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„Den Preis habe ich nicht alleine gewonnen“

Lennart Appe ist der jüngste Spieler im Kader unserer U23. Der 18-Jährige, der im kommenden Jahr seine schulische Laufbahn an der Julius-Leber-Schule mit dem Abitur abschließen möchte, dürfte sogar noch für die A-Junioren auflaufen. Abseits des Unterrichts ist Appe ein sehr talentierter Fußballer, der vom Hamburger Fußballverband (HFV) Ende August als Jugendspieler des Jahres ausgezeichnet wurde. Im Interview spricht der Nachwuchs-Kiezkicker von seiner Auszeichnung und verrät, dass er damit durchaus überrascht wurde.  

 

Moin Lennart, vergangene Woche wurdest Du vom HFV zum Jugendspieler des Jahres gekürt. Hast Du Dich für die Veranstaltung extra neu eingekleidet? 

Appe: Ich musste auf jeden Fall noch einen Anzug kaufen gehen (lacht.). Der Alte war noch von der Konfirmation und damit viel zu klein.  

Also wusstest Du vorher schon, dass Du an diesem Abend geehrt wirst?  

Appe: Mir wurde ein Vorwand aufgetischt. Mein ehemaliger Auswahltrainer hat mir gesagt, dass ich den 2004er-Jahrgang vertreten soll. Dass ich ausgezeichnet werde, habe ich erst vor Ort erfahren.  

Eine schöne Überraschung.  

Appe: Total, ich war ziemlich überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet. Mir ist es aber auch wichtig zu sagen, dass ich diesen Preis nicht alleine gewonnen habe. Daran haben auch Mitspieler, Trainer und andere Wegbegleiter ihren Anteil und ich habe dann den Preis überreicht bekommen. Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle auch für die Unterstützung bedanken.  

Zur U15 kamst Du vom USC Paloma, seitdem ist der FC St. Pauli einer Deiner Wegbegleiter. Hättest Du damals damit gerechnet, dass Deine Zeit im Nachwuchs mit einer solchen Ehrung endet?  

Appe: Nein, tatsächlich nicht. Zum damaligen Zeitpunkt war die Ausgangsposition noch anders. Als neuer Spieler willst du dich erstmal etablieren und durchsetzen. Zum anderen war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht in der Hamburger Auswahl, das ging da erst so richtig los.  

Mittlerweile bist Du nicht nur in der Hamburger Auswahl, sondern hast auch Dein erstes U18-Länderspiel bestritten.  

Appe: Ich war sehr froh, dass das endlich geklappt hat. Davor kam bei einigen Anläufen immer etwas dazwischen – einerseits Corona oder andere Spielabsagen. Für mich persönlich war das aber ein sehr guter Abschluss der vergangenen Saison. Es ist ein tolles Gefühl, für eine solche Auswahl eines ganzen Landes aufzulaufen.  

Lennart Appe ist der jüngste Spieler im U23-Kader, der 18-Jährige könnte noch für die A-Junioren auflaufen.

Lennart Appe ist der jüngste Spieler im U23-Kader, der 18-Jährige könnte noch für die A-Junioren auflaufen.

Als nächstes würdest Du für die U19-Nationalmannschaft anlaufen. Wie ist der Kontakt zum DFB? 

Appe: Im Austausch ist man immer. Ich war in der Vorbereitung aber leicht angeschlagen und möchte mich erstmal auf meine Aufgabe bei St. Pauli konzentrieren und konstant meine Leistung abrufen. Natürlich ist es aber auch ein kleines persönliches Ziel von mir, die U19 EM spielen zu dürfen.  

Bei St. Pauli bist Du fester Bestandteil des U23-Kaders, obwohl Du noch in der U19 spielen dürftest. Wie groß ist die Umstellung vom Jugend- zum Herrenfußball für Dich? 

Appe: Ich muss schon sagen, dass das eine große Umstellung ist. Du spielst nicht mehr gegen Gleichaltrige, sondern auch mal gegen einen über 30-Jährigen, der vielleicht schon jede Menge Drittliga-Spiele auf dem Tacho hat. Das ist ein anderes Spiel und das braucht Anlauf. Mittlerweile habe ich mich aber an die Härte gewöhnt und kann mich voll darauf konzentrieren, dass es nach vorne geht.  

Beim HFV hast Du zu Deiner Ehrung gesagt, dass zu Deinen Stärken die Mannschaftsführung zählt. Wie ist das für Dich als jüngster Spieler im Kader?  

Appe: Ich würde nicht von einer Hierarchie sprechen, aber in so einer Mannschaft gibt es schon eine Rangordnung. Da ist es ganz normal, dass du dich als Jugendspieler hintenanstellen musst. Auf dem Platz und gerade auf meiner Position in der Innenverteidigung ist es wichtig, laut zu sein, das Spiel in die Hand zu nehmen und zu coachen – das ist Teil meiner Aufgabe.  

Weißt Du eigentlich, wer Dein Vorgänger als Jugendspieler des Jahres war? 

Appe: Ja. Igor, oder?  

Genau. Igor Matanović war Dein Vorgänger, der mittlerweile 42 Zweitligaspiele bestritten hat. Den Traum vom Profifußball verfolgst Du auch.   

Appe: Dafür arbeite ich jeden Tag, das ist mein Ziel. Mir ist klar, woran ich arbeiten muss. Dazu bin ich auch mit den Trainern im Austausch und der Verein unterstützt mich zu 100 Prozent. Ich weiß, was ich zu tun habe, um im Profifußball Fuß fassen zu können. 

Vielen Dank für das Gespräch, Lennart. 

 

(ms)

Foto: Privat / FC St. Pauli

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