucht er mit anderen dem etwas entgegenzusetzen. "Nur weil Italien am Mittelmeer liegt, heißt das noch lange nicht, dass wir uns nicht alle mit der Fluchtsituation in Europa auseinandersetzen müssen", sagt der 32-Jährige.

Projekt Seehilfe kommt deshalb mehrmals im Jahr mit Hilfsgütern nach Sizilien. Die werden vor Ort an PartnerInnen weitergeben oder direkt verteilt. Außerdem möchte der Verein selbst längerfristige Projekte anschieben. Gerade wurde ein Computerraum aufgebaut, der für Fortbildungen genutzt werden kann. In Kooperation mit einem italienischen Journalisten entsteht ein eigener Radiosender.

Francesco vom CSI ist schon an Tag 2 so von den Spielern des Camps begeistert, dass er einen Plan hat: "Ich habe mich heute mit meinen Kollegen hingesetzt und wir haben überlegt, eine Mannschaft zu gründen mit den Geflüchteten, die hier beim Camp mitmachen." Ihr nächster Schritt ist, zu erarbeiten wie das gelingen kann. "Wir hatten in der Vergangenheit einzelne Spieler in der Mannschaft, aber noch nie eine komplette Mannschaft."

 

(jb)

Fotos: Ben Wessler

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