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Kiezbeben-Geschichte: Derbyfieber 1988/89

Auf über 600 Quadratmetern zeigt "KIEZBEBEN  – die zweite Geburt des FC St. Pauli", wie der FC St. Pauli wurde, was er heute ist. Der Betreiberverein 1910 e.V. hat die Ausstellung im FC St. Pauli-Museum bis 5. Oktober verlängert und eine große Umfrage zur Dauerausstellung gestartet (wir berichteten: KLICK!). Einige der schönsten KIEZBEBEN-Stories erzählen wir hier auf www.fcstpauli.com. Diesmal nehmen wir Euch mit in die erste Saison nach dem Sensations-Aufstieg 1988, messen die Temperatur des Derbyfiebers anno 1988/89 – und werden Zeuge erstaunlicher Szenen...

Allzu gut standen die Vorzeichen nicht: Klar, 1977, im ersten Bundesliga-Derby, hatte der FC St. Pauli den HSV in dessen eigenen Stadion mit 2:0 geschlagen (Tore: Franz Gerber, Wolfgang Kulka). Danach aber war er bis in die 3. Liga abgestürzt. Als 1986 die erste Pflichtspiel-Revanche anstand, spielten die Boys in Brown wieder in der 2. Bundesliga. Im DFB-Achtelfinalspiel im Volksparkstadion schied der FC St. Pauli dennoch sang- und klanglos aus: Vor 58.000 Zuschauern siegte der HSV 6:0.

Doch, das gab es wirkllich: Uwe Seeler und Roberto Blanco beim Prominenten-Benefiz-Spiel am Millerntor anno 1987.

Doch, das gab es wirkllich: Uwe Seeler und Roberto Blanco beim Prominenten-Benefiz-Spiel am Millerntor anno 1987.

Das folgende Spiel brachte ungewöhnliche Szenen: Uwe Seeler im St. Pauli-Trikot? Roberto Blanco in kurzer Hose am Millerntor? Das ist kein wilder Traum, sondern tatsächlich passiert. Anno 1987 traten beide zu einem Prominenten-Benefiz-Spiel für die Familie des kurz zuvor im "Hanse-Marathon" mit nur 36 Jahren an einem Herzstillstand verstorbenen Läufers Hans Hägele an. Und trugen dabei Spielkleidung, die vom Design bis zum Brustsponsor erstaunlich jenen Trikots ähnelte, die auch die 1. Mannschaft des FC St. Pauli im anschließenden Freundschaftsspiel und auf ihrem Weg in die 1. Liga trug.

Die Stadionzeitungen zu den Derbys 1988/89 (links als Fan-Collage mit Foto aus dem Stadion).

Die Stadionzeitungen zu den Derbys 1988/89 (links als Fan-Collage mit Foto aus dem Stadion).

Für die schwarz-weiß-blaue Fanseele begann nach dem Aufstieg des FC St. Pauli 1988 eine harte Zeit: "Alle lieben St. Pauli, den Underdog-Verein der Bundesliga"– dieses und ähnliches war nicht nur im "Zeit-Magazin", sondern quer durch alle Medien zu lesen, zu hören und zu sehen.

Hinzu kam der Fan-Schwund: Weil der HSV in den 80ern starke Probleme mit rechten Fans hatte, wanderten nicht wenige seiner Anhänger ans Millerntor ab. Zur Winterpause 1988/89 stand der FC St. Pauli mit einem Zuschauerschnitt von 19.349 auf dem siebten Rang – und damit zwei Plätze vor dem HSV (18.638).

Unerwarteter Punktgewinn: Beim Derby 1988 trug Keeper Volker Ippig (hier gegen Oliver Bierhoff) entscheidend dazu bei, das 1:1 zu halten.

Unerwarteter Punktgewinn: Beim Derby 1988 trug Keeper Volker Ippig (hier gegen Oliver Bierhoff) entscheidend dazu bei, das 1:1 zu halten.

Auch auf dem Platz waren die Machtverhältnisse längst nicht so klar, wie es sich die "Rothosen" gewünscht hätten: Beim Hinspiel am 3. September führte der DFB-Pokalsieger von 1987 lange 1:0 – nur um in der 85. Minute den Ausgleich durch Jan Kocian hinnehmen zu müssen.

Weil das Millerntor-Stadion für den Andrang zu klein war, zog der FC St. Pauli beim Rückspiel zum ersten und einzigen Mal in der Saison 1988/89 für ein Heimspiel ins Volksparkstadion. Als Braun-Weiß nach zwei Minuten schon 1:0 führte, deutete sich eine Sensation an. Am Ende hieß es doch 1:2. Immerhin: Als "Trostpreis" gab es das erste "Tor des Monats" der Vereinsgeschichte. Die Auszeichnung ging an Rüdiger "Sonny" Wenzel – für einen sehenswerten Treffer per Hackentrick.

Die KIEZEBEBEN-Ausstellung ist immer Do.+Fr. von 16 bis 22 Uhr sowie Sa.+So. von 11 bis 19 Uhr und auch am Derby-Montag von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Die KIEZEBEBEN-Ausstellung ist immer Do.+Fr. von 16 bis 22 Uhr sowie Sa.+So. von 11 bis 19 Uhr und auch am Derby-Montag von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

"So wie die Flanke kam, blieb mir nichts anderes übrig, als es mit der Hacke zu versuchen", erinnert sich Sonny Wenzel. "Dass ich ihn dann so gut getroffen habe und er über Richie Golz ins Tor geflogen ist – da war natürlich auch Glück dabei. So etwas kann man nicht üben und wird bei 100 Versuchen nie wieder so klappen. Aber dass der Ball aufs Tor geht, war schon geplant. Ich wollte den nicht zur Eckfahne schlagen!"

Wollt Ihr mehr Geschichten und Schätze aus der Zeit kennenlernen, in der der FC St. Pauli wurde, was er heute ist? Dann nichts wie hin in die über 600 Quadratmeter große Ausstellung im FC St. Pauli-Museums!

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KIEZBEBEN. Die Ausstellung. Am Derby-Montag (16.9.) von 16 bis 20 Uhr und sonst immer Donnerstag und Freitag von 16 bis 22 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. FC St. Pauli-Museum, Heiligengeistfeld 1.

Weitere Infos:

 

Text: 1910 e.V.

Fotos: Witters / Archiv 1910 e.V.

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